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Der Ex-Pink-Floyd-Gitarrist und -Sänger hat sich 22 Jahre für seinen dritten Streich Zeit gelassen, und dafür ein unverkrampftes, entspanntes, überwiegend ruhiges Werk eingespielt. Gilmours Ehefrau, die Autorin Polly Samson verfasste mit ihn die verträumten Texte. Viele Gastmusiker waren beteiligt, alte Weggefährten wie der Ur-Gitarrist der Pink Floyd, Rado Bob Klose, Keyboarder Richard Wright, David Crosby, Graham Nash, Georgie Fame und Ex-Roxy-Musik Phil Manzanera, der auch als Coproduzent fungierte. Und trotz der Orchesterpassagen dominieren Gilmours lyrisches Gitarrenspiel und Gesang, die allen zehn Songs den unverwechselbaren Pink-Floyd-Sound verleihen.
Absolute Höhepunkte sind die eher verhaltene, sparsam arrangierte Ballade Smile, die in Ruhe ihre Schönheit entfaltet und der hymnisch angelegte Titelsong. Zwischen meditativ aufgebauten Kompositionen wie The Blue und A Pocketful Of Stones hat er den erdigen Blues This Heaven und den Rocker Take A Breath gestreut. Die wohldosierte Ausgewogenheit ohne Bombast und künstlicher Aufgeregtheit ist hohe Kunst und tut gut. Ein rundes Album und rundum gelungen. -- Ingeborg Schober
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Wer energischen Rock oder gar ein aufwühlendes Meisterwerk von "Animals"-Format erwartet, muß enttäuscht werden, denn die dritte Solo-Scheibe des neulich 60 gewordenen Gitarristen ist unverschämt verträumt und in sich ruhend. Dabei hat die Musik durchaus einiges mit Pink Floyd gemein, denn – man mag es kaum glauben – sie erstreckt sich weit in die Vergangenheit und führt zurück zu den stillen Momenten von "Meddle", "Obscured by Clouds" und "More". Es ist die Musik eines Ausnahmekünstlers, der mit allem im reinen ist, auf eine lange Karriere zurückblickt, viel zu erinnern hat und von dem Recht, sich zu erinnern, ausgiebig Gebrauch macht.
Wenn im instrumentalen Opener "Castellorizon" die Feuerwerkskörper hochgehen und den mit Spannung erwarteten Gitarreneinsatz ankündigen, stellt sich die erste Gänsehaut ein und bleibt für's erste. Der Mann hat nichts verlernt, bearbeitet den Gitarrenhals noch immer genauso gefühlsecht wie vor 20 oder 30 Jahren. Das Intro geht nahtlos über in das Titelstück mit Crosby und Nash, das eine ähnliche Schönheit ausstrahlt wie "On the Turning Away" oder eben das Material der frühen 70er, und man kann aufatmen, denn auch Gilmours samtene Stimme ist die gleiche wie damals. Mit dem getragenen "The Blue" geht es ebenso ätherisch weiter, denn es gleicht einem Nickerchen in einem Ruderboot zwischen Himmel und Meer und gleitet ausgeruht durch ein inspiriertes Solo.
Die dramaturgische Kurve wird nun verlegen steiler, denn nie ist die Scheibe näher am Rock als beim folgenden "Take a Breath", dessen stampfender Rhythmus zwar immer noch zu den Leisetretern gehört, aber dennoch an "Dogs of War" oder ähnliche Stücke erinnert. Das atmosphärische Instrumental "Red Sky at Night" mit Gilmour persönlich am Saxophon wäre auf "Wish you were Here" oder auch "A Momentary Lapse of Reason" nicht fehl am Platz, "This Heaven" ist ein entspannter Bar-Blues, und das anfangs collagenartige Instrumental "Then I close my Eyes" mit seinem kreisenden Arrangement führt den Hörer hinunter zum Strand. Und damit wird nun das letzte Drittel eingeleitet:
Abgesehen von der gilmour-typischen Slide Guitar könnte "Smile" auch von Paul McCartney sein, sogar stimmlich, bevor die verwunschene Piano-Suite "A Pocketful of Stones" so tut, als würden sich Floyd, Mick Hucknall und Kate Bush eine alte Yes-Platte reinziehen. Der melancholische Ausklang "Where we Start" beschwört "Obscured by Clouds" dann sehr eindringlich. Es ist der Song, den Steven Wilson von Porcupine Tree seit Jahren immer wieder zu schreiben versucht, mal mit mehr, mal mit weniger großartigem Erfolg. Hör' genau hin, Steven: Das ist es, oder? Und das ist der Meister, das ist Gilmour himself. Auch der Text läßt aufhorchen und endet mit einem wissenden "so much behind us, still far to go", das noch lange in der Seele nachhallt. Ja, verstanden, David, genau verstanden.
Manch einer wird zwar unter den Songs den ganz großen Überflieger vermissen, die Mehrzahl der Texte banal finden und diesem vermeintlichen Abschiedswerk Selbstzitat, Plätschertum und Kontrastarmut vorwerfen. Wer aber "Burning Bridges", "Mudmen", "A Pillow of Winds" oder auch "Signs of Life" mag, wird auch auf Gilmours Dämmerinsel Freunde finden.
Anspieltips: "On an Island", "A Pocketful of Stones", "Where we Start"
Zu besten Pink-Floyd-Zeiten gab es immer diesen Mix aus guter Musik, bedeutungsschwangeren Texten und genialen Soundeffekten.
Seit dem Split war das dramatische Element ohne Zweifel besser bei Waters aufgehoben, der es auf "Amused to Death" sogar noch über Pink-Floyd-Niveau steigern konnte. Gilmour hat man seine Versuche in _diese_ Richtung nie ganz abgenommen, auch wenn "Momentary Lapse" und "Division Bell" als Ganzes gute Alben waren.
Und jetzt also erscheint "On an Island", und es kommt so etwas wie Feierabendstimmung auf: Zurückgelassen der ganze Ballast; es muß kein Pink-Floyd-Album mehr sein! - Konzentration auf das, was Glimour immer noch am besten kann: Gute, melodische Musik. Und die ist so perfekt und stimmig eingespielt, daß es eine wahre Freude ist. Sogar die Texte klingen jetzt authentisch, und nicht mehr nur wie Waters-für-Arme. Es scheint, als habe Gilmour (zusammen mit seiner Lebensgefährtin) endlich seine eigene Stimme gefunden. Vier Sterne.
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