Es gab ja mal eine Zeit, in der Comedy noch etwas mit Humor zu tun hatte. In der menschen mit Souveränität auf der Bühne standen und ihr Publikum 90 Minuten lang ohne Unterbrechung völlig im Griff hatten.
Leute wie ein Jürgen von der lippe zum Beispiel, meinethalben auch noch ein Dieter Nuhr.
Leider geht es mit dem Humor stetig bergab, trauriger Höhe- (oder Tief?)punkt ist das vorliegende Werk.
Pocher schafft es nicht, sein Publikum zu fesseln, er wirkt völlig überfordert auf der großen Bühne und erweckt vielleicht ab und an Beschützerinstinkte, wenn er so krampfhaft versucht, seinen Gossenhumor Großbühnentauglich zu machen; mit wirklicher Unterhaltung indes hat das nichts zu tun.
Es gibt kein Hirn in diesem Programm, was Pocher macht, ist das Angleichen an das typische Sat1-Comedy-Publikum, das über Hausmeister Krause lacht und sich mit Atze Schröder völlig identifizieren kann. Kein beißender Spott, kein Witz, der erstmal das Gehirn passieren muss - nur gebrüllte Kalauer und vulgäre Zoten - aus einem Gesicht, das einfach viel zu untrainiert ist, um das zu transportieren, was es gerne transportieren möchte.
Comedy ist harte Arbeit, Mimik, Gestik und eine gewisse Kenntnis der menschlichen Psyche sind unabdingbare Bestandteile des Trainingsprogramms...neben einem Grundstock an naturgegebenem Talent. Pocher offenbart in allem - in dem trainierbaren wie auch im veranlagten - einfach nur Schwächen. Soll er ein B-Promi bleiben, auf kleinen Kabarettbühnen für den Teil des Volkes spielen, der einfach das Hirn abschalten möchte und nur auf billige Unterhaltung wartet, und die großen Bühnen für jene wirklichen Ausnahmetalente bereithalten, die mehr wollen, als Geld verdienen: Für jene, die ihr Publikum noch wirklich unterhalten möchten.
Ganze schlechte Show, alles in allem.