Das Death-Dream-Team Warby/ van Drunen ist zurück!!! Wie schon in der Kurzbeschreibung bemerkt, können musikalische Parallelen zu früheren Bolt Thrower, Unleashed oder auch Entombed nicht geleugnet werden.
Also keinerlei Gefrickel oder Hyper-Blast-Attacken, allerdings äußerst differenzierte Melodylines und in jedem Song exzellente Breaks!
Das wirklich mal gelungene "atmosphärische" Intro geht in das bereits bekannte "Operation Z" über, welches mit einer irren Melodyline überzeugen kann, die auch von Meister Schuldiner oder Peter Tätgren hätte stammen können. Klasse Speednummer mit genial schleppendem Finale!
Ein klarer Doomtouch ist bei "The Mukden Incident" zu erkennen. Doublebass Drum mit Schleppgitarren, eine klassische Kombi ala Bolt Thrower aus seligen "Honour - Valour - Pride" Zeiten.
"Strategy Of Attrition" wartet mit altbekanntem "Uffta-Uffta" Speed auf, allerdings mit erstklassigem Riffing und starken Leads. Auch hier ist wieder ein geniales Doom-Break mit Klasse Solo eingebaut.
Ja, die Jungs haben's mit dem Schlepprhythmus:
"Full Scale War" ist im langsamen "Marsch-Tempo" gehalten, bis ein Break zu einer Speedattacke führt, die wiederum durch die starken Warby-Drum-Einsätze (ja, genau das Gegenteil zum letztjährigen "Sommerhit" Jungle Drum von Emiliana Torrini;)) aufgelockert wird.
Auch das kompakte "Guadalcanal" beginnt böse schleppend, um nach etwa eineinhalb Minuten in ein Speed-Brett überzugehen.
"On Coral Shores" und "Unsung Heroes" führen das Schema weiter, slow - "uffta uffta" - slow!! Aber auch hier fallen wieder die herrlichen Gitarrensoli auf, und bei letzterem das extrem böse Doom-Pre-Finale!! Göttlich!!
Auch "Tokyo Napalm Holocaust" spricht eher die Fans des verhaltenen Death-Metal an: Finsterer, hynmischer Beginn und Schluß, zwischenzeitlich übergehend in einen dezenten Midtemporhythmus, gespickt mit hektischeren Parts.
Bei "Kamikaze" dürfte die Geschwindigkeit bereits aus dem Titel erkennbar sein: Krasser Speedhammer mit starken Leads und....
dem obligatorischen Slow-Part, der aber bei diesem Song besonders derbe ausgefallen ist, klasse... vor allem die Melodyline im Schlußteil des Songs.
"To Bear The Unbearable" ist ein ähnlicher Rausschmeißer wie "Berlin" auf der Vorgängerscheibe, eben das erwartete Doom-Death-Brett mit erhabener Melodie und epischer Eleganz.
Das außergewöhnliche Geröchel von Martin van Drunen drückt der Scheibe zudem einen ganz eigenen Stempel auf; der Mann zählt mit Paul Kuhr (Novembers Doom), Chris Barnes (Six Feet Under, Cannibal Corpse, Torture Killer) und Jan Chris de Koeyer (Gorefest) zum Quartett der eigenständigsten Death-Shouter.
Für mich der Death-Metal Hammer in 2010, knapp 50 Minuten derbes Liedgut mit tollen Wechseln zwischen Doom- und Speedparts, und der vielleicht markantesten Stimme des Genres!!
Klare *****