Die Idee zu diesem Konzept geht auf das Jahr 2001 zurück. Als die Mutter der Autorin ins Krankenhaus eingeliefert wurde und die Ärzte eine düstere Prognose stellten, merkte Elma van Vliet erst, wie wenig sie von ihrer Mutter weiss. Fragen über das Kleinsein und Grösserwerden, über die Liebe, die Freizeit und andere bewegende Dinge. Fragen, deren Antworten ihr die Mutter nochmals ganz nahe bringen sollten. Da diese Erfahrungen ganz viele Menschen teilen, wurden die Bücher "Mama, erzähl mal!" und "Papa, erzähl mal!" zu grossen Erfolgen. Eine Fortsetzungsgeschichte nach bewährtem Konzept zu schreiben, ist daher verständlich. Also gibt es nun Fragen an die Grosseltern.
Mir gefallen Idee und deren Umsetzung. Was mich stört ist mangelnde Modellpflege und die Arbeit an Details. Wenn ich mir ein noch schöneres und überzeugenderes Layout wünschte, hat das auch damit zu tun, dass sich gerade Holland in den letzten Jahren als Hort innovativer Buchproduktionen und modernem Grafikdesign erwies. Ich hätte mich bei der Grafik noch mehr an den Vorstellungs- und Erfahrungswelten von Grosseltern orientiert. Zudem haben Omas auch nicht die gleichen Wahrnehmungen bei historischen Ereignissen oder bei ihrer Freizeitgestaltung wie Opas. Bei beiden Geschlechtern dieselben Spielzeuge aufzuführen, finde ich dann schon mehr als eine Unterlassungssünde.
Mein Fazit: Trotz meiner Detailkritik empfehle ich dieses Buch gerne weiter. Den grössten Gewinn werden Käufer haben, die es nicht einfach nur verschicken, sondern mit der Grossmutter gemeinsam durchblättern, ausfüllen, diskutieren. Ob am Schluss auf jeder Zeile etwas steht, ist völlig nebensächlich.