Scala ist ein 70-köpfiger Mädchenchor aus Belgien, welcher von den Gebrüder Kolacny dirigiert wird. Einzig und allein ein Klavier begleitet die traumhaften Stimmen der jungen Belgierinnen. Scala bringt es, im wahrsten Sinne des Wortes, spielend leicht fertig klassische Chormusik mit Rock- und Popsongs der letzten Jahre zu kombinieren und setzt somit einen ganz neuen Trend.
Egal ob Radioheads melancholisches "Creep" oder Nirvanas Grunge-Klassiker "Smells Like Teen Spririt", Scala schafft es jedes Mal die Gefühle, welche die Songs im Original ausstrahlen mit einer atemberaubenden Intensität erneut wiederzugeben. Ich, als riesengroßer Muse-Fan, bin besonders begeistert über Scalas Interpretation von "Muscle Museum": Die vielen Crescendos, das hektische Klavier zwischen Refrain und Strophen und vor allem die zuckersüße Melancholie in den Stimmen der Mädchen lässt das Herz des Hörers immer schneller schlagen.
Zwei der 13 Lieder auf "On The Rocks" wurden allerdings nicht von dem Mädchenchor gesungen, sondern von Gastsinger Jan Stevens, der neben "Life On Mars" von David Bowie eine erstaunliche sängerische Leistung bei Terence Trent D'Arbys Stück "Let Her Down Easy" gezeigt hat, da ist eine Gänsehaut fast schon garantiert!
Toll an diesem Album ist auch, dass man Stücke von Bands oder Solo-Künstlern kennen lernt, von denen man zuvor noch nie etwas gehört hat. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass jedermann Eskobar ("Someone New"), Terence Trent D'Arby ("Let Her Down Easy") oder Muse ("Muscle Museum") kennt. Tatsächlich bekommt man beim Hören von "On The Rocks" Lust, die alten und vielleicht schon verstaubten Nirvana, Depeche Mode oder David Bowie Platten rauszuholen oder sich CDs von diesen und den anderen Künstlern zuzulegen.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass "On The Rocks" mehr als nur eine Bereicherung für jeden CD-Ständer wäre. Ich würde mich sehr freuen, wenn es schon bald mehrere Gruppen wie Scala geben würde, denn ich finde es ist eine sehr angenehme und willkommene Alternative zu den derzeitigen "Superstars". Auch wenn Scala (momentan) nur covert, tun sie es wenigstens mit Stil, mit sehr viel Stil sogar.