Als Hundebesitzer bin ich täglich in der Natur unterwegs. Manchmal nimmt man sich vor, heute doch mal wieder Tiere zu beobachten. Oder will gern auch mal schnell gucken, ob da weiter vorn gerade ein anderer Hund freiläuft. Schließlich lassen sich die meisten unangenehmen Aufeinandertreffen von Hunden durch vorausschauendes Verhalten vermeiden.
Man hängt sich also den großen, leistungsstarken Feldstecher um - und kriegt bei drei Stunden Wanderung kein einziges lohnenswertes Objekt vor die Optik. Dafür hat man aber ein paar Kilo umsonst mitgeschleppt, das Baumeln an der Hüfte für drei Wochen satt und einen roten Striemen vom Gurt am Hals.
Geht mir jedenfalls oft so . Und daher war es für mich endlich an der Zeit, ein kleines, alltagstaugliches Fernglas zu finden, das ich immer dabeihaben kann, ohne dass es mich in irgendeiner Form belastet.
Und ja - genau das habe ich mit dem Olympus 10x21 RC II gefunden.
Verarbeitung und optische Leistung sind bei diesem Fernglas gut, durch Farbgebung und Design wird die Kunststoffanmutung deutlich gemildert - und Kunststoff muss es nun mal sein, wenn das Gewicht eine zentrale Rolle spielen soll.
Und das ist eines der wichtigsten Argumente: das Glas ist wirklich sehr leicht. Man hat bereits nach wenigen Sekunden völlig vergessen, dass da noch was am Gürtel hängt. Und wenn man es dort trägt, verschwindet es aufgrund der kompakten Abmaße auch problemlos unter der Jacke.
Und wie sieht es mit der Leistung des Glases aus? Ebenfalls gut, auf jeden Fall unter den üblichen Tageslichtbedingungen. Man muss jedoch bedenken, dass man für kleine Abmessungen auch mit einem kleineren Sehfeld bezahlt. Wer vom Feldstecher umsteigt, wird dies schnell merken. Aber als Jagd- oder Safariglas geht das Kleine von Olympus auch nicht ins Rennen.
Ebenfalls bedenken sollte man vor dem Kauf, dass man aufgrund des geringen Gewichts bei normalem Gebrauch immer gegen das Verwackeln kämpfen wird. Wer lange Zeit ruhig auf diesselbe Stelle sehen möchte, wird hier Probleme bekommen oder muss das Glas irgendwo auflegen. Aber dieser Aspekt tritt bei jedem derart leichten Fernglas auf, von Monokularen mal ganz abgesehen.
Dass eine Dioptrie-Korrektur integriert ist, muss nicht besonders hervorgehoben werden, ein Fernglas ohne dieses Merkmal sollte niemand erwerben (und die dürfte es mittlerweile ohnehin nur noch auf dem Rummel als Losbudengewinn geben). Ob Brillenträger hierbei ausreichend Einstellmöglichkeit haben, kann ich nicht beurteilen, meine eigene, leichte Sehstärkeabweichung ist am Glas jedoch leicht korrigierbar gewesen.
Positiv sind auch die herausdrehbaren Okularkappen, gerade Benutzer mit langen Wimpern können dadurch Beeinträchtigungen beim Fern-Sehen weitgehend vermeiden.
Praktische und gut verarbeitet ist die mitgelieferte Tasche mit Gürtelschlaufe.
Einziges, wenn auch eher nebensächliches Manko ist die Art der Befestigung des Trageriemens nur an einer, der rechten Seite des Glases. Dadurch pendelt das Fernglas beim Tragen um den Hals permanent und stark hin und her - das nervt auf die Dauer.
Über die Schlechtwettertauglichkeit kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen, würde jedoch davon abraten, das Fernglas bei Regen einzusetzen. Die grundsätzliche Verarbeitung legt hier die Vermutung nahe, dass es sich um ein Schönwetterglas handelt.
Alles in allem liegt hier ein wirklich vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis vor. Wer ein leichtes, funktionales und dabei auch noch schickes Kleinglas für den Alltagsgebrauch sucht, kann mit dem Olympus 10x21 RC II kaum etwas falsch machen.
(Kleiner abschließender Hinweis zur Produktfarbe "Silber": es handelt sich hier um ein allenfalls leicht silbriges, eher granitfarbenes Grau, das in der Produktabbildung hier bei Amazon treffend wiedergegeben wird. Silbern im herkömmlichen Sinne ist das Glas jedoch keineswegs)