Und wieder mal hat's kaum eine/r bemerkt: Die zweite CD von Seachange aus Nottingham (UK) aus dem "Hause Glitter" ist vor ca. fünf Jahren sang- und klanglos untergegangen und die Band (Excuse the pun!) auch nicht wieder aus dem "sea" aufgetaucht.
Dabei haben mindestens drei Songs ihrer zweiten CD - nach dem Debut "Lay of the land" aus dem jahr 2004 - das Zeug zum Klassiker des (Indie-) Rock:
Zum einen ist da "No backward glances" (track no. 3), das sich spätestens nach dem dritten Hören nicht mehr aus dem Ohr bekommen lässt. Auch der sechste Song der CD, "Shooting arms" besitzt ähnliche (Ohrwurm-) Qualitäten, allerdings erst beim dritten oder vierten Hören. Leider stellt dieses für einige (Radio-) Hörer ja schon ein Problem dar...
Anyway, im Jahr 2006 gab es fernab von ausgelutschten Begriffen wie "Britpop" diese tolle Band aus UK, die meistens allein mit Gitarre, Bass und Schlagzeug solche 3-Minüter heraus haute - immer getragen von der markanten Stimme (man achte auf den britischen Akzent!) des Sängers.
Der absolute Höhepunkt von "On fire, with love" ist für mich aber - anders als für den vorgenannten Rezensenten - der Song "Midsummer fires" (track no. 9).
Wie Seachange es in diesem Song schaffen, mit Hilfe einer Akustikgitarre/Mandoline bis zum ersten Refrain Spannung aufzubauen, das hat schon (fast) die Qualität eines Übersongs wie "Losing my religion" von R.E.M. aus dem Jahr 1991! No exaggeration - einfach mal reinhören.
Überhaupt sind die Jungs aus Athens,Georgia bei einigen Stücken als Einfluss raus zu hören - allerdings mit einem vüllig anderen (britischen!) Sänger.
Die unrühmliche Bandgeschichte von Seachange endete leider nur ein Jahr später mit einem Abschiedskonzert in Deutschland, passend betitelt: "Disband in Bonn 2007" - übrigens auch eine ganz empfehlenswerte Live-CD auf dem label "glitterhouse"; Hören und (nachträglich) entdecken!
Wieso bekommt die CD eigentlich keine ***** Sterne?