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Produktinformation
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Der Film beeindruckt nach wie vor durch seine karge Fotografie und die prächtigen Kulissen. Dennoch steht Alec Guiness' bemerkenswerte (wenn auch umstrittene) Darstellung des Fagin, des alten Mentors der jungen Diebesbande, im Zentrum von Leans unvergänglicher Verfilmung. --Tom Keogh
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In einer aufklappbaren Papp-Box befindet sich sich die DVD und eine Vollversion von Reklams elektronischem Filmlexikon auf einer zweiten Disc CD-Rom. In der Box befindet sich weiterhin ein 16-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film und vielen Abbildungen. Extras auf der DVD selbst sind eine informative 24-minütige Dokumentation über die Entstehung des Films, der englische Trailer und Fotogalerien und eine isolierte Vorstellung der 1951 in Deutschland geschnittenen Szenen.
Die Bildqualität ist für einen Film von 1948 sehr gut, weit besser als die bisherige englische VHS-Version.
Eine drastische Abwertung muß diese DVD wegen des katastrophalen deutschen Tons erfahren. Leider muß man gerade bei DVDs von alten Filmen immer wieder erleben, daß des Guten zuviel getan wird - mit verheerenden Ergebnissen. Der deutsche Ton wurde hier so stark entrauscht, daß er quasi nur noch aus Artefakten besteht. Alles klingt blechern wie durch eine Gießkanne gesprochen. In Szenen, in denen nicht gesprochen wird, glaubt man einen Stummfilm zu sehen. In einer Außenszene z.B., in der ursprünglich Vogelgezwitscher zu hören war, hört man nur noch totes Nichts, die Vögel sind bei der Tonbearbeitung komplett mit rausgerechnet worden ! Der Ton ist damit absolut unbrauchbar.
Die deutsche Fassung stammt von 1951, da muß man beim Entrauschen sehr behutsam vorgehen, und eine Qualität wie bei einem Blockbuster wird man nie erzielen können. Entrauscht man zu stark, wird die Substanz und der Charakter des Films mit angegriffen und damit unwiderbringlich zerstört. Dies ist hier Geschehen. Die Tonbearbeitung ist klinisch rein und schon antiseptisch steril. Jeder kann im TV nachprüfen, was hier alles "fehlt".
Das ist umso betrüblicher, da der Film nun erstmals auch in Deutschland in kompletter Fassung vorliegt. 22 Minuten wurden 1951 geschnitten und nicht synchronisiert, da man befürchtete, die authentische und werkgetreue Darstellung des Fagin durch Alec Guinness könne antisemitische Ressentiments auslösen. Koch Media hat sich in kluger Weise nicht dazu entschieden, die Fehlstellen neu zu synchronisieren, sondern hat diese aus der englischen Fassung mit optionalen deutschen Untertiteln übernommen.
Die englische Tonspur hingegen ist deutlich besser, hätte zwar auch einen Tick weniger Entrauschen vertragen können. Im Großen und Ganzen fällt es hier aber nicht ins Gewicht, so daß der Ton als gut zu bezeichnen ist.
Schade ist, daß bei den Hintergrundinfos auf die bewegten Ereignisse und Tumulte anläßlich der deutschen Erstaufführung (die 1949 in Berlin und Hamburg noch in ungekürzter Fassung im Original mit Untertiteln stattfand) quasi überhaupt nicht eingegangen wird.
FAZIT: Koch Media hat ein schön produzierte DVD vorgelegt, deren einziges Manko, der miserable deutsche Ton, aber schwer wiegt. Sicher war dies ein einmaliger Ausrutscher, der sich bei den nächsten Veröffentlichungen nicht wiederholen wird. Wer nur auf den englischen Ton Wert legt: klare Kaufempfehlung. Wer auf den deutschen Ton angewiesen ist, wird leider keine rechte Freude an der DVD finden können.
Verfilmt wurde der Roman 1948 vom britischen Meisterregisseur David Lean ("Lawrence von Arabien", "Doktor Schiwago"), der zwei Jahre zuvor bereits mit "Geheimnisvolle Erbschaft" einen anderen Dickens-Roman brilliant in Szene gesetzt hatte. Lean ist mit "Oliver Twist" erneut ein atmosphärisch dichter Film gelungen, der durch hervorragende Darsteller und grossartige Kulissen eindrucksvoll die Armenviertel Londons zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Leben erweckt. Besonders beeindruckend: der unter seiner Maske kaum wiederzuerkennende Alec Guinness in der Rolle des Fagin.
Die DVD bietet die ungekürzte Version des Films. In Deutschland gab es bisher nur eine um rund 20 Minuten gekürzte Fassung. Die wieder eingefügten Szenen sind dabei in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu sehen. Die Bildqualität ist für einen Film dieses Alters ordentlich, kann aber natürlich nicht mit aktuellen Filmen mithalten. Als Bonusmaterial gibt es eine sehr interessante Dokumentation über die Entstehung des Films, die sich wohltuend von den sonst oft gebotenen "Werbe-Making-Ofs" abhebt. Desweiteren gibt es den Kinotrailer zum Film, eine Fotogalerie und ein dickes Booklet, das neben interessanten Informationen über die Entstehung des Films eine Vielzahl von Dreharbeitenfotos bietet.
Wem die Romane von Charles Dickens gefallen oder wer den Film "Geheimnisvolle Erbschaft" mag, dem sei "Oliver Twist" ausdrücklich empfohlen.
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