Heute geht ein solcher Film eigentlich nur noch als B-Movie durch.
In manchen Szenen wird ja recht gekonnt Spannung erzeugt; wirklich nervenzerfetzend ist in diesem Thriller aber vor allem die Begriffsstutzigkeit der Akteure. Aber gut, mit vernunftbegabten Charakteren würde sowieso so mancher Zwei-Stunden-Thriller nur fünf Minuten dauern. Highlights sind ein Priester, der offenbar alles weiss, aber nur in Rätseln sprechen kann, ein teuflisches Kindermädchen, dessen Verhalten eigentlich sofort zur Kündigung führen müsste, und Vorzeichen in Form von unerklärlichen Spuren auf Personenfotos (Merke: "Ein xxx-Film sieht mehr als das menschliche Auge").
Ein hübsches Detail bei der "Friedhofszene": die vorgeblich massive Steinplatte zum Grab des "echten Sohnes", an der sich anschliessen zwei Männer abmühen müssen, rutscht zuvor schon beim ersten Ansetzen des Werkzeuges 20 cm zur Seite. Na, war wahrscheinlich nur Geld für ein Pappmache-Imitat vorhanden.
Wirklich penetrant an dem Film ist aber das dauernde Durchschimmern dieser typisch amerikanischen, naiv-primitiven Bibel-Wortgläubigkeit. Die diffuse Bibelstelle mit "der Zahl des Tieres" wird hier nicht nur als ein beliebiger Ideenspender für einen Plot verwendet, nein, der Film spielt wirklich bewusst mit den Ängsten der Zuschauer, die eine solche Möglichkeit als durchaus reell betrachten.