...so oder ähnlich könnte es lauten, wenn man einen reellen Testericht überschreiben sollte! Die Meinungen der Test's zu diesem Model von OLYMPUS gehen so auseinander, daß ich mich, zusammen mit einem Fachfotografen aus dem Bereich der Digitalfotografie, über die Kamera "her gemacht" habe - kurz: ich wollte es wissen!
Siehe da, OLYMPUS hat seine Hausaufgaben doch gemacht.
In der AUTO-Funktion und den doch interpolierten möglichen 7Mio Pixeln (welche sich dann der ISO-Zahl im AUTO-Modus anpasst) tritt ein leichtes Bildrauschen im Display zwar auf, bei Ausdrucken oder Bildbestellungen waren diese jedoch kaum sichtbar. Auch sog. "Hot-Spots" liefert die Kamera am Tage oder bei ungünstigen Tageslichtverhältnissen (am Besten in dunklen Bereichen zu erkennen) nicht! Lediglich bei extremen Nachtaufnahmen kann dieser Effekt auftreten, aber damit haben alle Kameras zu tun, da einfach der CCD-Sensor sich zu sehr "aufheizt" und dies dann so auswertet.
In Puncto "schwacher Blitz" muß ich sagen, eine bessere Blitzleistung als bei dieser Kamera habe ich bislang noch nicht gesehen! Souveräne Ausleuchtung bis in die kleinsten Ecken bei bis zu 10m, sogar mit Bildstabilisator (hier wird jedoch in der Anleitung explizit darauf hingewiesen, daß die Nutzung des Stabilisators eine ISO-Wert-Anpassung nach sich zieht, was ein leichtes Bildrauschen bewirken könnte). Hier schafft eine kurze Programmierung eines eigenen Blitzprogramms, unter einer der vier wählbaren "My"-Modis, abhilfe: Rauschunterdrückung EIN, Stabilisator AUS, Blitzintensität +0,7 und ISO auf 100 stellen! - Ja, auf 100. Auch wenn die Kamera es schafft locker bis 4000 ISO zu "Puschen" - das Ergebnis geht zu Lasten des Bildes in der Körnigkeit (würde man bei Analog sagen) - also, Fotoschulen 1x1 einfach auch hier übertragbar.
Die Bildauflösung sollte man auf gute 3,1Mio Pixel einstellen, da man hier die optimale Auslastung der Pixel im Bild abdeckt.
Diese Einstellung bringt bei Blitzsituationen die besten Ergebnisse für optimale Ausdrucke bis Format A3.
Was die Angaben der Blitzreichweite mit knappen 5m angeht muß ich sagen, bis dahin funktioniert die "Rote-Augen-Reduktion" einwandfrei. Alles was darüber hinaus geht, wird nicht mehr ausreichend vorgeblitzt, aber dafür sehr gut ausgeleuchtet. Jedoch kann dieser Effekt der roten Augen im Anschluß direkt auch an der Kamera bearbeitet werden. - Und das funktioniert sogar tadellos!
Tageslichtaufnahmen gelingen ähnlich: Nutzung des Modus P! Auch hier gilt: den Stabilisator ausschalten und Rauschunterdrückung EIN. Für die Nutzung des Blitzes kann man noch verschiedene Varianten abspeichern und erzielt somit perfekte Ergebnisse.
Weißabgleichprobleme, wie sie bei anderen Kameras auftreten können, meistert die SP-510 UZ tadellos. Natürliche Farben im AUTO-Modus, direkte Farben im Modus P und will man selbst eingreifen - bitte sehr, hierfür einfach mit der Blende oder der Zeit spielen und schon klappts.
Die Kamera verzichtet bewußt am Programmwahlknopf auf diverse direkt-Szenenprogramme. Diese sind unter der Einstellung SCN in bis zu 21 verschiedenen Modi zu finden. Aber dann gilt: Ideal für Schnappschußfotografen, für die es "schnell" gehen soll... Der ambizionierte Fotograf kann und sollte sich hier auf die leicht programmierbaren Menüpunkte konzentrieren und dann gibts keine Probleme mit den Bildern.
Früher war Kreativität auch nicht durch nen AUTO-Modus geprägt :o)
Ein kurzes Manko, aber verschmerzbar, ist die gedruckte Anleitung. Knappe 30 Seiten führen den Anwender ein in die Kamera. Doch wer es bis ins Detail mag, sollte die Anleitung auf CD-Rom nutzen und einfach Seite für Seite mit der Kamera durchspielen. Das Ergebnis dieses "Exkurses" bringt dann eben entsprechende Erfahrungswerte für optimale Ergebnisse mit, welche wir beim Test machen konnten.
Ideal: Die Kamera unterstützt RAW-Format-Speicherung und vor allem im Blitz-Modus die Nutzung eines Slave-Blitz-Gerätes, welches ohne Blitzschuh über eine Schiene angebracht, einfach synchronisert werden kann. (Für alle diejenigen, den der eingebaute Blitz wirklich zu schwach sein sollte, obwohl das nach den Tests nicht zwingend so ist).
Noch ein Hinweis zur Farbtreue. Auch hier brilliert die OLYMPUS in allen Facetten. Auch bei Nachtaufnahmen bleibt Natürlichkeit erhalten. Alles in Allem top in jeder Beziehung.
Abschließend ist zu sagen, daß natürlich noch ein paar "Spielerein" in der Kamera intergriert wurden. Bildbearbeitung, Panoramafunktionen (mit entsprechender xd-Card von OLYMPUS), Zuschnitte, Albumfunktionen, Video, Diashow mit Überblendfunktionen und wählbarer Musikbegleitung...
Fazit: Eine Kamera für den ambizionierten Fotografen, der ins Geschehen mit eingreifen kann und auch sollte. Wer doch die Schnelligkeit mag, kann im AUTO-Modus schnelle Fotos sein Eigen nennen oder auch den Foto-GUIDE (ebenfalls wählbar) zu Rate ziehen und darüber fotografieren. Jede Einstellung wird über das ideale, große praktische Display auf Wunsch angezeigt und ist auch somit leicht zu handhaben für Anfänger. Ebenfalls praktisch: der geringe Stromverbrauch! Eine Kamera, die zur Hausmarke OLYMPUS steht und hält, was sie verspricht. Schnelltest's bringen oft nur oberflächliche Ergebnisse zu Tage. Hier wurde sie in einigen Punkten klar verkannt: denn in der Tiefe liegt ihre Kraft und die nutzt sie, wenn man sie "läßt", auch voll aus!