Hallo,
Olympus bietet mit der VR-310 eine 10-fach-Zoom-Kamera zum Kampfpreis an. Sie ist ganz gut gelungen - das gilt für das Design wie für die Leistung.
Dennoch lassen sich einige Schwächen nicht verbergen.
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Design:
Die VR-310 ist modern konservativ im Design und für eine 10-fach-Zoom-Kamera sehr flach und handlich. Sie kommt vorne im Metallkleid hinten Kunststoff daher - hochwertig wie ich meine, erstaunlich für diesen Preis.
Haptik/Handling:
Durch die matte und metallische Oberfläche fühlt sich die Kamera sehr gut und wertig an. Die leichten Abrundungen an den Seiten lassen die Kamera 'weich' in der Hand liegen. Das fühlt sich zwar gut an aber man muss auch aufpassen, dass sie einem nicht aus der Hand gleitet.
Die Bedienelemente sind dort, wo ich sie erwarte, die Anordnung ist z.B. sehr ähnlich wie bei Nikon.
Die Griffhilfe auf der Vorderseite ist haptisch gesehen nur wenig hilfreich, sie ist ja auch nur angedeutet und besitzt keine Gummierung, um die Griffigkeit zu erhöhen.
Alle Schalter haben einen sauberen Druckpunkt, sind aber etwas klein - so viel größer kann es manch andere Kamere aber auch nicht. Qualitativ guter Eindruck.
Das Handling führt aber gerade bei einer Kamera mit großem Telebereich unweigerlich zu Problemen. Ich kann mit meinen mittelgroßen Händen die Kamera nicht richtig packen. Man merkt es dann am deutlichsten, wenn das Zoom voll im Telebereich ist. Die Kamera ist für ein derartiges Tele eigentlich zu leicht, zu wenig träge - ich betone hier aber, dass dieses Problem alle deratigen Kameras haben. Eine schwere DSLR ist mir hier 10-mal lieber.
Bedienung:
Die Bedienung der Grundfunktionen sind einfach und übersichtlich gestaltet. An-aus oben, ebenso der Auslöser, hinten die (üblichen) Bedienelemente: nur das allerwichtigste ist vorhanden: Auslöser zum Filmen, Bilder ansehen, Papierkorb zum entfernen nicht benötigter Bilder und der Menüeinstieg. Der Rest findet sich entweder im Menü oder in der angezeigten Bildleiste im Display. Schon das oberste Icon (normalerweise "P") zeigt, was alles versteckt ist an verschiedensten Effekt- und den üblichen Motivprogrammen - soviele an der Zahl ... das ich sie gar nciht aufzählen möchte. Normalerweise kann ich sehr gut auf die Motivprogramme verzichten, arbeite dann eher mit Zeit- und Blendenautomatik und einer entsprechenden Belichtungskorrektur. Das geht aber alles mit der Kamera hier nicht, so das man besser (oder zum Glück :-) entsprechende Motivprogramme auswählen kann - zum Beispiel für Nachtaufnahmen.
Display:
groß, hell aber nicht sehr fein auflösend, der Preisklasse sehr wohl angemessen.
Sehr gut: es können Hilfslinien eingeblendet werden, um den Horizont "einzupegeln" oder Architekturaufnahmen sauber auszurichten.
Weniger gut: Das Display verarbeitet nicht den automatische Weißabgleich, bedeutet - im Kunstlicht ist das Objekt bekanntlich stark rotstichig, das Bild hinterher ist gut korrigiert was den Weißabgleich angeht.
Menü:
Das Hauptmenü finde ich ganz gut gelungen. Für mich ist es einfach und übersichtlich. Alle üblichen und wichtigen Basiseinstellungen können vorgenommen werden, mehr braucht es ganz bestimmt für so eine Kamera nicht. Einzig die oben schon beschriebene Menüleiste im Display finde ich ungewohnt und etwas unübersichtlich. Die Motivprogramme werden mit ICONS eingeblendet, immer nur 3 Stück und dann heißt es nach links oder rechts durchklicken. Aber: jedes Icon und damit jedes Motivprogramm wird sauber erklärt. Das gilt auch für alle anderen Einstellungen in der Display-Menüleiste. Man kann sich daran gewöhnen.
Bildqualitäten:
14 MP - Kamera, in jeder MegaPixel-Größe ist ein wenig komprimiertes JPEG möglich - sehr gut. Ein Format in 16:9 ist möglich, in etwa entsprechend 3 MP im Vollbildmodus, was die Auflösung angeht. Video im 720er-Modus möglich, entweder 30 Frames oder 15.
Abbildungsleistung:
Ein 10-fach-Zoom ist eine Ansage, zumal für den Kampfpreis. Was hilft es aber, wenn die Abbildungsleistung derart schlecht wird, dass man die Kamera gar nicht mehr in die Hand nehmen möchte? Seien Sie beruhigt - es funktioniert - mit ganz ordentlichen Ergebnissen. Der eingebaute Bildstabilisator leistet durchaus gute Dienste. Das Antiverwackelsystem ist aber nicht andauernd aktiv. Das spart zwar Energie, dafür wird aber gerade im Telebereich das Bild im Display schon verdammt unruhig. Nikon z.B. stabilisiert auch hier das Bild. Man wackelt zwar deshalb nicht weniger aber bei der Olympus hab ich immer das Gefühl, ich muss mich zwingen, die Kamera noch ruhiger zu halten als einfach mal abzudrücken. Wie gesagt, die Bilder sind absolut ok hinterher.
Bildschärfe/-kontrast:
Das Objektiv zeichnet für diese Klasse gut scharf bei etwas flauem Kontrast vor allem im Telebereich.
Details:
Bei 24 mm spielt die Linse ihre volle Leistung aus. Bildmitte und Bildecken sind vergleichbar scharf einer Nikon P300 - eine Edelmini zum doppeltem Preis.
Grundsätzlich ist die Schärfeleistung am langen Ende immer etwas schlechter, so auch der Kontrast. Beides, Schärfe und Kontrast fällt bei der VR-310 bereits bei 100 mm Brennweite relativ stark ab im Vergleich zu 24 mm, die Schärfe läßt stärker nach als der Kontrast. Zum langen Ende hin ändert sich daran nichts mehr, im Gegenteil - manche Testaufnahmen zeigen für mein Auge in den Ecken wieder eine etwas bessere Leistung. Im Telebereich sind manche Details in den Bildecken nur noch ausreichend fein aufgelöst, der sog. Matsch ist es aber noch nicht. Im Gesamtbild fällt es zwar nicht so auf, unterstreicht aber meinen Eindruck, dass die Bilder ein wenig flau wirken.
Die Schärfeleistung ist übrigens erstaunlich gut im Makrobereich, was daran liegt, dass hier die 24 mm zur Anwendung kommen. Für den Super-Makro-Modus muss man bedenken, dass man extrem nah ans Objekt ran muss, mit allen Nachteilen (z.B. Abschattung).
Farben:
Die Farben sind ok, leider nicht ganz neutral. Für mich haben die Farben einen eher lebendigeren Touch. Das ist soweit in Ordnung und Geschmacksache, manchmal von Vorteil, manchmal aber auch nachteilig. Ein zwar nur leichter aber vernehmbarer Rotstich trübt aber ein wenig den Gesamteindruck.
Verzeichnung:
Die Verzeichnung ist wenn überhaupt nur gering und optisch richtig. Die Kamera verzeichnet bei 24 mm Brennweite ausserordentlich wenig (tonnenförmig). Es ist zwar noch vernehmbar, dennoch werden sich die Architektur und Städtefreaks über die geringen krummen Linien richtig freuen. 100 mm und am langen Ende bei 240 mm - nahezu verzeichnungsfrei - eine super Leistung!
Zentrierung:
Das Objektiv meiner Kamera ist sehr gut zentriert. Alle Ecken sind jeweils im selben aussagekräftigen Bild über alle Brennweiten in etwa gleich scharf. Die Unterschiede sind marginal in der Praxis.
Überstrahlung:
Das Objektiv überstrahlt, Lichtsäume an hoch-kontrastreichen Stellen werden z.T. deutlich sichtbar, am Bildrand relativ stark, in der Bildmitte sind sie auch noch leicht sichtbar bei hohen Vergrößerungen. Aber: eine Nikon S8000 kann es auch nicht viel besser. Die chromatische Abberation ist nun mal der Feind der langen Brennweiten, da müssen die Linsen schon sehr gut vergütet sein, um das zu minimieren. Bei Schön-Wetter-Aufnahmen trägt auch dieser Effekt zum allgemein optisch eher flauen Eindruck der Aufnahmen bei, bei Nachtaufnahmen werden Straßenlaternen zu kleinen Leuchtballons.
Bildrauschen:
... ist bei ISO 800 sichtbar aber durchaus noch erträglich. Im Hellbereich ist es ok, im Dunkelbereich etwas zu stark. Für die Preisklasse würde ich es als gut bezeichnen.
Belichtung:
Die Kamera tendiert eindeutig zu "hell" - leider. Wir reden hier nicht von stark überbelichteten Bilder aber "Schön-Wetter"-Aufnahmen wirken schlicht zu hell. Das kostet Details. Tendenziell sage ich mal +2/3 bis eine Blendenstufe. Korrekturen im Belichtungswert sind möglich (+/- 2 Blendenwerte). Ebenso verhält sich die Kamera bei Kunstlicht, die Bilder sind allesamt wieder etwas zu hell. Also - Belichtungskorrektur dauerhaft auf -1 Blende - dann passt es mir.
Autofokus- und Aulösegeschwindigkeit:
Der Autofokus ist eher langsam - und - er trifft das Objekt nicht immer sauber. Die Auslöseverzögerung ist bemerkbar, hält sich gerade noch so innerhalb der meiner persönlich gefühlten Toleranz, was insgesamt eine durchschnittliche Leistung darstellt.
Videomodus:
Nicht ausprobiert.
Zubehör:
USB-Netzteil ist vorhanden, Ladegerät keines. Alle üblichen Kabel sind da, ausführliches Handbuch und Olympus-Picture-Viewer Software gibts auf CD. Tasche: Fehlanzeige. Das Basic Manual ist zwar ausführlich nur ist alles verdammt klein gedruckt, sehr mühselig.
sonstiges:
* Stativgewinde an Board - aus Kunststoff - mittig angeordnet.
* Batteriefachdeckel schließt fest (wenn das zu leicht geht wird's echt ärgerlich).
* Normaler SD-Karten-Einschub.
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