Olympus E-PL3 DZ + 45mm
EINLEITUNG
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Seit einiger Zeit besitze ich schon eine Olympus E-30 mit den Objektiven Zuiko 14-54 mm II, Zuiko 70-300mm, und dem Zuiko 35mm Makro-Objektiv und war damit sehr zufrieden, wennauch diese Kombination nicht immer sehr transportabel war. Zwar war sie quasi immer dabei, aber dennoch haben mich die ersten PENs ziemlich interessiert. Verschiedene Dinge sprachen allerdings anfangs noch dem entgegen, wie der etwas langsame Autofokus und die unbefriedigende Situation an lichtstarken Objektiven.
Seitdem die neue 3er Serie der Olympus PEN Kameras herauskam stieg mein Interesse allerdings kontinuierlich, besonders mit dem äusserst attraktiv bepreistem M.Zuiko 45mm f1:1,8 und auch die Aktionen in verschiedenen Geschäften, die PENs auszuprobieren und gelegentlich das spezielle Olympus-geschulte Personal (im Gegensatz zur relativen Unbedarftheit der meisten normalen Verkäufer) mit allerlei dummen Fragen belästigen zu können haben dann letztendlich den entscheidenden Impuls für mich gegeben, diese Kamera zu erwerben. Warum die E-PL3 und nicht die E-P3? Weil für mich der klappbare Bildschirm um einiges praktischer ist, als der berührungsempfindliche Bildschirm der E-P3 und weil die E-P3 auch ein wenig mein Budget überreizt hätte. Glücklicherweise gab es zur beabsichtigten Konfiguration E-PL3 + M.Zuiko 45mm Objektiv die Doppelzoomobjektive geradezu hinterhergeworfen, weswegen ich da auch nicht nein sagen konnte.
ERSTE EINDRÜCKE:
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Nach dem Auspacken staunt man erst einmal über die wirklich geringe Größe der E-PL3 und der mitgelieferten Objektive. Wenn man große Hände hat, ist die Kamera hinter einer Hand zu verstecken. Die Objektive verschwinden in einer Hand, nur das 40-150 ist etwas länger. Ich habe mir die weiße Version geholt und mit den silbernen Objektiven wirkt diese Kombination sehr edel, wennauch die Doppelzoomobjektive etwas billig in Plastikausführung gehalten sind. Das 45mm Objektiv hat dagegen ein Metallbajonett und soweit es mein Tastsinn beurteilen lässt auch ein stabileres Gehäuse. Eine Besonderheit hat das M.Zuiko 14-42 II R MSC Objektiv zu bieten, es muss vor Benutzung erst ausgefahren werden, was mir anfangs einige Konfusion und entgangene Aufnahmen bescherte, aber wenn man den Dreh raus hat, ist das kein Problem mehr.
Die Empfindlichkeit des Sensors hat sich bedeutend gebessert und übertrifft nun meine E-30 bei weitem, selbst mit den Standardobjektiven kann man nun in lichtärmeren Situationen erheblich besser aufnehmen und hat zudem auch noch einen schnelleren Autofokus als mit der E-30. Die Geschwindigkeit mit der man nun Aufnahmen machen kann ist wirklich beeindruckend, besonders auch bei Serienaufnahmen! Ich hätte nicht gedacht dass es praktisch möglich ist, die Serienbildgeschwindigkeit meiner E-30 mit einer PEN zu übertreffen, aber so ist es! Doch dazu später mehr.
Mitgeliefert wird neben einer Bedienungsanleitung eine CD mit Software, ein kleiner Aufsteckblitz in einem niedlichen kleinen Täschchen und ein paar bunte Faltblätter mit Zubehör und einem an der Kamera angebrachten Bildkartönchen der auf die wichtigsten Eigenschaften hinweist. Sowie natürlich Akku, Ladegerät und diverse Meter Kabel und Kubikmeter Plastikverpackung.
Die Bedienungsanleitung hat den Umfang vorhergehender Versionen, ist aber dank dem Vorhandensein etlicher Sprachen statt tiefgreifender Informationen recht dünn gesät und enthält quasi nur eine Anleitung zum richtigen Zusammenstecken der Einzelteile und dann kommt nicht mehr viel. Äusserst wenig auf deutsch gesagt.
Die Bedienelemente sind für so eine kleine Kamera natürlich auch entsprechend klein geraten und mit etwas größeren Händen hat man ein klein wenig Probleme das auch entsprechend zu treffen.
Der Klappbildschirm dagegen funktioniert wunderbar, auch wenn er sich nicht zur Seite klappen lässt, so doch nach oben und unten, was extrem nützlich ist wenn man wie ich oft über Kopf oder nah am Boden fotografiert.
INTENSIVTEST:
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Nun ging es an den wirklichen Test der Kamera. In fast dunklen Situationen, bei Kerzenschein, in dunklen Kirchen, mit allen Objektiven. Die schon angesprochene erhöhte ISO Empfindlichkeit macht sich positiv bemerkbar, bis zu ISO 1600 geht die Kamera nach den Voreinstellungen und liefert rauscharme Bilder in wunderbar klarer SLR-Qualität, während die Kamera ISO Empfindlichkeiten bis hin zu ISO 12800 bietet, die allerdings (wie bei vielen anderen Herstellern auch) eher zu Marketingzwecken zu dienen scheinen. Für meinen persönlichen Geschmack kann ich die voreingestellte ISO Grenze allerdings ruhigen Gewissens höher schrauben.
In den um diese Jahreszeit (Winter, falls Sie das später lesen) schlecht beleuchteten Situationen, wie z.B. schlecht beleuchteten Kirchen mit noch schlechter beleuchteten Krippen, bei Kerzenschein abends oder beim erleuchteten Weihnachtsbaum, machten sowohl die Standardobjektive als natürlich auch besonders das lichtstarke 45mm Objektiv eine sehr gute Figur. Die Lichtstärke des 45mm Objektivs dürfte derzeit in der Olympus-Objektivpalette die einsame Spitze sein und es macht wirklich einen enormen Spaß damit zu fotografieren. Es gibt fast keine Situation mehr damit, in der man nicht mehr fotografieren könnte! Auch wenn die Naheinstellgrenze bei großzügigen 50cm liegt, kann man doch Objekte wunderbar freistellen (vom Hintergrund abheben der dann wunderbar verschwimmt) und kann sehr schöne Bokeh-Effekte zaubern, inklusive den hübschen Lichtkringeln von Beleuchtung im Hintergrund. Die anderen Standardobjektive sind zwar nicht lichtstärker als die Versionen für die Olympus-DSLR Kameras, aber mit der erhöhten Lichtempfindlichkeit der Kamera können auch diese in schlechter beleuchteten Situationen brillieren und bieten so eine gute Abbildungsqualität bei der man ausser bei der Lichtstärke nicht meckern kann. Auch sind alle Objektive tauglich für Filmaufnahmen, was in der Bezeichnung am Kürzel MSC zu erkennen ist.
Nachdem die Kamera mit den Objektiven bei Sonnenschein wie im Halbdunkel so brilliert hatte, kam nun der nächste Intensivtest für mich. Ich habe früher schon mit der E-30 gern schnelle Motive wie Züge (Eisenbahnfotograf), unberechenbare Motive (Vögel und Tiere) und das ganze auch gerne im Halbdunkel aufgenommen. Nun kam der große Test wie sich die E-PL3 dabei schlägt. Zuerst bei strahlendem Sonnenschein mit dem 14-42mm, was eine (im Vergleich zur E-30) atemberaubende Serienbildgeschwindigkeit ermöglichte. Mir bleibt selten die Spucke weg aber da war ich baff! Und der Autofokus hat alles haarscharf getroffen und hat sich keinen Schnitzer erlaubt! Euphorisch fotografierte ich bis ins Dunkel hinein weiter und wurde nicht enttäuscht, auch später als ich auf das lichtstärkere 45mm umstieg war dem Staunen kaum ein Ende zu setzen. So überzeugend arbeitet diese kleine Kamera, dass mir obgleich anfänglicher Skepsis wirklich erste Gedanken kamen die E-30 kaum mehr zu benötigen. An einem anderen Tag ging es weiter mit Tieren und Vögeln, die ebenso detailscharf wie sauber eingefangen wurden.
Der Autofokus im Serienbildmodus arbeitet, so kann man es am ehesten beschreiben, wie ein Trickfilm bei dem man gerade noch Einzelbilder erkennen kann, so schnell wirkt es auf mich. Man kann dank dieser Trickfilmschau dennoch jederzeit auf dem Bildschirm erkennen wohin sich das Motiv bewegt und mitziehen und die Kamera knipst fleißig weiter im Hochgeschwindigkeitsmodus. Später beim Überprüfen der Aufnahmen staunt man dann was in der kurzen Zeit diese kleine Kamera alles knackscharf eingefangen hat und hat nur noch das Luxusproblem welches der vielen gelungenen Bilder man behalten will.
EXTRAS:
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Neben vielen Motivprogrammen für fast jede denkbare Situation und einem intelligenten Automatikmodus mit sehr bedienerfreundlichen Einstellungen für ungeschlagene Nutzer (aber auch ich mache gerne davon Gebrauch weil es irre praktisch ist) bei dem man einfach anhand eines Reglers einstellen kann ob man z.B. den Hintergrund unscharf haben will oder nicht, die Sättigung oder den Farbton wärmer oder kälter haben will und einiges mehr, was erfreulich zeitsparend ist. Wer dies zu schätzen weiß und nicht den merkwürdigen Anspruch hat immer alles exakt selbst einstellen zu müssen (was weiterhin möglich ist) der wird dies vermutlich sehr schätzen.
Des weiteren gibt es eine - im Vergleich zur E-P3 leider beschränkte - Auswahl an Art-Filtern, die im Gegensatz zu meiner E-30 auch noch ein paar Effekte zusätzlich beherrschen, wie Sternenlichteffekt oder Bilderrahmen, aber teilweise auch einige Abstufungen bei den Effekten bieten. Insgesamt mag ich diese Art-Filter samt Effekten sehr, weil sie mir ermöglichen das Bild inklusive Format gleich so zu wählen wie ich es beabsichtige, ohne später die für mich nervige und zeitraubende Bearbeitung am Computer machen zu müssen. Ich kann mich damit voll und ganz auf die Bildaussage und das Bild selbst konzentrieren und bin damit bereits fertig während andre sich noch ans Bearbeiten machen müssen.
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