"Omertà" erzählt das Leben von Astorre Viola, dem Sohn der legendären sizilianischen Paten Don Zeno, der es nach einer grandiosen Ausbildung in New York, London und natürlich Sizilien selber zum "Don" in den USA bringt. Liebe, Leidenschaft und harte wirtschaftliche Interessen bestimmen sein Leben, lange arbeitet er an der Aufklärung und Rache des Mordes seines Ziehvaters Don Raymonde Avrile. Ihm obliegt auch der Schutz von Raymonds 3 "zivil" aufgewachsenen Kindern, die das wahre Gesicht ihres Halbbruders Astorre nicht kennen. Erst als die Mafia sich von ihrer ganz fiesen Seite zeigt, legt Astorre los: nur er kennt die Gesetze, nach denen hier gespielt wird. Korrupte Beamte beim FBI und NYPD vervollständigen das Bild.
Wer sich einmal an die Mafia-Gesetze gewöhnt hat, lebt eigentlich - möchte man dem Buch glauben - in einer ganz angenehmen Welt, nur eben anders. Natürlich sehen die Jungs hart aus, jeder hat ein paar Narben davongetragen, ab und zu stirbt mal einer. Aber die Berufskiller sind eigentlich nette, sympatische und vor allen Dingen sportlich-athletisch gebaute Typen, die halt ihren Job machen. Don Astorre, der gutaussehende Sänger, ist der Frauenschwarm, dem es wirklich leid tun, wenn er wieder ein Todesurteil aussprechen muss. Also genau betrachtet nette Leute wie Sie und ich :-)
Mario Puzo wurde durch "Mama Lucia" und vor allen Dingen "Der Pate" berühmt. "Omertá" kommt zwar nicht an den unübertroffenen "Paten" heran, aber die Geschichte ist spannend, rund und lesenswert. Wer sich für die realen Hintergründe zur Käuflichkeit und den riesigen Geldflüssen aus den lukrativen Drogenmärkten hin zu den Spitzen von CIA, FBI & Co. interessiert, kann z.B. mal in "Im Namen des Staates" von Andreas von Bülow nachschauen. Das inoffizielle Jahresbudget der CIA liegt jedenfalls um mehrere Milliarden (!) über dem, was die US-Regierung finanziert.