Die ursprüngliche Omadawn ist aufnahmetechnisch wirklich keine Freude. Vieles ist schlecht zu differenzieren. Nun war mir hier beim Probehören der neuen Omadawn schon aufgefallen, das am Anfang die Harfe viel deutlicher zu erkennen ist. Da dachte ich mir, wenn dass schon in dieser "Vorschau" besser klingt und die Rezensionen hier so begeistert sind... habe ich mir sie bestellt und habe damit promt einen alten Fehler wiederholt: Was hier auf Amazon im klanglich mangelhaften Vorhören besser klingt, sollte eigentlich Warnung genug sein, dass das auf einer guten Anlage nicht so ist...
Diese neue abgemischte Omadawn ist dramaturgisch um etliches schlechter als die Urversion. Akzente und dramaturgische Elemente in den Übergängen der einzelnen Abschnitte finden fast nicht mehr statt. Instrumente die einmal im Vordergrund standen fallen nun hinter(!) die Begleitinstromente zurück. Eine Keyboardbegleitung drängt sich beispielsweise vor die Soloflöte. Dramaturgisch ist überhaupt kein roter Faden zu erkennen. Scheinbar wahllos werden Instrumente nach vorne geholt und andere nach hinten gemischt. Was in der alten Version klar rüber kommt, säuft hier ab. Umgekehrt ist das nur selten der Fall. Diese Ausgabe der Omadawn hat mich derart genervt, dass ich sie unterbrechen musste, um keine schlechte Laune zu bekommen.
Manches mag auf dieser neuen Abmischung besser klingen, aber nur weil es gnadenlos nach vorne gemischt wurde. Der Gesamtmusik schadet das in den allermeisten Fällen, zumal etliches ruiniert wurde. So steht zum Beispiel einer deutlicher zu differenzierenden Harfe am Anfang eine kaum noch zu hörende Soloflöte im späteren Teil gegenüber.
Das wirklich einzige was für diese Ausgabe spricht ist das bessere Cover. Zu ergänzenden Fotos kommen auch die wieder hinzu, die (bei meiner) ursprünglichen CD gegeüber der LP fehlen.
Ansonsten rate ich zur alten Omadawnversion. Die ist klanglich zwar auch unbefriedigend, aber von der Dramaturgie tausend mal besser. Mein Eindruck ist, dass sich zwar der Meister selbst ans Mischpult gesetzt hat, sich aber überhaupt nicht mehr in das rückversetzen könnte, was er über dreißig Jahre früher mal bei der Erstabmischung empfand. Hier werden scheinbar wahllos die Instrumente umgruppiert und das Resultat ist ein dramaturgisches Durcheinander wie auf einem Bahnhof!