Die Olympus TG-1 ist eine Kompaktkamera, die noch in die Hosentasche paßt, und bedingt durch das abgerundete Gehäuse mit kaum vorstehenden/kantigen Bedienelementen sich kaum festhakt. Das Objektiv fährt auch beim Zoomen nicht aus. Auch der Blitz bleibt versenkt. Mit 2 winzigen zusätzlichen (!) versenkten Schaltern macht man die beiden Schächte für Anschlüsse bzw. SD-Karte und Akku wirklich wasserdicht. Das sollte man nicht vergessen. Nach 1 Stunde Pool mit Tauchen bis 2m Tiefe drang nirgends Wasser ein und die Kamera funktionierte tadellos. Die Kamera besitzt einen Metallbody, der außen mit Kunststoffelementen teils verkleidet ist, sodaß man diesen (wie bei allen anderen Kameras mit Metallbody) nicht sieht. An der Unterseite wäre eine kräftige Gummierung, die Stöße auffängt und die Kamera noch rutschfester abstellbar macht, schön gewesen. Im Wasser ist die Kamera nicht schwimmfähig, sondern geht sofort unter.
Mit dem Standardgehäuse darf man schon bis in 12m Tiefe tauchen. Mit dem optionalen Tauchgehäuse bis 40m, Olympus PT-053 Unterwassergehäuse für TG-1. Weiterhin gibt es besonders nützlich für Unterwasser ein optionales Fish Eye Objektiv für einen weiträumigen Blick Olympus Fish Eye Konverter 130° (FCON-T01) für Unterwasserkamera TG-1 (bis 12m). Für eher Überwasseraktivitäten einen Telekonverter, der die Brennweite um den Faktor 1,7 verlängert Olympus Tele Konverter 14° (TCON-T01) für Unterwasserkamera TG-1 (bis 12m).
Das Display ist recht scharf, aber auch in hellster Stufe nur mäßig hell, sodaß man in heller Strandatmosphäre mehr erahnen kann als daß man wirklich sieht, was man gerade fotografiert. Eine Outdoorkamera, die häufig an hellen Stränden etc. eingesetzt wird, muß hier etwas mehr bringen. Unter Wasser erkennt man auf dem Display noch weniger.
Erwähnenswert oder vielleicht ein Gag (?) ist noch, daß die Software Katzen und Hunde bei der Erkennung unterscheiden können will und es eine entsprechende Anwahlmöglichkeit im Menü gibt.
Akku
Der Akku ist klein und leicht. Von der Kapazität mit 900mA her erscheint er gerade für eine Kamera mit GPS, das immer Strom "frißt", schwächlich dimensioniert. In der Praxis kann man aber mit über Nacht geladenem Akku problemlos einen Aktiontag durchfotografieren bzw. filmen, wobei ich über 300 Fotos erstellt habe und über 10 Minuten Film und das GPS durchgehend angeschaltet war bzw. der Monitor auf höchste Helligkeitsstufe lief. Erstaunlicherweise zeigt die Akkuladeanzeige am Tagesende noch halb voll. Beim Einlegen des Akkus muß man allerdings aufpassen, daß beim Ladevorgang die nicht allzu auffällige LED an der Oberseite leuchtet. Den Akku kann man ohne Widerstand auch "falsch" einlegen und nach einer Nacht an der Steckdose ist er so leer wie zuvor. Ebenso darf man im Urlaub das originale Ladekabel nicht vergessen, da es speziell für diese Kamera ausgelegt ist und man mit einem USB-Kabel nicht (!!) aufladen kann. Negativ ist hier auch eine fehlende Ladestation, in die der Akku eingelegt werden könnte. Beim Akkuladen bleibt der Akku in der Kamera. Man kann also auch nicht einen Zweitakku an der Steckdose laden und die Kamera weiterverwenden. Der Originalakku ist erfreulich billig wie es sonst nur Nachbauten sind.
GPS
Für den Outdoor- bzw. Reisefan ist GPS sehr praktisch, da man seine Reise und Aktivitäten nachverfolgen kann und dies auch schön auf Landkarten in den gängigen Fotoverwaltungen darstellen kann. Bei wolkenlosem Himmel, wie er am Strand sein sollte, wird die Position sehr schnell gefunden und verglichen mit Google Earth sehr exakt angezeigt. Benachbarte Sehenswürdikeiten bzw. Highlights werden für Europa als Orientierungshilfe im Display mit angezeigt. Man kann entscheiden, ob man nur Koordinaten oder auch die zugehörige Stadt, Bundesland etc. sehen will. Auch die Uhrzeit kann vom GPS aktualisiert werden. Über die Angabe der Höhe, z.B. aus Google Earth, kann auch der Luftdruck berechnet werden. Wegstreckenpunkte können in einstellbaren Intervallen abgespeichert werden und laut Anleitung dann auch in entsprechenden Programmen zur Routennachverfolgung übernommen werden. Da ich kein Tracker bin, habe ich das praktisch nicht probiert.
Bildqualität Foto
Verglichen wird mit einer Profi Canon Spiegelreflex 5D Mark II als Referenz sowie mit einer Canon S 95 Kompaktkamera im selben Preissegment wie die Olympus. Um es vorwegzunehmen, hier kommt leider einiges an Ernüchterung. Verschlußzeiten oder Blendenzahlen können nicht eingestellt werden, sondern Motivprogramme, von denen es allerdings recht viele gibt insbesondere für Unterwasseraufnahmen. Auch die Empfindlichkeit, der s.g. ISO-Wert kann zwischen Auto (empfehlenswert) bzw. 100-6400 ISO manuell gewählt werden. Ab ISO 3200 (Dämmerung) rauschen die Fotos merklich. Auch den Weißabgleich kann man manuell für eine Vielzahl an Beleuchtungsquellen einstellen. Hier ist man mit Auto gut beraten. Man kann einen individuellen Abgleich des Weißwertes sogar mit einer Testfläche durchführen. Die Anleitung rät aber hier zu einem weißen Papier, das zwar leicht verfügbar, aber fototechnisch problematisch ist. Profis nehmen eine Graukarte (Hellgrau), da "weiß" für jede Kamera als grau erscheint, und der Weißabgleich nicht 100% stimmen kann.
Die Bilder selber wirken ziemlich kantenangehoben durch die offensichtlch massive elektronische Filterung. Bei hohen ISO-Werten über 3200 in der Dämmerung dafür sehr breiig mit trotzdem deutlichem Farbrauschen (d.h. die deutliche Filterung in die andere Richtung nutzt hier nichts). Hier verändert die Kamerasoftware viel am Primärbild. Besser ist es dem Fotografen diese doch etwas gewöhnungsbedürftige Bildschärfe bei der Nachbearbeitung selbst zu überlassen. Das kann heute jedes Fotoprogramm, z.B. Lightroom, deutlich besser. Die Farben wirken selbst eher etwas stumpf, wobei der Displaymonitor selber ein leicht flaues und grünstichiges Bild zeigt. Die obigen Veränderungen, insebsondere die starke Kantenanhebung, sind auch mit guten Bildbearbeitungsprogrammen, wie Lightroom, nicht einfach korrigierbar, da die Olympus nur JPEGs und keine RAW-Bilder ausspuckt. Mit dem sehr kleinen 1/2,3''CMOS Sensor kann man auch praktisch nichts freistellen, z.B. bei Portraitaufnahmen. Insgesamt ziehe ich die beiden Canon Kameras deutlich vor. Fotobeispiele, die die Filterung zeigen, habe ich oben eingestellt.
Deutlich besser und absolut brauchbar sind die Unterwasserbilder (siehe Fotos oben). Sie geraten dort auch mit sehr hoher Trefferquote scharf.
Bildqualität Film und Serienbilder
Filme sind in HD mit 1080 P oder VGA mit 720P möglich. Wie bei allen Kameras ist, egal welche Speicherkarte man nimmt, die max. Aufnahmedauer auf 29 Minuten beschränkt. Die HD-Filme sind passabel. Besser erstellt man aber Filme nicht für den Heimfernseher, sondern für You-Tube-Anwendungen im kleineren Format. Unter Wasser filmt die Kamera einwandfrei mit exakter Fokussierung. Auch Zoomen während des Filmens ist möglich außer im "Aktionmodus". Das eingebaute Stereomikrofon ist nicht schlecht und produziert wie alle eingebauten Mikrofone leichte Nebengeräusche, z.B. beim Zoomen. Das ist aber nicht vermeidbar.
Interessant ist eine Zeitlupen-Serienbildfunktion mit reduzierter Auflösung und bis 100 Bilder in der Minute, die von guter Qualität sind.
Resumee
Auf jeden Fall Tip für den Strand- und Unterwasserfotografen insbesondere mit dem reichlichen Zubehör. Wer eine gute Kompakt- oder Bridgekamera oder vielleicht sogar eine DSLR gewohnt ist, wird von der Foto- und Filmqualität eher leicht enttäuscht sein. Vielleicht sollte man die doch noch im Urlaub mitnehmen?