Begleitend zu meiner Video-Rezension hier noch zusätzliche Informationen und Gedanken zur Olympus SZ-30MR:
Nachdem ich bei der
Olympus SZ-20 schon bewunderte, wie viel Brennweite und Technik in einer solch kleinen Kompaktkamera unter gebracht worden sind, setzt die SZ-30MR nochmals Einen oben drauf.
25 bis 600mm Brennweite scheint ein nur unter großen Kompromissen möglicher Zoomfaktor zu sein und entsprechend gruselig fielen auch die Ergebnisse bei diversen Super-Zoom Kameras und Herstellern aus. Doch die Optik der SZ-30MR meistert diesen Spagat erstaunlich gut und liefert brauchbare Ergebnisse ab. Dabei bleibt sie erstaunlich kompakt!
Den Bildstabilisator merkt und hört man bei jeder Aufnahme deutlich, aber er funktioniert und die freihändig erzielten Ergebnisse überzeugen. Ohne Stativ, ohne anlehnen, einfach draufhalten. Die Kamera sucht intelligenter Weise bei hohen Brennweiten nach kurzen Belichtungszeiten und dreht dabei nur moderat am ISO Wert. Dieser kann aber auch im P-Modus vom Fotografen einfach und schnell selber fest gelegt werden. Ausreißer in der Automatik sind aber recht selten. Und selbst bei höheren ISO Werten sind die Ergebnisse aus Sicht einer Kompaktkamera durchaus brauchbar. Dies mag auf den Bildprozessor zurück zu führen sein, der mit dem kleinen Sensor und der sehr hohen Packdichte zurecht kommen muss.
Auch in der SZ-30MR arbeitet ein rückwärtig belichteter 16 Megapixel Sensor. Wobei 10 MPx meiner Überzeugung nach völlig reichen würden und dem Bildergebnis sicher positiv zusprechen würde. Insbesondere, da der Sensor mit 1/2,3" gerade einmal ca. 6x4,5mm misst. Anders ist diese kompakte Bauform der Kamera allerdings auch nicht zu erreichen.
Die Bilder landen als JPEG Dateien und mit rund 6,3 MB pro Bild (Komprimierung Fein) bzw. 3,5 MB pro Bild (Komprimierung Normal) auf der Speicherkarte. Einen gravierenden Unterschied zwischen beiden Methoden stellt man übrigens nicht, einen Wahrnehmbaren erst bei näherem Hinsehen und direktem Vergleich fest.
Auf eine Art ist das fertige Ergebnis daher schon erstaunlich gut, welches am Ende des Prozesses auf dem Monitor zu sehen ist.
Im direkten Vergleich schneidet die SZ-20 manches mal einen Hauch besser ab, dies scheint aber eher nur durch mehr Kontrast bei dunklen Linien und Kanten der Fall zu sein.
Im Grunde gleichen sich beide Kameras sehr. Auch bei der SZ-30MR überlagert manches mal ein leichter Schleier, die Details vermatschen an und ab ein wenig aufgrund der hohen Pixeldichte.
Bei der Beurteilung der besten Ergebnisse konnte ich mich nicht durchringen: Mal gewinnt der iAuto-Modus, mal der P-Modus, mal die vorgewählte Szene im Szenen-Modus.
Der Weißabgleich arbeitet recht zuverlässig, auch wenn sich drei, direkt hintereinander geschossene Aufnahmen ein wenig unterscheiden können.
Aber was soll's? Dank großer Speicherkarten ist es unverfänglich einfach öfters den Auslöser zu betätigen und sich am Ende das beste Ergebnis zu sichern.
Und die Anzahl der guten Ergebnisse überwiegt hier deutlich. Das habe ich bei anderen Kameras dieser Kategorie (und teureren Modellen) schon deutlich schlechter gesehen.
Die SZ-30MR bietet wie ihre kleine Schwester viele automatische und kreative Funktionen. Etwas dicker, einen Hauch größer, dafür auch mit deutlich mehr Tele und dem Multi-Recording Feature. Aber wozu braucht man dieses?
Ein Anwendungsbeispiel: Sie filmen auf einem Konzert oder einer Show (wenn es erlaubt ist) und wollen auch einige Fotos machen. Früher mussten Sie die Videoaufnahme beenden, das Foto schießen und anschließend wieder die Videoaufnahme starten.
Mit der SZ-30MR können Sie während des Filmend zwei (2) 16MPx Fotos schießen, während das HD oder FullHD Video in exzellentem Stereo Ton weiterhin aufgezeichnet wird. Bei "normaler" Komprimierung sind es vier (4) Fotos je Film und wenn Sie die Auflösung auf 8 MPx reduzieren steigert es sich auf 4 bzw. 8 Fotos, die gleichzeitig festgehalten werden können.
Die Fotos werden im Pufferspeicher der Kamera gehalten und am Ende des Videos auf die Speicherkarte geschrieben.
Außerdem können Sie zwei Fotos oder Videos in unterschiedlicher Auflösung (z.B. Full HD und VGA) gleichzeitig speichern und dabei sogar den Magic Art Filter nutzen.
Die sehr guten Mikrofone sind nicht mal den Einsteiger PEN-Serien aus dem gleichen Hause vergönnt. Die Ausgabe erfolgt als MP4 Video-Datei, welche von diversen Fotoprogrammen direkt verstanden wird (im Gegensatz zu AVCHD). Es ist platzsparend und kann gut bearbeitet werden.
Die Qualität ist sehr gut, der Zoom-Motor arbeitet verlangsamt, ist aber leider etwas hörbar. Es hält sich jedoch in erträglichen Grenzen.
Lediglich der permanente, nicht abschaltbare Tracking-Autofokus vermiest einem das Videovergnügen das ein oder andere mal. Dann aber gleich gehörig.
Öfters weiß die Kamera nicht, welches Motiv zu fokussieren ist und verliert sich in Unschärfe, aus der sie nicht wieder heraus findet.
Ich habe dazu auch einen User-Request an Olympus gesendet, den Tracking-AF bitte in einem weiteren Firmware-Update abschaltbar zu gestalten. Hoffen wir, dass es Früchte trägt.
Mit einem Touchdisplay wären solche Situationen jedenfalls schnell bereinigt, aber dies fehlt der Kamera leider. Was in Anbetracht des UVP auf meine Negativ-Liste kommt. Wie schon bei der kleineren Schwester fehlt es der SZ-30MR an diversen Eingriffmöglichkeiten. So kann weder Blende, noch Belichtungszeit direkt vorgewählt werden. Ebenfalls kann keine Anpassung der Farben vorgenommen werden. Die Kamera gibt die für Olympus sehr typischen, lebendigen und warmen Farben aus und damit muss man dann leben.
Alles in Allem ist die SZ-30MR also ebenso wie die SZ-20 eine reine Knipser Kamera. In diesem Fall für den ambitionierteren Knipser, der bereit ist etwas tiefer in die Tasche zu greifen und sich dafür den Kreativen Spielraum mittels doppelt so hoher Brennweite (600 statt 300mm gegenüber der SZ-20) und dem Multi-Recording Feature deutlich zu vergrößern.
Vielleicht ist sie auch für denjenigen, der neben seiner Systemkamera noch einen kleinen Super-Zoomer dabei haben will einen Kauf wert. Kompaktere 600mm die dabei auch noch ein brauchbares Ergebnis liefern wird es kaum geben. Für mich stellt sie das jedenfalls dar.
Bei der Akkulaufzeit gibt es wenig Neues zu berichten. Ca. 120 Fotos und einige Videos, dann sollte Ersatz eingesteckt werden. Man kann die Kamera zwar an jedem USB Anschluss nachladen, doch in dieser Zeit nicht benutzen. Ich wünsche mir sehr, dass die Hersteller dazu übergehen Ladegeräte mit USB-Port und Ladeschale anzubieten um beide Möglichkeiten zu haben. Der Kauf eines oder mehrerer weiterer LI-50B Akkus ist also ratsam.
Der ausklappbare Blitz ist für Innenraum-Aufnahmen ausreichend und erhellt ca. 3m die Szenerie.
Auch wenn ich ob der fehlenden Eingriffsmöglichkeiten, der billigen Plastikabdeckung und der etwas mageren Ausstattung in Anbetracht des UVP eher zu drei Sternen, also "nicht schlecht" tendiere, gebe ich der SZ30-MR vier Sterne. Sie hat mich mit damit überzeugen können, dass sie in der Lage ist mit ihren mitgelieferten Möglichkeiten auch brauchbare Ergebnisse zu erzielen und nicht nur den blanken Technikwahn zu befriedigen. Als Angebot sicher einen Kauf wert, mit dem man viel Freude haben kann.
Die von mir gekauften Exemplare der SZ-30MR und SZ-20 haben jedenfalls sehr glückliche Abnehmer gefunden. Die neuen Besitzer freuen sich über gute Fotos, eine kompakte Baugröße und einen riesigen Zoom.
Sollten noch Fragen offen sein, so zögern Sie nicht diese in den Kommentaren zu stellen. Auch Anregungen, wenn Ihnen etwas nicht gefallen hat, sind gerne gesehen.