Das Angebot unter den kompakten Digital-Kameras ist inzwischen mehr als unüberschaubar und fast monatlich bringen die diversen Hersteller ein neues Modell mit noch mehr Funktionen auf den Markt, deren Typenbezeichnungen inzwischen fast kryptische Ausmaße annehmen. So steht man als zahlungswilliger Kunde verunsichert vor den Regalen im Fachmarkt des Vertrauens oder blättert seitenweise Informationen im Internet durch, um sich einen halbwegs vernünftigen Überblick verschaffen zu können. Dabei will ein Großteil der digitalen Kompaktkamera-Käufer nur eines: Zu einem halbwegs überschaubaren Preis bestmögliche Fotos. Und genau das bietet die Olympus VR-340.
Die Olympus kommt im schlichten Design daher und ist tatsächlich genauso schlicht zu bedienen. Nach dem Auspacken werden an der Unterseite der Akku und die Speicherkarte eingesteckt. Mittels des leider viel zu kurzen Kabels wird der Akku erst einmal 2 Stunden geladen. Aufgrund der Kürze des Kabels fiel mir die Kamera tatsächlich beim Aufnehmen aus der Hand. Sie überlebte den Sturz aus ca. 60 Zentimetern Höhe aber aufgrund des massiven, aber leichten Metallgehäuses vollkommen unbeschadet. Steckdosen befinden sich eben meistens in Bodennähe. Weiterhin befindet sich entgegen der bisherigen Produktbeschreibung weder die Tasche, noch die Speicherkarte im Lieferumfang. Dies handelt sich um einen Fehler, die Beschreibung auf Amazon soll aber korrigiert werden.
Ist die Kamera erst einmal geladen, beginnt eine kurze Ersteinrichtung. Danach kann es auch schon losgehen. Das Display unterstützt den Benutzer durch eine klare Optionsanordnung. Im Auto-Modus übernimmt die Kamera alle Einstellungen selbst. Der Szene-Modus bietet in einem weiteren Auswahlfeld verschiedenste Optionen vom Portrait, über die Tier- und Landschafts- und Nachtaufnahme bis hin zum Sportfoto mit sich schnell bewegenden Objekten. Die Auswahl funktioniert bis hierhin wunderbar einfach, da es zu jedem anwählbaren Menüpunkt eine kurze Erklärung der Funktion im Display gibt. Wer mehr benötigt, drückt auf den Fragezeichen-Knopf und bekommt eine vollständige Einweisung in alle Feinheiten der Olympus.
Wer ein wenig tiefer in die Menüs eintaucht, entdeckt eine Funktion, die in der Produktbeschreibung nicht auftaucht, nämlich die Serienbildaufnahme. Hier werden in drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten Serienbilder erstellt. Aber auch ohne Serienbild ist die Kamera sehr schnell bei der Aufnahme, zwischen zwei Bildern vergehen kaum 3 Sekunden bis zum nächsten Bild. Der Begriff Schnappschuss ist hier endlich wieder Programm.
Für mich weniger interessant sind die zahlreichen Funktionen des Magic Modus. Hier stehen Modi wie Strichzeichnung, Pop Art, Lochkamera, Fish Eye oder Soft Focus zur Verfügung. Aber ich persönlich bearbeite ein Bild lieber am PC nach. Ich kann selbst auf dem großen Monitor der VR-340 nicht wirklich einschätzen, ob die Aufnahme in dem oder dem Modus gelungen ist oder doch lieber gelöscht werden sollte. Für Menschen ohne Bildbearbeitungsprogramm aber sicher eine schöne Sache. Etwas enttäuscht war ich vom Beauty Modus. Es gibt zwar einige nette Effekte, um beispielsweise die Haut reiner dazustellen, als sie eigentlich ist, aber auch hier gilt, dass ich das lieber im Nachhinein am PC bearbeite. Auch der Effekt, um rote Augen zu beseitigen, funktionierte nicht immer einwandfrei. Ist der Kopf leicht zur Seite geneigt, wird nur ein Auge bearbeitet, das andere bleibt rot.
Aber entscheidend ist bei einer Kamera am Ende immer die Qualität der Bilder und hier kann die Olympus fast ausnahmslos punkten. Die Farben werden klar dargestellt, ohne überzogen oder gar knallig zu wirken. Lediglich beim Zoomen ist ein leichtes Rauschen zu erkennen, d.h. das Bild erscheint leicht grobkörnig. Richtig stark sind die Makro Aufnahmen, also diejenigen, bei denen die Kamera nur wenige Zentimeter vom Objekt entfernt ist. Gespeichert werden die Fotos in 6 verschiedenen Formaten, vom A3 Ausdruck in hoher Qualität bis runter zur Aufnahme für das Web.
Der Zoom funktioniert hervorragend und selbst bei großen Weiten arbeitet die Bildstabilisation fehlerfrei. Ich hatte kein Bild, das durch zittrige Hände verwackelt gewesen wäre. Zu den ISO-Werten bleibt zu sagen, dass ab ISO 800 wirklich annähernd perfekte Lichtverhältnisse herrschen müssen. Der Videomodus funktioniert in HD-Qualität, ist aber leicht ruckelig und wirkt leicht verwaschen.
Wer sich im Urlaub oder auf der Familienfeier nicht mit zusätzlicher Fototasche abschleppen möchte, keine weitere Objektive benötigt, überschaubare und leicht zu bedienende Optionen braucht und obendrein kein Vermögen ausgeben kann oder möchte, ist mit der Olympus VR-340 gut bedient. Zu einem überschaubaren Preis bietet die kleine Kamera mehr, als es das schlichte Erscheinungsbild erahnen lässt. Profis haben sicher andere Ansprüche, aber ich brauche eine kleine Kamera, die in den Rucksack oder die Tasche passt, ohne dass mich das Gewicht schon nach kurzer Zeit zu nerven beginnt. Nebenbei muss sie schnell einsatzbereit sein und klasse Fotos machen. Und all das kann die Olympus.