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Der Omega-Punkt
 
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Der Omega-Punkt [Gebundene Ausgabe]

Don DeLillo , Frank Heibert
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 110 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (22. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462041924
  • ISBN-13: 978-3462041927
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 160.484 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Don DeLillo
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Es ist ein Missverständnis, dass Don DeLillo keine dicken Bücher mehr schreibt. Sein essayistischer 128-Seiten-Roman mag leicht in der Hand liegen, doch schon im Prolog wird klar: Er wiegt schwer. Wie das Konzentrat eines Tausend-Seiten-Wälzers entfaltet sich der "Der Omega-Punkt". Der Inhalt der Seiten quillt beim Lesen, und ist der einzelne Gedanke erst mal aus seiner Form gesprungen gibt es kein Zurück mehr. "Zum ersten Mal begriff er, dass Schwarz-Weiß das einzige wahre Medium für den Film als Gedanke, den Film im Geist war." - Solche Sätze sind als Gedankenfutter spröde wie Dauerkeks, auf dem man kaut und kaut und dem Schlucken nicht näher zu kommen scheint. Und DeLillo tut nichts, um es uns zu erleichtern. Im Gegenteil, immer neue Gedanken schiebt er nach. Gute, brillante sogar, aber von einer Ungeordnetheit, hinter der man System vermuten muss. Wie die Figuren - der fast schon besessene Kunstbetrachter in der Klammerhandlung, der unglückliche junge Filmemacher, der alte einsame Intellektuelle in der Wüste, seine verschwindende Tochter - bewegen sich die Ideen in willkürlicher Leere. Es geht nicht wirklich darum, ob ein Film gedreht wird, in dem der ehemalige Regierungsberater vom Krieg erzählt. Es geht um die Auseinandersetzung mit der Möglichkeit, dass es trotz der Wichtigkeit eines jedes einzelnen Gedanken, so etwas wie eine (Er-)Lösung nicht gibt. Dass Intelligenz freies Schwirren ist, kein Wegweiser zu einem Ziel, sondern eher rätselhafte Verführung - und Don DeLillo mehr denn je ein Verführer erster Güte. (kab)

Kurzbeschreibung

Erscheint weltweit gleichzeitig: der neue Roman von Don DeLillo, dem "aufregendsten Schriftsteller seiner Generation" (Die Zeit). Ein junger Filmemacher sucht einen ehemaligen geheimen Kriegsberater der amerikanischen Regierung in dessen Haus irgendwo in der kalifornischen Wüste auf. Er hofft, ihn für eine Dokumentation gewinnen zu können. Als die Tochter des älteren Mannes auftaucht, nimmt die Geschichte einen verhängnisvollen Lauf.
Im MoMa in New York betrachtet ein Mann eine Installation: Hitchcocks "Psycho", verlangsamt auf eine Spielzeit von 24 Stunden. Und er betrachtet zwei Männer, einen älteren, einen jüngeren, die sich die Installation anschauen. Schnitt.
Mitten in der Wüste, "südlich von Nirgendwo", lebt der dreiundsiebzigjährige Richard Elster in einem einsam gelegenen Haus. Hierher hat er sich zurückgezogen, um über Raum und Zeit nachzudenken. Elster, ein Gelehrter, der sich jahrelang mit dem Thema Auslöschung in all seinen Varianten beschäftigt hat, diente der amerikanischen Regierung während des Irakkriegs zwei Jahre lang als geheimer Berater, er sollte ihre Kriegshandlungen mit einem intellektuellen Referenzrahmen versehen. Als seine Dienste nicht mehr gebraucht werden, zieht er sich in die Wüste zurück.
Dort besucht ihn Jim Finley, ein junger Filmemacher, der Elster von seinem Filmprojekt überzeugen möchte: eine Dokumentation ganz ohne Schnitt, nur eine einzige Einstellung: ein Mann - Elster - vor einer Wand. Keine Fragen aus dem Off, keine Regieanweisung. Zwölf Tage schon diskutieren die beiden Männer, als Elsters Tochter Jessie auftaucht, eine junge Frau aus New York, die die Dynamik der ganzen Geschichte grundlegend verändert. Etwas Unfassbares geschieht, und alles Gesagte wird in Frage gestellt.
"Der Omega-Punkt" ist ein tief verstörendes, brillantes Werk über Verlust und Verschwinden von einem der größten Schriftsteller der Gegenwart.
Die deutsche Übersetzung erscheint zeitgleich mit der amerikanischen Originalausgabe.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Zeitvorstellung löst sich auf, 11. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Omega-Punkt (Gebundene Ausgabe)
De Lillo gilt zurecht als einer der wenigen Schriftsteller der Gegenwart, die uns erahnen lassen was wir schon jetzt erleben. Der Punkt Omega, das heißt Ziel, Richtung und Motor der Evolution, ist Teil der von Gott bewirkten kreativen Bewegung. Christus ist dieser Punkt. Den Ausdruck nimmt De Lillo von Teilhard de Chardin, der schrieb: "Als Prinzip universeller Lebenskraft hat Christus, indem er als Mensch unter Menschen erstanden ist, seine Stellung eingenommen, und er ist seit je dabei, den allgemeinen Aufstieg des Bewusstseins, in den er sich hineingestellt hat, unter sich zu beugen, zu reinigen, zu leiten, und aufs höchste zu beseelen."(Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. 1959, Seite 305) "'Weil Christus der Punkt Omega ist, ist das Universum bis in das materielle Mark hinein durchtränkt von dem Einfluss seiner übermenschlichen Natur.' (Teilhard de Chardin: Sciences et Christ, 1965, Seite 88.)

Die Frage warum jetzt auf diese Einsicht eingegangen wird, stellt der Roman auf diskrete Weise dem Leser.

De Lillo zeigt in seinem Roman das Ende einer Kultur, an Hand eines Ex-Pentagon Angestellten, dessen Ideal es ist Kriege wie ein Haiku zu führen, aber der ahnt was über seine Scheinwelt hinausgeht, und das Hervortreten eines neuen Prinzips, welches durch seine Tochter repräsentiert wird, deren Blick auf die Welt schon eine neue Reife und eine neue Verbundenheit mit dem Sein erreicht hat. Die Verbindung zwischen diesen Menschen wird von einem Filmemacher beobachtet und in dieser Beobachtung deutet sich an was über das Selbstverständnis des bisherigen Menschenbildes hinausgeht.

Die Jugend versucht die Sicherheitsschlösser einer Geborgenheit bietenden Gesellschaft zu sprengen, die auf einen typisch väterlichen Unterdrückungsmechanismus basiert. Dafür muss sie etwa lernen an der etablierten Kunst vorbei zu schauen und dafür den Blick ins eigene Innere lenken.

Auch dieser Roman kommt so nicht als großes Kunstwerk daher, sondern als leiser kleiner Schlag, der aber dafür die genau richtige Stelle trifft.

Der Punkt Omega wäre somit verbunden mit der Auflösung der unverhältnismäßigen Privilegien der allmächtigen Alten, die sich wegen ihres übertriebenen Sicherheitsbedürfnisses und ihrem verworrenen Selbstbild vor allem und auch vor der Zukunft fürchten. Als Abgesang auf eine Generation verloren in ihrem eigenen Wahn und Beschwörung des Kommenden gehören diese wenigen Seiten sicher zum besten der Gegenwartsliteratur. Von tiefer Menschlichkeit und brennender Präzision.

Die Zeitvorstellung löst sich auf sich, wir gehen einer Art sozialer Kernspaltung entgegen, welche den Menschen erlaubt, mit anderen Identitätsverbindungen zu knüpfen. Das einzige Bewusstsein welches dann noch existiert ist das eschatologische Ich, das Artbewusstsein. Dieses ist der Grundbestandteil des kommenden Menschen.

In der alten Zeitvorstellung zu bleiben bedeutet in absoluter Anonymität zu verharren, im mörderischen Wahn befangen der Zeit nicht entkommen zu können.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ratlosigkeit, 6. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Omega-Punkt (Gebundene Ausgabe)
Ich verzichte bewußt darauf, eine Zusammenfassung des Textes aufzuschreiben. Den Inhaltsangaben der Vorredner ist nichts hinzuzufügen.

Das Feulleton und auch meine Vor-Rezensenten sind sich einig, es sei ein großartiges Werk ... DeLillos Meisterwerk ... und ich bleibe ratlos zurück. Andere lesen das schmale Büchlein in zwei Stunden, ich brauchte mehrere Tage und konnte die schwere Kost nur häppchenweise aufnehmen. Verstanden habe ich das Meisterwerk nicht. Der Omega Punkt! Ja wo ist er? Mir blieb der End- oder Zielpunkt verborgen. Welche Intention(en) verfolgt der Autor? Mir erschien der gesamte Plot willkürlich zusammengefügt. Es gibt kleine Passagen, einzelne Sätze, die präzise formuliert sind, von denen ich fasziniert war. Ich könnte eine Inhaltsangabe des Buches hinkriegen, aber an einer Interpretation würde ich scheitern. Ich bleibe merkwürdig unbefriedigt nach der Lektüre zurück. Es liegt nicht am spröden Stil, dem kann ich durchaus einiges abgewinnen.

Auf die Liste meiner Lieblingsbücher wird "Der Omega Punkt" nicht kommen. Es sei auch noch am Rande bemerkt, dass ich das schmale gebundene Büchlein - 111 Seiten - extrem teuer finde.
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27 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vom Verschwinden, 10. März 2010
Von 
Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Omega-Punkt (Gebundene Ausgabe)
Vom Verschwinden

Im Schaffen Don DeLillos hat sich über die Jahre hinweg eine starke Tendenz breit gemacht, ein jeweils anderes künstlerisches Konzept, eine Idee, formell oder erzähltechnisch, konsequent durchzusetzen. Das kann, wie in "Falling Man", auch ein wenig daneben gehen, dann aber, wie in "Der Omega Punkt" voll aufgehen.

In einem ersten Abschnitt, mit "Anonymität" überschrieben, betrachtet jemand eine Installation von Alfred Hitchcocks Film "Psycho" im New Yorker Museum of Modern Art, ausgedehnt auf vierundzwanzig Stunden. Schon hier finden sich, übertragen auf in slow-motion ablaufende Betrachtungen von Norman Bates, erste Gedankenstränge zum Thema Leben und Tod.

Jim Finley, ein von seiner Frau verlassener junger Filmemacher sucht den ehemaligen, geheimen Kriegsberater Richard Elster in seinem Haus, wahrscheinlich irgendwo in der Mojave Wüste auf. Er versucht, ihn zur Mitwirkung als Hauptdarsteller in seinem neuen Film, der vor einer bestimmten Wand, nur einer Wand, ohne Schnitt, nur eine Regieanweisung, gedreht werden soll.

Zwölf Tage verfolgt man die Gespräche der beiden Männer, die im Inneren genauso einsam wie die kalifornische Wüste zu sein scheinen. Der Gelehrte Elster, der während des Irakkriegs zwei Jahre lang der geheime Berater der US-Regierung war, von mehreren Frauen verlassen und der junge, erfolglose und von seiner Ex-Frau als verrückt abgestempelte Jim Finley- ein karges, hartes, männliches, politisch inkorrektes Duo, das, in langen Gesprächen und im Schweigen, die großen Themen, Leben, Tod, Liebe auf äußerst brillante Art und Weise berührt.

Mit dem Auftauchen von Elsters Tochter Jessie nimmt das Buch eine dynamische Wendung, die den Roman unvorhersehbar ins Unfassbare kippen lässt.

Mit dem Schlusskapitel "Anonymität 2" schließt sich der Bogen des Romans. Allerdings lässt Don DeLillo hier ein Gelegenheitstreffen stattfinden, das den Schluss offen lässt.

DeLillos Roman nimmt seinen Ausgangspunkt von Teilhard de Chardins Werk "Omegapunkt" und stützt sich auf die Idee, dass menschliches Bewusstsein einen Ermüdungspunkt erreicht hat und alles folgende entweder ein Paroxysmus, oder etwas überaus Erhabenes sein muss.

Don DeLillos Prosa ist von akribischer Präzision und immenser, karger Schönheit. Zustände von frei fließender Angst wechseln mit latent paranoiden Momenten ab und ergeben ein beklemmendes Meisterwerk eines großen Schriftstellers, ein Werk, das mit "Unterwelt", "Weißes Rauschen" und "Mao II" zu seinen besten Romanen gezählt werden muss.
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