Ich habe mir die SP-550-UZ trotz der vielen skeptischen und eher negativen Berichte zugelegt, weil ich eine Kamera suchte, die möglichst kompakt ist, ein großes Zoom hat, 28mm Weitwinkel und einen möglichst guten Bildstabi haben sollte. Alle diese Eigenschaften hat diese Kamera und sie ist auch in der Bedienung sehr praktisch. Ich kann sie auch gut einhändig handhaben und auch mal ganz diskret fotografieren, wo es erforderlich ist. Grundvoraussetzung dafür ist schon mal, daß der Blitz absolut sicher ausgeschaltet bleibt und das ist hier der Fall, denn den muß man mit einem separaten Druckknopf ausklappen. Das erscheint so Manchem umständlich, für mich ist es Sicherheit, die mir so manche Peinlichkeit erspart. Das 18-fach Zoom wird von etlichen Experten mitleidig belächelt- "kann ja nix taugen, hat starke Kissenverzerrungen" usw. Also wenn ich mir eine Spiegelreflex gekauft hätte, mit Qualitätsoptiken verschiedener Brennweiten, dann hätte ich wesentlich bessere Optikeigenschaften. Aber die Unterschiede wie Preis und Gewicht brauche ich sicher nicht erwähnen.
Ich meine aber, daß es gar nicht nötig ist, sich in der Richtung Gedanken zu machen, denn ich finde daß das 18-fach Zoom den Olympus-Leuten wirklich gut gelungen ist. Ich habe schon unzählige Aufnahmen in allen Brennweiten-
Einstellungen gemacht, ich bin mit den Makroaufnahmen sehr zufrieden und die Qualität der Aufnahmen mit Maximaltele (504mm auf KB umgerechnet)ist durchaus in Ordnung. Wer daraus ein Poster drucken will, wird mir vorrechnen um wie viel besser in der Auflösung die Kamera X und Y ist, aber zum einen will ich nie so große Bilder drucken und wenn, dann werde ich sicher nicht im Leseabstand davor stehen. Und die Verzerrungen in der WW-Einstellung sind nicht zu übersehen, aber für ein entsprechendes Bildbearbeitungsprogramm ist das kein Problem. Auch das mitgelieferte Programm erledigt das. Der Blitz geht mit den Gesichtern nicht so brutal um, wie es bei so manch anderem Apparat der Fall ist und wer es eilig hat mit dem Motiv erhaschen, kommt m.E. auch zurecht. Das ist auch so ein Punkt, wo ich schon in etlichen Beurteilungen gelesen hab, diese Kamera wäre für Schnappschüsse untauglich. Das stimmt dann, wenn ich z.B. eben ein Objekt mit starker Teleeinstellung angepeilt hatte (Auslöser auf Druckpunkt, AF hat sich eingestellt) und dann will ich die Katze beim Spiel mit dem Wollknäuel im Nahbereich knipsen. Dann würde sich der etwas träge wirkende Zoomantrieb unangenehm bemerkbar machen. Wenn ich aber, (was meistens der Fall sein dürfte) schon vorsorglich eine zu erwartende Entfernung mit dem Auslöserdruckpunkt speichere, geht die Sache wesentlich flotter vonstatten.
Und wenn ich es noch schneller haben will, dann schalte ich auf Manuellfokus, stelle eine Entfernung von 2-3m ein und die Blende auf 8.
Das war schon zu Analogzeiten ohne Autofokus ein bewährtes Rezept.
Was die Schärfe der Aufnahmen betrifft: Besonders vergrößert betrachtet erscheinen sie etwas weich gezeichnet. Ich mag aber lieber richtig scharfe Umrisse und deswegen hab ich im Menue die Einstellung der Schärfe auf den Wert +5 gestellt. Ich habe deshalb noch keine überbetonten Kanten bemerkt, auch nicht bei starker Vergrößerung der Bilder. Wenn ich dagegen die Einstellung auf 0 (Werkseinstellung) lasse und die Bilder mit der Software im PC schärfe, dann bekomme ich diese Überbetonungen. Das macht also die Olympus mit der internen Software viel besser.
Was oft noch von Anderen bemängelt wird, ist die Einschalt- und Auslösezeit. Ich kann bestätigen, daß die SP-550-UZ zu den langsamerem Exemplaren gehört, aber ich empfinde beides nicht zu langsam. Ich benutze auch die Fuji F-30, die in diesen Punkten wesentlich schneller ist. Wenn ich einen Schnappschuß verpasst habe, war die Oly jedenfalls nicht dran schuld.
Alles in Allem bin ich mit der Kamera sehr zufrieden, den einen Stern Abzug (lieber wäre mir ein Halber) mache ich, weil die ISO-Einstellungen von 3200 und 5000 etwas vortäuschen, was kaum zu verwenden ist. Aber ich habe auch ohne diese Einstellungen gute Fotos in sehr dämmerigen Räumen gemacht. Und eines muß ich den Konstrukteuren zu gute halten: Sie lassen die Kamera in keiner Automatikeinstellung vorschnell in die hohen ISO-Bereiche gehen (was mich bei der Fuji F-30 schon oft geärgert hat).