Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Olympos: Roman
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Olympos: Roman [Taschenbuch]

Dan Simmons , Wolfgang Jeschke , Peter Robert
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (40 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Taschenbuch EUR 10,99  
Taschenbuch, 6. Februar 2006 --  
Hörbuch-Download, Ungekürzte Ausgabe EUR 20,95 oder EUR 0,00 im Probeabo von Audible.de

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Taschenbuch: 960 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (6. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453521234
  • ISBN-13: 978-3453521230
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13 x 5,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (40 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 299.242 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Dan Simmons
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Dan Simmons auf Amazon

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Olympos ist die lang erwartete Fortsetzung des epischen Science-Fiction-Spektakels Ilium aus der Feder eines der Großmeister der phantastischen Literatur: Dan Simmons. Die mannigfachen Handlungsstränge, die im Vorgänger angefangen wurden, werden hier im gleichen Tempo weitergesponnen. Wer Ilium nicht gelesen hat, dürfte von diesem Buch allerdings hoffnungslos überfordert sein.

Die Trojaner und Achäer haben sich zu einem Krieg gegen die Götter verbündet, den der Altphilologe Hockenberry aus Verzweiflung angezettelt hat. Doch die Götter, technologisch extrem manipulierte Nachmenschen, hetzen die Griechen wieder gegen die Trojaner auf und bekriegen sich untereinander.

Währenddessen müssen die Menschen auf der Erde lernen, selbstständig zu überleben, da die Rundum-Versorgung aus den Ringstädten weggebrochen ist. Massive Attacken der roboterhaften Voynixe und die “Landung” der Setebos-Gottheit, bzw. ihres Dieners Caliban, sorgen dabei für zusätzliche Herausforderungen. Die biomechanischen Moravecs, die sich im Mars-Orbit aufhalten, wollen den Ursachen einer Quantenfluktuation auf den Grund gehen, die dem Sonnensystem gefährlich werden könnte, und starten deshalb eine Expedition zur Erde.

Dies ist lediglich der Ausgangspunkt für die zahlreichen Verwicklungen, Überraschungen und Auflösungen, die Simmons für den Leser parat hat. Alles ist gigantisch, episch, titanisch -- um in der Begriffswelt griechischer Mythologie zu bleiben. Dan Simmons verquickt Shakespeares Sturm, die Geschichten um den trojanischen Krieg und Space Opera zu einer effektvollen Ideen-Achterbahnfahrt.

Dabei bleibt einiges offen, inhaltlich und politisch fragwürdig. Und Simmons erreicht nicht die Geschlossenheit, die Die Hyperion-Gesänge in den Rang eines Klassikers erhoben. Doch wird man in der Science Fiction derzeit nur schwer Szenen und Bilder finden, die so abgefahren und kühn sind wie Simmons‘ bronzezeitliche Schlachten mit Energieschilden und Phaserwaffen. Und der Mut des Autors ist unbedingt bewundernswert, der auf dem Mars der Zukunft KGMs auftauchen lässt -- Kleine Grüne Männer! Um das zu glauben, muss man es lesen. --Simon Weinert

Pressestimmen

"Simmons macht Lesen zum 16:9-Breitband-Erlebnis!" (Bild am Sonntag )

"Dan Simmons schreibt wie ein Gott. Ich kann kaum sagen, wie sehr ich ihn beneide." (Stephen King )

"Atemberaubend! Dan Simmons war nie besser!" (New York Times )

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
63 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Spätestens nach der Lektüre von Dan Simmons Hyperion-Romanen wird jeder Liebhaber anspruchsvoller Science Fiction bestätigen, daß er zweifellos ein begnadeter Autor ist. Er versteht sein Handwerk und vermag es spannend und mit viel Einfallsreichtum zu erzählen. Stürzt man sich nach "Hyperion" auf "Ilium", den Vorgänger-Band von "Olympos", wird man in dieser Hinsicht ebenso wenig enttäuscht. Ein erstaunlich neues Universum voller Rätsel, fantasievoller Strukturen und poetischer Kraft scheint vor den Augen des Lesers zu erstehen, in dem Homers Ilias und der Trojanische Krieg eine seltsame, für den Anfang jedoch durchaus faszinierende Wiederbelebung erfahren. Wer sich jedoch in "Olympos" eine würdige Fortsetzung dieses vielversprechenden Epos erhofft und die Auflösung der gordischen Knoten erwartet hat, wird meiner Meinung nach ziemlich enttäuscht. Die Gründe dafür sind mannigfaltig und können nicht in einem Satz zusammengefaßt werden, aber ich halte sie für triftig genug, sie hier einmal darzulegen.

Dan Simmons Art von Science Fiction, die er in "Olympos" verwendet, ist in ihren Mitteln beliebig wie jedes Märchen. Wer mehr von Simmons gelesen hat, weiß, daß er nicht an außerirdische Intelligenz glaubt (weswegen Aliens in seinem Werk so gut wie nie vorkommen), aber er scheint keine Schwierigkeiten damit zu haben, sich wahllos wie aus einem SF-Spielzeugladen zu bedienen und heraus kommt ein allzu problematisches Sammelsurium von Teleportations- und Gestaltwandlungsfähigkeiten, Zeitreisen, Paralleluniversen, Wiederbelebungen, Verjüngungen und dergleichen mehr. Die Geschichte verliert damit gewaltig an Glaubwürdigkeit, denn immer wenn irgendwas im Argen liegt oder eine gefährliche Situation eine Lösung benötigt, wird - zack - die richtige "Funktion" aus dem Ärmel gezaubert und Zaubern ist genau das, was die Helden des Romans in solchen Augenblicken tun. Zauberei ist Zauberei und kann ebenso spannend sein, aber Science Fiction bleibt Science Fiction und sollte sich nicht der weißen Kaninchen aus dem Hut bedienen müssen, um verschiedene Handlungsstränge in der Spur halten zu können.

Wie fast immer, wenn SF-Autoren zeitliche und räumliche Dimensionen außer Kraft setzen oder ihre Protagonisten gar zwischen verschiedenen Universen hin und her schicken, verheddert sich auch Simmons im Laufe der Handlung immer mehr in Paradoxa und läßt den am Anfang noch neugierigen Leser zum Schluß mit einer Menge unbeantworteter Fragen zurück. Die logischen Widersprüche häufen sich. Warum können 10 m hoch springende Voynixe nicht einfach über eine 4 m hohe Palisade springen? Warum gibt es eigentlich Odysseus zweimal und warum hat es keine Konsequenzen, daß die ältere Version sein jüngeres Alter Ego tötet? Was soll das für einen Sinn haben, menschliche Individuen in ziellos ins Weltall hinausreichenden Tachyonenstrahlen zu speichern? Wie können "Nachmenschen", die angeblich sogar die Körperlichkeit überwunden haben, von Caliban gefressen werden? Wie können Funktionen und Daten, deren Übermittlung Harman im Kristallenen Schrein fast das Leben gekostet hat, zum Schluß mal schnell in 30 Sekunden an Ada und andere Altmenschen weitergegeben werden? Eine weitere Aufzählung würde jedes Maß sprengen. Viele am Anfang noch spannende Handlungsstränge verlaufen buchstäblich im Nichts. Thomas Hockenberry, der dem (wie immer bei Heyne etwas einfältigen) Klappentext zufolge der Hauptheld sein soll, spielt nach wenigen Seiten in "Olympos" quasi keine Rolle mehr, genauso wie der Trojanische Krieg, der sich irgendwie in Wohlgefallen oder wenig mehr als reinen Selbstzweck auflöst. Wozu überhaupt "Scholiker" gebraucht werden, wo doch die Götter jederzeit an jedem beliebigen Ort auftauchen können und selbst am Krieg teilnehmen, bleibt rätselhaft, ebenso, wieso dazu nur Altphilologen, deren vollständige Person "aus ein paar Knochenresten und gespeicherten Daten" rekonstruiert wurde, taugen. Und der Kunstgriff, daß von menschlichen Literaten wie Shakespeare geschaffene Figuren auf einmal real auf der Bühne erscheinen, vermutlich aus dem Paralleluniversum der Fantasie menschlicher Dichter herbeigebeamt - Verzeihung, natürlich durch Bran-Löcher gereist, was immer das auch sein soll - ist doch, sorry - einfach nur albern. Die Identifikation des Lesers mit einer möglichst doch real erscheinenden Vision der Zukunft geht spätestens an dieser Stelle baden. Man bedenke, daß sich die Moravecs extra auf die Reise zur Erde machen, um die dortige extreme Quanteninstabilität, die das ganze Sonnensystem gefährdet, zu untersuchen und zu beseitigen - der Leser erwartet natürlich, daß diese Instabilität etwas mit der Handlung der Götter oder anderen Figuren der eigentlichen Geschichte zu tun hat. Doch weit gefehlt, sie finden schlußendlich lediglich ein U-Boot aus dem Untergegangenen Zeitalter, dessen Raketen mit Schwarzen Löchern als Sprengköpfen bestückt sind. Dieses U-Boot hat rein gar nichts mit der restlichen Handlung gemein und es nervt den aufmerksamen Leser, wenn sich der Autor offenbar nicht entscheiden kann, ob diese von islamischen Gotteskriegern installierten Schwarzen Löcher einfach nur da sind oder gerade entstehen oder sich kurz vor dem Kollaps befinden. Was denn nun? Und warum Moira Harman zu Fuß nach Westen zu diesem U-Boot schickt und ihn allein läßt, weiß auch nur der Barmherzige Gott, sprich der Autor. Auch der mit viel Tamtam in die Handlung eingeführte, ach so schreckliche Setebos und die von ihm ausgehende Bedrohung für den ganzen Planeten verlieren sich im Nirgendwo. Am Schluß ist er einfach "weggeqtet", tja wahrscheinlich ist dem Autor einfach nichts mehr dazu eingefallen oder er war einfach müde und wollte seinen Roman zu Ende bringen.

Die allergrößte Dummheit jedoch, die sich Dan Simmons leistet und die ihn in meinen Augen völlig disqualifiziert, besteht darin, daß er nicht davor zurückschreckt, falsch interpretierte schnöde Alltagspolitik unserer Tage in einer 4000 Jahre in der Zukunft spielenden Handlung vorkommen zu lassen. So nehmen wir erstaunt zur Kenntnis, daß die Altmenschen eigentlich alles vergessen haben, aber an den 11.9. wieder erinnert werden, ein Ereignis, daß allen Ernstes mit Auschwitz in eine Reihe gestellt wird. Und wir erfahren zu allem Überfluß, daß es palästinensische Ärzte waren, die mit dem Rubikon-Virus quasi die gesamte Erdbevölkerung vernichtet haben, während israelische Wissenschaftler heldenhaft bis zum Schluß für deren Errettung kämpften. Überhaupt strotzt der ganze Roman vor unterschwelliger Islamfeindlichkeit und das kriegslüsterne Kaliphat geht sang- und klanglos unter, während das friedliebende jüdische Volk aufgrund seiner besonderen genetischen Veranlagung alles übersteht. Abgesehen davon, daß hier Simmons wie viele andere die Begriffe Volk und Religion verwechselt, ist ihm wohl mal ein Besuch in einem palästinensischen Flüchtlingslager unserer Tage dringend zu empfehlen. Wie ein Pressesprecher der Bush-Administration klärt Simmons den Leser übrigens nebenbei noch über "Sozialismus und Kommunismus" auf, die als "Unsinn, der sie schon immer waren" verworfen werden. Über diesen Mischmasch aus neoliberaler Propaganda, typisch amerikanischer Halbbildung und angepaßter Political Correctness in einem SF-Roman kann man nur noch den Kopf schütteln ...

Wen wundert's dann noch, wenn die Gesamtheit der antiken Götter, die im Laufe der Handlung immerhin die Fähigkeit besitzen, beliebig vom Mars der Zukunft zur "Ilium-Erde" (welcher Zeit und Dimension auch immer) zu teleportieren, in einem monotheistischen Bravourstück sondergleichen, zu dem selbst der Papst gratulieren würde, am Schluß des Romans verschwinden und zwar, wie der Leser gleich belehrt wird, "für immer" und ihre Gegenwart, die der Autor auf annähernd zweitausend Seiten als töricht, gewalttätig und paranoid nicht müde wurde zu beschreiben, durch den einen und einzigen, barmherzigen und "ruhigen" Gott ersetzt wird. Amen, könnte man noch anfügen... Da Simmons in seinen Erzählungen des öfteren interessante und intelligente Aspekte des Taoismus und Zen verwendet, bleibt mir absolut rätselhaft, wieso er uns hier wieder ein so braves jüdisch-christliches Weltbild als die alleinseligmachende Wahrheit verkaufen will.

Die von mir vorgebrachten Einwände sind meines Erachtens keineswegs unwesentlich (erstrecht nicht für einen SF-Roman) und haben dazu geführt, daß ich mich nach mehreren Hundert Seiten "Olympos" dabei ertappte, wie ich mich unentwegt über Widersprüche ärgerte, die Handlung immer belangloser fand und den Wunsch verspürte, das Buch wegzulegen ohne es wieder anzurühren. Ich habe es dann wie eine Fleißarbeit zu Ende gelesen und das hat nun gute Science Fiction wirklich nicht nötig - wer schon mal einen Roman von Iain Banks gelesen hat, wird verstehen, was ich meine... Dan Simmons hat sich jedenfalls in "Olympos" nicht als kreativer und intelligenter Visionär bewiesen, sondern lediglich als etwas verwirrtes, allzu typisches Kind seiner Zeit...
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
spannend aber schlampig 23. Juli 2006
Format:Taschenbuch
Olympos ist der zweite Teil von Ilium:

Die Geschichte unserer Welt ca. 6000 Jahre nach Christus.

Sosehr ich vom ersten Buch und der Idee auch begeistert bin, so hat es der Autor in Olympos zu gut gemeint: Zu gut mit einer zu großen Seitenanzahl. Zu gut in dem er das Buch scheinbar recht schnell schrieb und dabei so manchen groben Logikfehler durchgehen ließ.

So wurde dieses Buch zum schwächsten von Dan Simmons.

Alles wirkt zu schnell, zu oberflächlich, zu wenig durchdacht. Der glanzvolle Abschluss wird zu einem auslaufenden Ende, ohne das wichtige Fragen geklärt bleiben.

Es wäre gut gewesen, das Buch noch einmal zu überarbeiten und um mindestens 200 Seiten zu kürzen.

Szenen, wie in denen Harmann, der 99 Jahre der freien Liebe gefrönt hat und jetzt eine nackte Frau bumsen muss, damit sie wieder erwacht, und das nur schafft, in dem er die Augen zumacht und an seine Frau denkt und das Ganze auf ca. 5 Seiten ausgedehnt, wären mir lieber erspart geblieben.

Auch ganz schlimm Folgendes: Ein Uboot mit Weltzerstörungswaffen (Schwarze-Loch-Bomben) liegt am Meer. Laut Simmons mussten diese Schwarze-Loch-Bomben, die bei Befreiung durch die Abschirmungsfelder einfach die Erde vernichtet hätten, zuerst von einem Uboot mit ballistischen Raketen abgeschossen werden. Das hat dann glücklicherweise jemand verhindert.

Abgesehen von solchen groben Schnitzern sind die drei Handlungsstränge:

-Die Roboterwesen von den äußeren Planeten, welche die Erde retten.

- Die Nachmenschen um Harmann und Daeman, welche sich gegen die von den Nachmenschen beschworenen Gefahren behaupten müssen.

- Den Göttern und ihren Kriegen gegeneinander und gegen Menschen und Moravacs

gut und spannend dargestellt. Besonders wer den ersten Teil (Ilium) gelesen hat, der muss dieses Buch auch lesen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
31 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Enttäuschte Erwartungen 5. März 2006
Von sky pilot
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Reichlich anderthalb Jahre hat es gedauert, bis die ungeduldig erwartete Fortsetzung von ILIUM (Heyne, 2004) nunmehr erschienen ist – keine sehr lange Zeit, wenn man den veritablen Umfang (960 Seiten!) des neuen Bandes und die aufwendige Übersetzungsarbeit berücksichtigt. Peter Robert, der schon ILIUM übersetzt hatte, hat diese gewiß nicht leichte Aufgabe in sprachlich-stilistischer Hinsicht hervorragend gemeistert. Leider ist das auch schon das einzig Positive, was aus Sicht des Rezensenten zu OLYMPUS gesagt werden kann.
„Ein epochales Werk – nach seinem preisgekrönten Roman „ILIUM“ stellt Da Simmons mit „OlLYMPOS“ einmal mehr unter Beweis, dass er der bedeutendste mythenschaffende Schriftsteller unserer Zeit ist“, verkündet der vollmundig Verlag auf den Rücktitel – ein Anspruch, dem das vorliegende Werk leider zu keinem Zeitpunkt gerecht werden kann. Angeblich erzählt das Buch die Geschichte von Thomas Hockenberry, Philosophie-Professor und Homer-Experte aus ILIUM, weiter, was jedoch nur sehr eingeschränkt der Fall ist, denn Hockenberry spielt in der Fortsetzung eine eher untergeordnete Rolle. Andere Protagonisten wie der Altmensch Harmann und seine schwangere Freundin Ada werden weitaus intensiver und liebevoller geschildert, wie sich insgesamt das Geschehen weitgehend auf die „alte“ Erde verlagert. Bezog ILIUM seinen Charme aus dem Gegensatz zwischen der zumeist nur angedeuteten Hochtechnologie einer fernen Zukunft und dem antiken Gemetzel zwischen Griechen und Trojanern, wobei die Götter eine sehr undurchsichtige und deshalb geheimnisvolle Rolle spielten, so versteht es der Autor in der Fortsetzung nicht, weiter mit diesem Pfund zu wuchern. Zwar geht die Schlacht weiter – blutiger als je zuvor, nachdem die Menschen ihren Kampf gegen die Götter aufgegeben haben und der Kampf um ILIUM in scheinbar geordneteren Bahnen seine Fortsetzung nimmt (allerdings ohne den „Göttervater“ Zeus, der von Hera in eine Falle gelockt und in einen Dauerschlaf versetzt wurde) –, auf Dauer langweilen die exzessiven Schlachtszenen jedoch nur noch, zumal die zahlreichen Wendungen des Geschehens willkürlich und aufgesetzt erscheinen. Inzwischen haben sich die Moravecs (von Menschen konstruierte roboterähnliche Entitäten mit künstlicher Intelligenz) auf den Weg in Richtung Erde gemacht, da sie dort den Ursprung des Konflikts vermuten. Mit an Bord sind der von Ilium entführte Odysseus und (zeitweise) Thomas Hockenberry, dessen Rolle bis zuletzt unklar bleibt. Ebenso undurchsichtig erscheint das Geschehen auf der alten Erde, wo sich die Voynixe (ehemals dienstbare Roboterwesen) gegen die Altmenschen erhoben haben und diese zu Hunderten massakrieren. Harman, Daeman und Ada überleben den Angriff zunächst, allerdings scheint ihre Lage zunehmend aussichtslos, zumal sich zusätzlich zur Voynix-Plage eine ebenso mächtige wie übelwollende Gottheit namens Setebos auf Mutter Erde niedergelassen hat und einen Zufluchtsort der Altmenschen nach dem anderen unter tödlich-blauem Eis ersticken läßt. Auch der Magier Prospero ist wieder mit von der Partie, ebenso wie die blutgierige Kreatur Caliban, der bereits der überwiegende Teil der sogenannten „Nachmenschen“ zum Opfer gefallen ist. Einer bzw. eine dieser Nachmenschen hat allerdings in einem Sarkophag auf dem Gipfel des Himalaya überlebt, und es bleibt Harman im Rahmen einer äußerst rätselhaften Mission vorbehalten, diese jüngere Version der „ewigen Jüdin“ Savi wiederzuerwecken. Die junge Frau namens Moira verfügt über im Wortsinne unglaubliche Fähigkeiten, die – wie sich später herausstellt – zu großen Teilen auch den Altmenschen zur Verfügung stehen. Die Erklärung bleibt vage, sowohl von genetischer Manipulation als auch von Nanotechnologie ist die Rede, was z. B. angesichts der Fähigkeit zum „Freifaxen“ (sich an einen beliebigen Ort versetzen) mehr als fragwürdig erscheint. Überhaupt benutzt der Autor die spektakulärsten wissenschaftlichen Ideen der Neuzeit ohne erkennbare Skrupel oder den Versuch einer seriösen Begründung. Es wimmelt von Bran-Löchern, alternativen Universen, Logosphären-Avatars und sogar den guten alten Black Holes in Miniaturausführung, die Dan Simmons zu einem pseudowissenschaftlichen Cocktail mischt, der sich mit zunehmender Länge des Werkes als unverdaulich erweist. Spätestens nach der Hälfte des Buches fragt sich der Leser ernsthaft, was denn das Ganze nun eigentlich soll, und die Antwort – so man denn überhaupt von einer solchen sprechen kann – fällt leider alles andere befriedigend aus und offenbart einen gewissen Hang des Autors zur Metaphysik. Zu den metaphysischen Schrecken gesellt sich dann auch noch menschliche Bosheit, die zu allem Überfluß auch noch in ein ideologisches Gut-Böse-Raster gepreßt wird. Wie nach dem 11. September offenbar modern und mehrheitsfähig, sind es die bösen Moslems, die die Erde mittels einer Seuche fast vollständig entvölkert haben und nur durch unsere Helden daran gehindert werden können, die alte Erde sozusagen post mortem mittels einiger Hundert Schwarzer Löcher in eine Staubwolke zu verwandeln. Derartige ideologisch-politische Konstrukte mögen bei Near-Future.Szenarien ihre Berechtigung haben; bei einer Handlung, die angeblich mehrere Tausend Jahre in der Zukunft spielen soll, wirken sie etwa so glaubwürdig wie ein Mongolensturm auf den Asteroidengürtel und alles andere als „mythenschaffend“.
Beinahe noch ärgerlicher ist die Neigung des Autors, mittels exzessiver Sex- und Gewaltszenen ein Publikum zu erreichen, das wohl sonst keine Bücher lesen würde. Die entsprechenden Organe haben zumeist Unterarmlänge (nur kein Neid) und Körpersäfte werden mindestens literweise ausgeschüttet bzw. mit Hieb und Stichwaffen extrahiert. Die Figur des Achilles wird vermutlich einzig aus diesem Grund so ausgiebig geschildert, denn sinnvoll erscheinen die Aktivitäten des Achäerhelden zu keinem Zeitpunkt. Leider ist dieses Fazit der weitgehenden Sinnfreiheit des Gesamtwerkes das einzige, was dem geneigten Rezensenten nach der Lektüre der fast 1000 Seiten geblieben ist. Normalerweise werden inhaltliche Defizite bei Dan Simmons‘ Büchern durch ein hohes Maß an Spannung kompensiert (was bei ILIUM durchaus noch der Fall war), doch auch die fehlt bei OLYMPOS über weite Strecken. Die Protagonisten sind erstens zu zahlreich, um Interesse an den Geschicken des einzelnen aufkommen zu lassen, und der letztendliche Erfolg der Unternehmungen der „Guten“ scheint von Beginn an wenig zweifelhaft. So stellt sich OLYMPUS am Ende als eine ärgerliche Kombination von Seitenschinderei, Spannungsarmut, Pseudowissenschaftlichkeit und ideologischer Determiniertheit dar, mit der der Autor der genialen Hyperion-Gesänge weder sich noch dem Publikum einen Gefallen getan hat.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
Kein Vergleich zu "Hyperion" oder "Terror"
Hatte zuvor die Hyperion-Gesänge, Endymion und Terror von D.S. gelesen und fand sowohl Plott, als auch den sprachlichen Stil super. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Max Müller veröffentlicht
Eine wunderbare Lektüre, die Platz für Fantasie lässt.
Dan Simmons entführt in eine ferne Zukunft und zeitgleich in die spannende Vergangenheit der - Homer würde sie nicht wiedererkennen- Ilias. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Marie von Steinrade veröffentlicht
Toll
Also ich kann nur schwärmen von diesem Buch. Es hat ALLES was es zu einem genialem Buch braucht. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Thomas Müller veröffentlicht
Grosses Kino
Fr. Weinert gibt in der "offiziellen" Inhaltsangabe alle wesentlichen Punkte wieder.

Was verschweigt sie uns? Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von R. Weller veröffentlicht
Gute Fortsetzung
Etwas das für viele Fortsetzungen von genialen Romanen gilt: Entweder übertreffen sie ihren Vorgänger oder sie sind schlechter. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. September 2009 von Stefan Zimmermann
Olympos, die gelungene Fortsetzung von Ilium
Nachdem ich bereits Ilium mit großer Begeisterung gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzumg in Olympos. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Juli 2009 von Dieter Holzmann
Transhumanismus
Dan Simmons zeigt in Olympos versiert auf, welche Auswirkung die konsequente Verwirklichung des Transhumanismus für die Meinscheit haben könnte. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Mai 2009 von Bayazzo
Total enttäuschendes Ende
Ich mache es relativ kurz, da in den bisherigen Rezensionen schon alle positiven und negativen Aspekte, alle Für und Wider des Buches genannt wurden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. April 2009 von Marduk608
Hätte ein Wahnsinnshit werden können
Ja, vieles Kritische ist schon in den bisherigen Rezensionen gesagt worden, vor allem was das Ende betrifft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Februar 2009 von Dr. Wilfried Kunstmann
Göttlicher Leichtsinn oder göttlicher Schwachsinn?
Troja, die edle auch Ilium genannte Stadt, steht im Brennpunkt der gesamten Galaxis. Trojaner, Griechen und extraterrestrische Streitkräfte der Moravecs belagern den Olymp und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Februar 2009 von Chilischote
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:







Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar