Den Bangalore-Choir-Sänger David Reece werden Einige vielleicht noch vom tollen "Eat The Heat" - Album der Deutschen Metal-Legende Accept kennen. Zur Erinnerung: Udo Dirkschneider hatte die Band aufgrund zahlreicher Streitigkeiten verlassen und begann seine Solokarriere anzuleiern. Accept machten inzwischen mit Reece weiter und legten 1989 ein zwar wirklich erstklassiges Hardrock/Metalalbum vor, welches aber so gar nicht nach den früheren Accept klingen wollte - und scheiterten somit kläglich.
Mit leicht melancholischem Unterton erzählt David im Booklet von der mühseligen Zusammenstellung seiner neuen Band "Bangalore Choir", den Demoaufnahmen zu "On Target" und dem daraufhin folgenden Anfragensturm zahlreicher Plattenfirmen. Das Album erscheint 1992, wird ausgezeichnet beworben und floppt dennoch, weil sich gerade Heerscharen von Grungebands formieren, um in karierten Flanellhemden die Welt zu bejammern. Also lässt die Plattenfirma Bangalore Choir schon nach kurzer Zeit wieder fallen und "On Target" versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Leider.
Die Wiederveröffentlichung von "On Target" bietet nun endlich die Gelegenheit, diesen Melodic-Rock-Diamanten wieder neu zu entdecken. David Reece überzeugt erneut mit einer gesegneten Stimme, die mir hier sogar besser gefällt als zuvor bei Accept - dort klang er noch etwas rauer. Das Album bietet von der damaligen Single "Loaded Gun" über den von Jon Bon Jovi mitverfassten Track "Doin` The Dance" bis hin zum Schlussrocker "Just One Night" alles, was Fans von Whitesnake über Winger bis hin zu den älteren Bon Jovi die Freudentränen in die Augen treibt. Der Sound ballert mit viel Druck und besonders die Bassabmischung macht einfach Spaß.
Als Dreingabe gibt`s leider nur das Video zu "Loaded Gun", da wären mir ein paar Bonustracks lieber gewesen, zumal die Spielzeit unter 40 Minuten bleibt. Sei`s drum: Einfach die Luftgitarre herausgeholt und "On Target" aufreissen, bis der Nachbar die Scheibe auch noch kauft.
Super!