In der Buchreihe „Legendäre Spielstätten" stellt Bayern-Fan Radtke das Olympiastadion in München vor, welches nicht zuletzt aufgrund von wichtigen Fußballspielen einen festen Platz in der (west-) deutschen Fußballgeschichte eingenommen hat. Der große opulente Band wartet mit tollen Fotos, Infos zur Entstehungsgeschichte oder einen Rückblick auf die wichtigsten Fußballspiele bei Olympia 72, der WM 74 oder von Bayern und 1860 auf. Am stärksten ist das Buch, wenn es sich mit kleinen Geschichten beschäftigt, sei es nun mit dem Platzwart oder den Volkshochschulkursen in den Katakomben des Stadions. Und auch kritische Töne über Bayernfans und Beckenbauer fehlen nicht, zudem bemüht sich der Autor um eine objektive Betrachtung der Machenschaften von Wildmoser und Co. bei der Vergabe der Bauaufträge für die neue Versicherungs-Arena in Münchens Norden. Dennoch wäre mit diesem Buch mehr möglich gewesen: Sicherlich, das „Oly" ist durch seine Fußballspiele, vor allem durch das WM-Finale 74 zu Berühmtheit gelangt, dennoch werden die Vorgänge um das legendäre Zeltdach allzu schnell abgehandelt und die olympische Geschichte, die das Stadion nun mal unbestreitbar hat, heruntergespielt. Zudem liegt hier ein weiteres Buch vor, welches die Geschichte des FC Bayern abfeiert und ihr zumindest einen übergroßen Raum - verglichen mit dem TSV 1860 und Olympia 1972 - zugesteht. Insgesamt hätte sich der Autor mehr mit den Besonderheiten des Stadions und nicht nur fast ausschließlich mit seiner Fußballgeschichte beschäftigen müssen und können, denn dann wären sich wiederholende Textpassagen zu den unterschiedlichen Zuschauerzahlen in den Münchner Stadion vermeidbar gewesen. Wertung: Pfostenschuß.