Ich schliesse mich der sehr positiven Beurteilung von Michael Plank an, wobei ich noch folgendes präzisieren möchte:
- Randschärfe : Sie läßt deutlich erst ab rd. 30 % vom Rand nach. Das ist in der Praxis ziemlich bedeutungslos. Die Abnahme der Schärfe geht im Einklang mit einer leichten Vignettierung (lt.Test ab ca. 75 % vom Zentrum).
- Farbsäume : Bei hohem Kontrast sind ab rd. 50 % vom Zentrum des Sehfeldes leichte Farbunsicherheiten / Ränder zu beobachten, z.B. bei dunklen Zweigen gegen dem hellen Himmel. Sie sind weniger ausgeprägt als beim Nikon Monarch oder Fujinon 8x42 und nur für ein geübtes Auge bemerkbar, wenn man also gezielt danach sucht.
- Verarbeitung : Das Fernglas ist made in Japan und die Verarbeitung ist absolut tadellos. Trotzdem, beim genauen Hinschauen ist bei meinem Fernglas eine winzige Verunreinigungen im rechten Tubus, die, zum Glück, keinerlei auswirkung hat.
- Dioptrieneinstellung : Sie ist sehr knapp und reicht für mich mit -3,5 nicht aus. Das heißt, dass Menschen mit einer ausgeprägten Kurzsichtigkeit entweder mit Brille beobachten müssen oder nur durch eins der beiden Okulare richtig scharf sehen. Ich persönlich kann mit einer Schärfe von 100 % links und 95 % rechts noch gut auskommen / kompensieren, aber das muß nicht für jeden zutreffen.
- das gemessene scheinbare Sehfeld beträgt 60,3 Grad bzw. 6,1 Grad absolut. Das ergibt umgerechnet rd. 107 m bei 1000 m. Das ist also für ein 8x42 keineswegs ein Weitwinkel-Fernglas, erklärt den Preis und man sollte diesbezüglich eingeschränkte Erwartungen haben.
Insofern ist die Bezeichnung "auf höchstem Niveau" übertrieben. Es ist wohl klar, dass dieses Fernglas, dass nur 1/4 bis 1/6 eines Spitzenfernglases kostet, z.B. nicht ganz die Farbreinheit / Präzision einer Optik mit Fluoritlinsen und das Sehfeld einer Spitzenoptik erreichen kann. Ich bin kein Birder, aber ich bezweifle, dass die absolut minimalen Farbrändern von kontrastreichen Objekte am Rande des Sehfeldes die genaue Identifizierung eines Gefieders beeinträchtigen dürften.
Aber es stimmt schon voll und ganz, dass der Kontrast und die Schärfe der letzten Baunummern sehr, sehr nah an der Ober- und Spitzenklasse sind. In der Weltrangliste von Allbinos steht dieses Fernglas noch vor dem Zeiss Conquest und Swarovski Habicht, knapp hinter dem Leica Trinovid BN, das um ein Vielfaches teuerer ist, das will schon was heissen !
Was die Schärfe betrifft, möchte ich folgendes hinzufügen :
Normalerweise teste ich meine Ferngläser u.a. an der 75 m entfernten Dorfbriefkasten (gemessen mit Zeiss Laser). Das ist vielleicht nicht sehr wissenschaftlich aber sehr praktisch und reproduzierbar. Bestenfalls kann ich die Schrift für die Leerung, ihre Anordnung und die schwarzen Strichen deutlich und scharf erkennen, jedoch nicht lesen.
Das kann dieses Olympus genau so gut wie meine beiden Zeiss Victory 42mm, Leica Ultravid HD, Swaro SLC oder Kowa Genesis, also die crème de la crème der Fernoptik.
Auch Sternen (ebenfalls ein schwieriger Test) sind sehr scharf abgebildet, ähnlich wie bei meine Nikon SE, EDG und HG (ebenfalls Referenzgläser der 42mm-Klasse), allerdings nicht ganz bis zum Rand, aber das ist, wie gesagt, nicht entscheidend und jeder muss wissen, ob er dafür ein Tausender ausgeben möchte.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich halte dieses Fernglas und das 8x42 EXWPI für ein absolutes Geheimtipp der 42mm-Klasse, wie das Eschenbach Farlux oder das Meopta B1.
Vor 6 Jahren wurde dieses Fernglas von Warentest wegen Schadstoffe abgewertet. Weitere Schwachpünkte waren Schärfe, Lichttransmission und Bedienungsanleitung. Ein aktueller Test ist inzwischen bei allbinos erschienen. Demnach liegt das Fernglas auf Platz 3/67 der 42 mm hinsichtlich Preis-Leistungsverhältnis.
Inzwischen sind offensichtlich wesentliche Verbesserungen eingetreten. Die Lichttransmission liegt z.Z. bei 87 +/- 3 (Nikon EDG = 88,5 +/-1,5). Das ist also gut, kommt aber an das neueste Zeiss-Flagschiff Victory T*FL mit seiner State-of-the-art-Vergütung nicht ran (95,5 +/- 3). Das bestätigen meine Beobachtungen und Direktvergleiche, ist allerdings nur für die nächtliche Beobachtung relevant (es ist eine Binsenweisheit, dass man hierfür ein 8x56 oder 9x63 mit dem doppelten Gewicht verwenden sollte).
Abgesehen von dieser Einschränkung, der o.g. leichte optische Schwäche am Feldrand und des Sehfeldes gibt es nur gutes zu berichten. Zitat: "Plenty of advantages, just one serious flaw and the price of 400 Euro are the best of recommendations. A standing ovation for Olympus, which managed to launch an almost perfect nature observation instrument and you don't have to pay an arm and a leg for it".
Wer dieses Fernglas sich zulegen möchte, sollte also darauf achten, dass er kein altes Stück aus dem Jahr 2006 oder davor erwischt. Ich werde versuchen, die entsprechenden Bau-Nr. zu erfahren und sie in einem Kommentar zu dieser Rezenssion mitteilen, falls es mir gelingen sollte.
Ich hoffe hiermit sinnvolle Infos für Ihre Kaufentscheidung geliefert zu haben.
Gruß