Ich habe lange überlegt, welche digitale Spiegelreflex die Richtige für mich ist. Eigentlich war ich immer eingefleischter Canon-Nutzer (analoge EOS KB-Spiegelreflex, 2 digitale PowerShot A75, A590 - Kompaktkameras). Bei durchschnittlich 5-10tausend Fotos im Jahr, bin ich hinsichtlich Haltbarkeit der Kameras, Bildqualität und Bildgestaltung seit einigen Jahren an meine Grenzen gestoßen und es mußte endlich etwas Vernüntiges her. Nach langen Suchen, Vergleichen und Ausprobieren hatte ich mich im Herbst 2009 für die Olympus E-520 als Double-Zoom Kit entschieden. Eine sehr gute Wahl, die ich bis jetzt nicht bereut habe, da es zu diesem Preis und dieser Qualität nichts vergleichbares gibt auf dem Markt. Da ich aber nun zur E-520 zwei Objektive (14-42, 40-150 = 28-300 KB Brennweite) mitgekauft habe (eigentlich geschenkt), wurde mir nach einigen tausend Fotos der Objektivwechsel etwas lästig und umständlich. Von Anfang haben mir die kleinen, leichten und sehr handlichen E-420/E-450 gefallen, nur der fehlende Bildstabilisator und die wenigen Direktfunktionstasten hielten mich vom Kauf ab.
Im Januar hatte ich mich dann doch entschlossen und habe mir die E-450 als Zweitkamera-Body für das 14-42 Objektiv bei Amazon geholt und bin restlos begeistert. Diese Kombination ist auf dem Markt hinsichtlich Bild-u. Verarbeitungsqualität, Austattung, Handlichkeit und geringes Gewicht, mit diesem Preis- Leistungsverhältnis kaum zu toppen. Tolles Teil mit einem herausragendem Design. So klein und knuffig, dass man sie garnicht mehr aus der Hand legen möchte. Von der Größe und dem Gewicht nicht mehr als eine Bridge-Kamera. Ideal für unterwegs und auf Reisen. Inzwischen fotografiere ich mit ihr mehr als mit der E-520, die vor allem für das 40-150 Objektiv und / oder mit externem Blitzgerät und bei Situationen wo ein Bildstabi hilfreich ist (weniger Licht, längere Belichtungszeiten) besser zu handhaben ist.
Trotzdem sind die Bildqualitäten und die sehr umfangreiche Ausstattung wie auch bei der E-520 über jeden Zweifel erhaben und sehr hochwertig. So ist das Live View und die Sensorreinigung mit das Beste was zu bekommen ist. Beim Kontrast-Autofokus im Live View hat man 11 positionierbare Autofokus-Messfelder. Im manuellen Fokus kann man mit einer 7-10 fachen Lupe die frei wählbare Detailansicht vergrößern. Beide sind fast unentbehrliche Hilfsmittel, wenn man gern vom Stativ aus fotografieren möchte (Landschafts-, Blumen-, Architektur-, Porträt-und Aktfotografie).
Etwas weniger Funktionen (die ich wieso nicht gebraucht habe), 4 Direktfunktionstasten und der Bildstabi fehlen gegenüber der E-520. Bei der Fotografie vom Stativ und/oder bei gutem Tageslicht vermisse ich den Bildstabi wieso nicht. Dafür habe ich aber 3 fantastische Art-Motivprogramme (Soft-Fokus(Weichzeichner)-super bei Blumen, Porträt-und Aktfotografie / Lochkamera-toller altertümlicher Bildeffekt bei Landschaft-und Objektfotografie / Pop-Art als besondere Farbverstärkung für Architektur-, Objekt-und Landschaftfotografie), die nicht zu verachten sind und prima direkte Bildergebnisse liefern. Hier ein Tip für die E-420/E-450/E-520 Nutzer, die über den Autofokus bei schlechten Lichtverhältnissen und das dazugehörige Blitzen als AF-Hilfslicht klagen: zuerst im Menü das AF-Hilfslicht (nicht den Blitz selbst) im Menü abschalten und den AF-Meßpunkt auf den mittleren Kreuzsensor festlegen. Dann klappt es recht gut, auch bei ziemlich wenig Licht. Das Motiv wird dann mit der Mitte anvisiert und die Kamera kann bei halb gedrücktem Auslöser leicht verschwenkt werden, um die endgültige Bildaufteilung einzurichten. Der C-AF-Modus (kontinuierlich AF) bringt zum Teil auch schon bessere Ergebnisse (dann aber kein Verziehen möglich und auch nicht nötig). Bei Dunkelheit geht natürlich nichts mehr. Da hilft dann nur eine externe kleine Hilfslampe (z.B. Taschenlampe) oder das Blitzlicht. Bei Verwendung eines externen Blitzlichtes mit integriertem Infrarot AF-Hilfslicht gibt es dann eh keine Probleme, da die Kamera das Infrarot-Hilfslicht des Blitzgerätes nutzt um besser scharf zu stellen. Dazu muss aber im Menü der Kamera das AF-Hilfslicht wieder aktiviert sein. Bei den Systemblitzen von Olympus und auch bei einigen anderen Herstellen (z.B. Cullmann Digital)die auf Olympus programmiert sind, funktioniert das sehr gut.
Einen weiteren Tip habe ich auch zur oft kritisierten Blitzstärke des internen Blitzes. Der interne Blitz ist nicht zu schwach (Blitzstärke 12), sondern er ist bei Auslieferung auf die 0 Stufe gestellt. Damit taugt er in dieser Einstellung nur als Aufhellblitz oder für sehr nahe Objekte. Die E-Reihe hat ein voll programmierbare Blitzsteuerung, die keine Wünsche offenläßt. Für normale Party-Fotografie in Innenräumen reicht die Stufe +0,7 bis +1,0 (Blitzstärke von -3,0 bis +3,0 einstellbar). Ansonsten empfiehlt es sich die ISO Zahl fix auf 100 oder 200 zu stellen. Mit Auto-Iso schwanken die Blitzergebnisse sonst zu stark (insbesondere mit dem externen Blitz).
Die ewige Diskussion zum Rauschen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sicherlich rauschen FT-Sensoren bauartbedingt, auf Grund ihrer kleineren Abmessungen, etwas mehr als die anderen. Aber bis ISO 400 ist es kaum zu sehen, bei ISO 800 noch akzeptabel und ISO 1600 für Schnappschüsse (besser als gar kein Bild) noch gut zu gebrauchen. Bei der analogen SLR Fotografie habe ich auch nur im Notfall mit einem ISO 400 Film fotografiert. Dazu gibt es bei wenig Licht Stative, bei Olympus den "Dark Frame"(Rauschminderung durch Doppelbelichtung)und die einstellbare Anti-Schock-Funktion (Spiegelvorauslösung). Die zusätzliche Rauschunterdrückung sollte man lieber im Menü abstellen, da es zu sichtbaren Detailverlusten kommen kann. Das Four-Thirds-Format hat aber viele andere Vorteile (überall nachzulesen). Wer gern im Dunkeln ohne Stativ fotografieren und danach die rauschenden Pixel zählen möchte, sollte sich lieber ein Nachtsichtgerät besorgen (aber auch das rauscht).
Mit zwei sehr guten DSLR und 2 wirklich guten Kit-Objektiven habe ich mir den Grundstein für eine entwicklungsfähige digitale Fotoausstattung gelegt. Wechselakkus, Speicherkarten (CF-III und XD-Pict.), Infrarot-Fernauslöser, externes Cullmann-Digitalblitzgerät D 4500-O/P und unterschiedliche Fototaschen (z.B. auch die Olympus Double Zoom Kit Tasche) habe ich mir noch dazu gekauft. Ein Polfilter, eine Marumi 5+ Achromat-Linse (für immer-dabei Makrofotografie), ein 35er Makro und das 14-54 II oder 12-60 Objektiv (schneller und schärferer Fokus, höhere Lichtstärke ab 2,8) werden in nächsten Jahren noch folgen. Damit bin ich für fast alle Einsatzzwecke gerüstet. Auf die fehlende Videofunktion habe ich keinen Wert gelegt, da ich noch einen Canon DVD-Camcorder habe und die Video-HD Filmerei Unmengen an Speicherkapazitäten (30 min ca. 4 GB, nur max. 29,59 min. je Speicherkarte möglich, bei Nikon nur bis 2 GB pro Karte) benötigt. Ich bin so froh, dass ich mehr aus Zufall und der guten Preise wegen auf Olympus gestoßen bin. Die Testergebnisse der unterschlichen Fotomagazine belegen eindeutig die hohe Qualität der Kameras. Leider haben nur zu oft die Anzahl der Pixel einen zu hohen Einfluß auf die Bewertung der Bildqualität. Deshalb haben die Kameras mit mehr als 10 MP zu oft auch eine angegebene höhere Bildqualität, allerdings in der größten Auflösung. Was soll ich aber mit den riesigen Datenmengen einer 15 oder 18 MP DSLR, wenn die Bilder doch nicht schöner aussehen. Für den Profi sicherlich wichtig, aber für den Amateur von absolut untergeordneten Bedeutung, da die Fotos entweder nur auf dem Flachbildschirm oder im Fotoalbum landen. Für mich sind aber andere Kriterien wie : Weißabgleich, Detailgenauigkeit, Bildschärfe, Kontrast, Farbgestaltung, Belichtung, Objektive (hervorragende Kit-Objektive) und das Kamera-Gesamtkonzept mit der Bedienbarkeit und allen manuell beeinflußbaren Faktoren viel wichtiger. Da gehören die E-DSLR zu den ganz Großen der Branche. Zu sehen z.B. auch an den Testergebnissen von BILD: Audio-Video-Foto. Ich kann die vielen positiven Rezensionen bei Amazon zur E-420 und E-520 nur bestätigen und habe schon viele traumhafte Fotos geschossen. Allen Kompakt-Aufsteigern sei der Hinweis gegeben, daß die DSLR-Fotografie wesentlich mehr Aufwand und Einarbeitung nötig macht um die Möglichkeiten einer DSLR auch für (wirklich) bessere Fotos ausschöpfen zu können.
Mein Fazit: die Olympus Digital-SLR E-Serie sind meiner Meinung nach die am meisten unterschätzten DSLR am Markt. Daher von mir also volle 5 Sterne und eine dicke Empfehlung für die E-450 und E 520 (jede hat seine besonderen Stärken). Die richtigen Kameras für Kompakt-Aufsteiger wie für ambitionierte Hobbyfotografen und Profis. Jetz wo ich "Blut" geleckt habe, hätte ich mir doch gleich die E-620 oder die E-30, mit noch mehr fotografischen Möglichkeiten, holen sollen. Aber ich habe ja noch viel Zeit.
Für alle Interessenten der Tipp: von der Olympus Homepage die jeweiligen Bedienungsanleitungen in PDF herunterladen, sich in Ruhe über die technischen Möglichkeiten informieren und beim Händler die Kameras einfach mal in die Hand nehmen und testen. Viel Spaß. Weitere hilfreiche Informationen und viele Beispielfotos, geordnet nach Kameratyp und Objektiven gibt es bei dem freien Internetforum www.oly-e.de.
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