Dies hier ist keine belastbare Rezension. Sowas geht, denke ich, erst nach einem Jahr oder so. Sie richtet sich vor allem an Leute, die den Four Thirds Standard schon haben und schätzen. Ich wäre auch gar nicht in der Lage, die E5 mit Systemen wie Canon oder Nikon zu vergleichen. Hier trotzdem ein paar Punkte, zu denen ich etwas sagen kann:
Das erste, das auffällt, ist, dass die E5 endlich ein zeitgemäßes Display hat. Sehr gut!
Diese Änderung ging ein klein wenig zulasten der gewohnten Anordnung der Bedienelemente. Hier denke ich, wenn Olympus die schon angefasst hat, hätten die Konstrukteure versuchen können, die gesamte Bedienung etwas weniger filigran zu gestalten, man muss nach wie vor die Kamera absetzen und genau hinschauen, wenn man schnell eine Einstellung ändern will. Weniger gut!
Die Bildqualität scheint scheint sich, im Vergleich zur E3, verändert zu haben. Die Bilder machen einen schärferen Eindruck, starke Kontraste und Lichtunterschiede werden lebhafter widergegeben. Mit der E5 scheint es einfacher zu sein, gute Fotos zu machen. Schade?
Die Kamera macht einen sehr robusten Eindruck, das Feeling hoher Qualität, Haltbarkeit und Funktionalität hat sich im Vergleich zur E3 nicht verändert. Lediglich an bestimmten Details wurde gespart (z. B. Verriegelung des Kartenslots, der Akku rastet nicht mehr so klar ein, die Anschlüsse für USB, HDMI usw. sind nur noch durch ein Kunststoff"dings" abgedeckt). Musste wohl sein?
Gut ist auch, dass neben der CF auch eine SD-Karte reinpasst, vielleicht wirft Olympus sein eigenes Kartenkonzept endlich über Bord ...
Es gibt für den Four Thirds Standard wirklich gute Objektive und ich denke, diese Kamera erschließt deutlich mehr von deren optischem Potenzial als die Vorgängerin, aber das ist mein subjektiver Eindruck, mehr nicht ...
Eine Frage, die ich mir, wenn ich heute vor der Systemwahl stünde, stellen würde, ist folgende:
Wie geht es weiter mit Four Thirds? Panasonic ist weg, Leica ist weg, Olympus setzt mit den Micro Four Thirds Spielsachen fast nur noch auf die Lifestyle-Schiene und Sigma baut a) viel Schrott und b) immer weniger Four Thirds - kompatiblen Schrott. Sollte man da heute tatsächlich auf das System setzen, so phantastisch es derzeit auch ist?
A propos Spielsachen: Der Videomodus ist so überflüssig und umständlich, dass es mir schwerfällt, politisch korrekte Vokabeln dafür zu finden. Aber Schwamm drüber, man muss ihn ja nicht nutzen.
Für Leute, die vor der Systemfrage stehen, noch einige ganz simple Erkenntnisse:
Aufgrund des kleinen Sensors und der daraus resultierenden guten Ausleuchtung durch gute Objektive, ist die Bildquqlität ab Blende 3,5 auch am Rand top, keine Randabdunklung oder -unschärfe zu erkennen (fotgrafieren Sie einfach eine weiße Wand, da braucht man kein Labor ...)
Die Brennweite wird wegen der Sensorgröße im Vergleich zum Vollformat verdoppelt, das heißt, das System eignet sich hervorragend für alles, für das man sehr gute, erschwingliche Teleobjektive braucht (Tierfotographie, geheimdienstliche Observierungsdokumente etc.)
Für alle, die gerne mit einem wirklich guten Weitwinkel arbeiten möchten, wird es richtig teuer, da sind andere Systeme mit größerem Sensor geeigneter.
Die Tiefenschärfe eines Four Thirds Fotos ist doppelt so groß, wie die eines Vollformat-Sensors. Wenn sie also in jedem Fall viel Tiefenschärfe brauchen, ist Four Thirds super, wenn sie (z. B. bei Portraits) gern mit der Tiefenschärfe spielen, ist möglicherweise ein anderes Format geeigneter, ich kenne den Vergleich nicht ...
Kaufempfehlung? Die Kamera ist die beste Olympus, die ich kenne (so viele kenne ich aber nicht ...) und, wenn man Objektiv(e) und anderes Zubehör schon im Four Thirds Standard hat, eine richtige Anschaffung. Wenn man sich sicher sein könnte, dass es mit Four Thirds weiterginge, wäre das System sicher auch im Vergleich mit anderen eine sehr gute Wahl. Und ja, die E5 ist eine Top-Kamera und wenn sie sich als genauso robust erwiese und solange hielte, wie die E3 (ich hoffe, das ist so ...), wäre sie ihren Preis allemal wert.