Nachdem ich mir im Herbst die E-520 mit dem Double-Zoom-Kit und im Januar die E-450 (als Zweitbody für das 14-42 Objektiv) und das 3,5 35mm Makro gekauft habe, bin ich im Olympus-Fieber. Als jetzt bei Amazon im Warehous-Deals (Resterampe) das E-30 Kit mit dem 2,8 12-60 SWD bei 1.290,- lag (vom Kunden zurück geschicktes Exemplar, komplett neuwertig, ohne Gebrauchsspuren), konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und habe es mir (erst mal zum testen) bestellt. Eigentlich war ich auf das 12-60 SWD (24-120 mm KB-Format) Objektiv scharf, dass ja alleine schon fast 1.000,- kostet. Die E-30 gäbe es dann für 300,- dazu. Meine Frau und meine beiden Söhne halten mich für bescheuert, da ich schon mit den beiden ersten Olympus Kameras sehr zufrieden bin und schon einige tausend Fotos mit traumhaften Ergebnissen gemacht habe.
Da ich aber immer noch ein alter Canon-Fan bin, habe ich mir zum Vergleich die Canon 50D mit dem 4,0 17-85 Objektiv für 850,- (ebenfalls gebraucht) dazu bestellt. Der Vergleich ist allerdings nicht gerecht, da das Canon-Kitobjektiv weniger als mittelmäßig ist (besseres und teures Zweitobjektiv notwendig).
Wenn ich so viel Geld ausgebe, dachte ich mir, muss ich auch sicher sein. Fazit: ich bin von Olympus überwältigt und habe die Canon zurückgeschickt (die nagelneue 60D wird besser sein, hat viele Ausstattungsmerkmale der E-30 übernommen, einschl. Klappdisplay). Nun zu meinen Ergebnissen:
Canon 50D:
Positiv: Geniales Magnesiumgehäuse mit überragender Haptik und Bedienbarkeit (Daumenrad, Joystickknopf, perfekter Griff...), tolles 3" hochauflösendes LC-Display mit echter Bildbeurteilung, Riesige Bildauflösung mit 15 MP (für mich aber von absolut untergordneter Rolle, nur riesige Datenmengen die ich nicht brauche) schneller Autofokus, sehr schnelle Serienbildgeschwindigkeit (6B/s), besseres Rauschverhalten (ab ISO 800/1600, aber wozu?, bei so wenig Licht sind auch die Farben nicht mehr schön), interne automatische Vignettierungskorrektur für Canon-Objektive abgespeichert, interne automatische Nachschärfung (obwohl ich die Schärfe nicht verändert hatte, zeigten die Bildinformationen eine Nachschärfung der Stufe 4 an, daher waren viele Fotos auch relativ scharf). Hat (mini) HDMI Anschluß.
Negativ: Fotos irgendwie blass, fad, nicht so scharf, nicht so schön und brilliant wie bei Olympus (kann auch rein subjektiv sein), eindeutige Tendenz zur Überbelichtung (Canon-typisch), Objektive zeigen Vignettierungen (daher bei der 50D für Canon-eigene Objektive automatische Vignettierungskorrekturen abgespeichert), wenige Motivprogramme, nur 6 Bildgrößen und -emfindlichkeiten für JEPEG einstellbar, keine Bildbearbeitung in der Kamera, keine Formateinstellung (16:9 usw), wenige Einstellmöglichkeiten. Kein Kamerainterner Bildstabilisator. Keine Obergrenze bei ISO-Auto festlegbar (oder ich habe sie nicht gefunden). Life-View-Autofokus nicht zuverlässig (20-30 % der Bilder unscharf), kein Autofokus-Hilfslicht (außer der interne Blitz, wie bei der E-30), Autofokus in Innenräumen bei wenig Licht in Verbindung mit dem internen Blitz lange nicht so schnell wie bei der E-30. Die 50D brauchte schon ihren Vorblitz zur Fokussuche wo die E-30 noch ohne Probleme so klar kam (kann auch an dem lichtstärkerem Objektiv 12-60 SWD liegen). Hat keinen 2-fach Speicher-Kartenschacht. Insgesamt war ich enttäuscht, nicht weil die 50D schlecht ist, aber ich hatte wesentlich mehr erwartet.
Ergebnis 50D: Die Kamera ist ein Blender und ist für mich eigentlich eine Einsteigerkamera in einem genialem Gehäuse, gaukelt Profigerät vor. Die 450D und 500D sind ehrlicher.
Wenn die 50 D, dann evtl. mit dem 2,8 17-55 USM mit höheren Kosten (nicht abgedichtet und nicht mit dem Brennweitenbereich des Olympus 2,8 12-60 SWD) oder mit dem 3,5 15-85 USM (Weitwinkelschwäche, lichtschwächer und nicht abgedichtet). Für Canon-System-Besitzer trotzdem eine Empfehlung für die 50D. Die Kamera kann ihr Potential nur ausnutzen, wenn auch entsprechend gute Objektive davor sind. Die 50D macht für mich einen deutlich höheren Aufwand (einschließlich PC-Nachbearbeitung) notwendig um annähernde Bildergebnisse wie die E-30 zu erreichen. Das kann auch daran liegen, dass ich nun Olympus vorbelastet bin und das E-System gut kenne.
Olympus E-30:
Positiv: Auch ohne Magnesiumausführung tolles Gehäuse mit toller Bedienbarkeit (50D aber besser) mit Kurz-Menü über die Info-Taste, sehr viele Direkttasten, 3 Anzeigen für digitale Wasserwaage (auf Rückdisplay sogar in zwei Achsen). Geniales 2,7 " Dreh-und schwenkbares LC-Display (besseres als bei der E-3) mit tollen Möglichkeiten zum Life-View fotografieren vom Stativ, aus der Hüfte oder kurz über dem Boden (damit wertvoller als das 50D Display). Sehr schneller und präziser 11-Punkt Kreuzsensoren Autofokus mit direkter Umschaltung von 1-Punkt zu 11-Punkt (Life-View mit Gesichtserkennung) und zu dynamischen 3-4-Punkt (Gruppenweise) Autofokus. Korrekter 11-Pukt Life-View-Autofokus (nicht so schnell wie bei der 50D, aber präzise) mit 5/7/10 facher Lupe auch zum manuell fokussieren genial. Schnelle Serienbildgeschwindigkei (5B/s, reicht vollkommen aus). Interner sehr guter Bildstabilisator mit 3 Funktionen (vertikales oder horizontales Mitziehen möglich). Sehr viele perfekt abgestimmte Motiv- und Artfilter (und s/w Filter) Programme (bekommt man selber auch nicht besser hin) mit tollen Ergebnissen. Meine Lieblingsprogramme neben Programm-, Zeit-und Blendenautomatik: Landschaft, Sonnenuntergang, Körniger Film (grobkörnig S/W), Pop-Art (extreme Farb-u. Kontrastverstärkung) und Soft-Fokus (Weichfilter mit blasseren Farben) mit genialen Ergebnissen. Etliche Formateinstellung wie 3:2, 16:9, 6:6 usw. mit Einstellung nur für Life-View, Lief-View und Sucher oder nachträglich Beschneiden in der Kamera. Panoramafunktion mit der xD-Speicherkarte. Verschiedene Nachbearbeitungen in der Kamera (RAW-Entw. zu JEPEG, Gegenlichtkorrektur, Zusätzlich Rote Augen-Korrektur, Dateiverkleinerung, Beschneiden, S/W-Sepia Umwandlung, Farbsättigung usw.). Alle mögliche Arten von Belichtungreihen (einschl. ISO, WB, Blitz usw.) in unterschiedl. Abständen (auch 1er), damit auch automatische Mehrfachbelichtungen (3-4 fach) in JEPEG oder auch auf 1 RAW. 28 versch. Bildgrößen und -komprimierungen einstellbar. Unfaßbar viele Einstellmöglichkeiten (Siehe Bedienungsanleitung auf Olympus-Homepage). Hat zwei Speicherkartenschächte (1xCF und 1x xD-Picture wie auch schon die E-450 und E-520, auch wenn xD-Karten Auslaufmodelle sind, es gibt inzwischen SD-micro Adapter), damit aber Kopier-oder Sicherungsfunktion möglich.
Im Vergleich mit der E-450 und E-520 ist die Belichtung/Weißabgleich/Gradation in den man. Programmen und auch in den Motivprogrammen sichtbar besser abgestimmt, auch besonders in Verbindung mit dem internen Blitz (Innenräume, Außenaufnahmen, Aufhellblitz) wesentlich bessere Abstimmung. So gut wie keine Rote Augen bei Blitzlichtfotos (wie auch schon bei der E-450 und E-520).
Damit weniger ausprobieren, weniger manuelle Einflußnahme und weniger PC-Nachbearbeitung notwendig. Feinere ISO-Einstellungen in kleineren Schritten möglich (100,125, 160 ... usw.) damit optimale Ausnutzung der Lichtverhältnisse. Bei Olympusobjektiven durch das digitale Four-Thirds Format keine sichtbaren Vignettierungen und wenig Verzeichnungen. Leichtere und bessere Objektive als bei Canon, Nikon und Co. schon ab den Standard (Einsteiger)-Objektiven. Das 12-60 SWD Objektiv (24-120 mm KB) ist schlichtweg der Hammer, tolle Auflösung und tolle Schärfe und sehr schneller Fokus. Dazu noch gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet und es sind echte Makroaufnahmen möglich (ca. 5 cm Naheinstellgrenze bei 60 mm Brennweite ). Die Allroundeigenschaften diese Objektives sind einfach genial. Durch das Plus an Lichtstärke (ab 2,8, bei 60mm immer noch 4,0), dem guten internen Bildstabilisator(Kamera) und dem Gewicht von Kamera und Objektiv sind auch bei wenig Licht bis ISO 800 noch sehr gute Bilder drin. Bei noch weniger Licht sind die Bilder mit Stativ oder die Kamera einfach nur auf-oder angelegt (Pfosten, Pfeiler, Schilder, Bäume usw.) und mit weniger ISO hervorragende Fotos drin. Das macht aber auch nur Sinn wenn die Motive noch eine Eigen- oder Fremdbeleuchtung haben.
Bei der leidlichen Diskussion um das Rauschverhalten muß man unterscheiden wozu man hohe ISO Werte braucht. Nutzt man sie um schnellere Belichtungszeiten zu realisieren, dann ist ISO 800 oder auch 1600 (u.U.) bei der E-30 kein Problem. Möchte man hohe ISO (ab 800-1600) Werte einsetzen um überhaupt noch Fotos machen zu können, da es zu dunkel ist, kann man die Ergebnisse (allerdings auch bei der 50D ab ISO 1600) wegen zu starkem Farbrauschen vergessen und machen einfach keinen Sinn. Ich kenne auch keinen Fotografen der mit so wenig Licht und ohne Stativ ernsthaft versucht, noch tolle Bilder hinzubekommen. Wichtig: ein großer Teil des Bildrauschens verschwindet wieso beim entwickeln der Fotos (beim ausbelichten) auf Fotopapier, ist also nur am Bildschirm lästig.
Negativ: Die Auflösung des LC-Display könnte höher sein, da eine vollständige und endgültige Bildbeurteilung erst am PC oder Bildschirm möglich ist. Schärfe und Belichtung kann aber trotzdem ausreichend beurteilt werden. Kein Autofokus-Hilfslicht (außer der interne Blitz), wie bei allen Olympus-E-Kameras (Übrigens bei der Canon 50D auch nicht).
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