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Überhaupt das Ende! Da hat der Held alles hinter sich, was ein Held hinter sich haben muss: Eine Verwandlung, eine Reifung, ein Erwachsenwerden. Und große Taten. Er ist angekommen, wo einst seine Geschichte begonnen hatte. Und die seiner Väter (er besitzt tatsächlich zwei!): In Sizilien. Und dieses Sizilien ist völlig unwirklich. Es dient Puzo nur als heile Gegenwelt zu einem seelenlosen Amerika.
Was bieten die Kassetten, was das Buch nicht hätte? Die Stimme von Charles Brauer. Normalerweise finde ich Lispeln (die korrekte Bezeichnung lautet S-Fehler) im Schauspielerberuf eher fehl am Platz. Brauers zartes Anstoßen mit der Zunge ist fast nicht zu hören, ist allenfalls ein Anklang. Damit wird er zur idealen Besetzung für Omerta. Die Mafia ist unsichtbar für Außenstehende, die Anzüge sind gedeckt, die Limousinen unauffällig, die Geschäfte an der Oberfläche zutiefst legal. Nur eben manchmal scheint etwas vor, ein Anklang eben. Wie Charles Brauers zartes Lispeln.
Brauer phrasiert fast immer richtig, charakterisiert die Figuren mit der Stimme leicht, aber sinnfällig. Und er lässt sich Zeit beim Lesen, ohne pomadig zu wirken: Ein Erlebnis! --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Wer sich einmal an die Mafia-Gesetze gewöhnt hat, lebt eigentlich - möchte man dem Buch glauben - in einer ganz angenehmen Welt, nur eben anders. Natürlich sehen die Jungs hart aus, jeder hat ein paar Narben davongetragen, ab und zu stirbt mal einer. Aber die Berufskiller sind eigentlich nette, sympatische und vor allen Dingen sportlich-athletisch gebaute Typen, die halt ihren Job machen. Don Astorre, der gutaussehende Sänger, ist der Frauenschwarm, dem es wirklich leid tun, wenn er wieder ein Todesurteil aussprechen muss. Also genau betrachtet nette Leute wie Sie und ich :-)
Mario Puzo wurde durch "Mama Lucia" und vor allen Dingen "Der Pate" berühmt. "Omertá" kommt zwar nicht an den unübertroffenen "Paten" heran, aber die Geschichte ist spannend, rund und lesenswert. Wer sich für die realen Hintergründe zur Käuflichkeit und den riesigen Geldflüssen aus den lukrativen Drogenmärkten hin zu den Spitzen von CIA, FBI & Co. interessiert, kann z.B. mal in "Im Namen des Staates" von Andreas von Bülow nachschauen. Das inoffizielle Jahresbudget der CIA liegt jedenfalls um mehrere Milliarden (!) über dem, was die US-Regierung finanziert.
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