Ich habe die Olympus E-420 inkl. der Objektive 14-42mm, 40-150mm und 25mm.
Kaufentscheidend waren für mich:
-die kompakten Abmessungen der Kamera UND der Objektive sowie das geringe Gewicht
-der vergleichsweise geringe Preis
-die hohe Qualitätsanmutung (Design & Verarbeitung)
Nachdem ich die Kamera nun schon einige Wochen benutze kann ich mir langsam ein Urteil erlauben. Die übrigen Rezensenten haben bereits Vieles und viel Richtiges über diese Kamera sowie über die Bildqualität geschrieben. Ich möchte einige Punkte ergänzen. Es handelt sich zwar ausschließlich um Kritikpunkte, aber Sie sollten das nicht missinterpretieren: Ich finde die Kamera trotz allem gut!
Portraits
Überlegen Sie Sich, wofür sie die Kamera brauchen. Aufgrund hier nicht näher zu erörternder physikalischer Gegebenheiten ist es für Normalnutzer wie mich, und vielleicht auch Sie, mit dieser Kamera und den "herkömmlichen Objektiven" (s.o.) eher schwierig, Portraits derart zu gestalten, dass der Hintergrund schön verschwimmt, während die Person scharf ist (sog. Bokeh). Das können Kameras anderer Hersteller mit größerem Sensor wohl besser bzw. Sie müssten hierfür zusätzlich ein besser geeignetes Olympus-objektiv anschaffen (z.B. 50mm)
Situationen mit wenig Licht
Die Kit-Objektive sind gut, aber für Situationen mit wenig Licht nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Ein (nicht vorhandener) Bildstabilisator würde die Ergebnisse verbessern. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang auch, dass die Kamera in dunklen Umgebungen das Blitzlicht vor der Auslösung nutzt um fokussieren zu können (statt eines roten Hilfslichtes wie bei anderen Herstellern). Das kann wirklich sehr störend sein.
Live View
Die Live-View-Funktion klingt beeindruckend, ist aber trotz allem bei weitem nicht so praktikabel wie bei einer Kompaktkamera, da der Spiegel vor der Auslösung anscheind immer erst umklappen muss. Im Ergebnis hat man eine, nach meinem Dafürhalten, recht lange bzw. inakzeptable "Auslöseverzögerung". Ich nutze jetzt wieder den Sucher.
Welches Kit sollte man nehmen?
Das 25mm Pancake-Objektiv ergibt mit der Kamera eine vergleichsweise kompakte DSLR-Kombination. Allerdings haben Sie mit dem Pancake keinen Zoom und der Bildausschnitt ist nicht für jede Situation gut geeignet. Die Abbildungsqualität dieses Objektivs ist zudem m.E. nicht besser als bei dem 14-42er Zoom. Und für den Preis allein des 25mm Pancake bekommen Sie bereits eine Kompaktkamera. Die können Sie dann tatsächlich in die Tasche stecken, was mit der 420 trotz ihrer "relativen" Kompaktheit leider nicht so gut geht.
Ich persönlich finde das Double-Zoom-Kit am sinnvollsten. Die enthaltenen Objektive sind gut und sehr leicht und kompakt.
Wem es weniger auf das Gewicht ankommt, der kann die Kamera auch einzeln kaufen und dazu das hervorragende 14-54mm oder 12-60mm. Über das 17-45mm kann ich nichts sagen, das kenne ich nicht.
Randbemerkung: Die günstigeren Objektive funktionieren im manuellen Modus übrigens alle nicht mechanisch sondern "by wire". D.h. wenn die Kamera aus ist, kann man nicht offline damit herumzoomen um vorab verschiedene Bildkompositionen zu testen.
Der Sucher
Der Sucher ist kleiner als bei vielen anderen DSLR-Kameras. Wie groß dieser Nachteil ist, muss jeder für sich entscheiden. Es gibt aber eine "Sucherlupe", die man statt der Augenmuschel anstecken kann, die das Sucherbild um den Faktor 1,2 vergrößert.
Das schlechteste Foto ist übrigens das, was erst gar nicht geschossen wurde. Abschließend möchte ich daher noch betonen, dass die Kamera mich aufgrund ihrer einfachen Bedienung und der hervorragenden Verarbeitung immer wieder anlockt und zum Herumspielen bzw. Fotografieren einlädt. Was könnte man lobenswerteres über eine Kamera sagen?