Die Siebzigerjahre hindurch waren es besonders die Platten von Gruppen wie Renaissance, Steeleye Span, The Incredible String Band oder The Pentangle sowie die Solo-Produktionen einiger ihrer Mitglieder (allen voran John Renbourne und Bert Jantsch), die für die Folkszene eine unsagbare Bindungskraft hatten. Wer diese Musik liebte, dem gefiel meist auch das, was Clannad, An Triskell, Malicorne oder Alan Stivell machten. Superlative sind in diesem Zusammenhang eher unangebracht, denn jede Gruppe entwickelte einen ganz eigenen Stil und dass sich eine beliebte Formation bei einem Konzert vor einem lebhaft mitgehenden Publikum deutlich steigerte, war durchaus keine Seltenheit.
Doch eine Aufnahme übertraf das bis dahin Bekannte um Längen: Alan Stivells Konzert im Pariser L'Olympia. Dass uralte keltische Klänge, kombiniert mit einigen bekannten Traditionals, unter Wohlstandskindern einen solch enormen Anklang fanden, ist wohl nur sehr unzulänglich mit Verweisen auf das Unbehagen an unserer Zivilisation zu erklären. Dieser Konzertmitschnitt wirkt noch heute auf mich, als haben Alan Stivell und seine Band ihr Bestes gegeben, um zu zeigen, was sie können. Mit ihrer Musik verwandelten sie das L'Olympia in einen überschäumenden Topf und ich bin überzeugt, es hat dort kaum je ein solches Konzert gegeben.