Was war 2010 nicht für ein tolles Jahr für jeden echten Metal-Fan, besonders für die Anhänger des guten alten Thrash-Metal!
Neue Werke von Annihilator, Death Angel, Exodus, Heathen und Overkill, die alle gute bis fantastische Alben abgeliefert haben, dazu noch ein paar gelungene Comebacks z.B. von Accept, The Crown oder Atheist. Und dann obendrauf noch FORBIDDEN, die in beide Kategorien fallen und somit das beste Comeback-Album im Thrash-Metal-Bereich abgeliefert haben.
FORBIDDEN waren schon immer die etwas andere Thrash-Band, die deutlich melodischer und vertrackter zu Werke gingen als die meisten ihrer Kollegen, ohne aber dabei an Härte einzubüßen. Ein weiteres Plus der Band war und ist zum Glück immer noch der fantastische Gesang des Frontmanns Russ Anderson, der neben einer kräftigen Röhre auch tatsächlich singen kann, was vielen Thrash-Shoutern ja etwas abgeht.
Als sich die Band 1996 mit "Green" verabschiedet hatte, war ich ziemlich enttäuscht, da das Album doch einigermaßen schwach war und keinesfalls mit den vorherigen Glanztaten mithalten konnte. Somit war ich etwas skeptisch, was das Comeback-Album angeht, aber glücklicherweise orientiert sich die Band eher an "Twisted into Form" und "Distortion" als an "Green". Das macht das Album zu einem Muss für alle Anhänger des 80er Jahre Thrash, obwohl es keinesfalls retro klingt. Die Band hat es geschafft, ihren charakteristischen Sound ins neue Jahrtausend zu transportieren, ohne ihn dabei zu verwässern. Das Songwriting ist absolut hochklassig und abwechslungsreich und technisch lassen die Jungs auch nichts anbrennen. Melodischen und trotzdem kraftvollen Thrash-Metal kann man kaum besser zocken.
Warum nur 4 Sterne nach den ganzen Lobeshymnen: das 5-Sterne-Debüt "Forbidden Evil" bleibt auch weiterhin unerreicht