Oliver Pötzsch

Bilder von Oliver Pötzsch

Seine blutige Familiengeschichte beschäftigt Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, bereits seit der Kindheit. Bei seinen Recherchen stieß er auf die Folterwerkzeuge seiner Ahnen und einen Meisterbrief, der seinem Vorfahren eine 'besondere Kunstfertigkeit beim Köpfen' bescheinigt. Er fand außerdem heraus, dass das Richtschwert der Familie in den 70ern des letzten Jahrhunderts aus einem Heimatmuseum gestohlen wurde und seitdem verschollen ist. Sein 2008 erschienener Roman "Die Henkerstochter" wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Der Autor arbeitet für den Bayrischen Rundfunk und lebt in München.

Diese Biografie wurde vom Autor oder dessen Vertreter bereitgestellt.

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Gebundene Ausgabe: EUR 14,99 Kindle Edition: EUR 12,99
16. April 2012
4.1 von 5 Sternen   (20)
Taschenbuch: EUR 9,95 Kindle Edition: EUR 8,99
12. August 2010
4.8 von 5 Sternen   (74)
Audio CD: EUR 8,50
7. März 2012
4.1 von 5 Sternen   (79)
Taschenbuch: EUR 8,95 Kindle Edition: EUR 7,99
1. April 2008
4.2 von 5 Sternen   (175)
Taschenbuch: EUR 9,95 Kindle Edition: EUR 7,99
1. Mai 2009
4.4 von 5 Sternen   (72)
Taschenbuch: EUR 11,99 Kindle Edition: EUR 5,63
5.0 von 5 Sternen   (2)


Interview mit Oliver Pötzsch



Herr Pötzsch, Sie selbst sind ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert eine der bekanntesten Henker-Dynastien Bayerns waren. Gruselig, oder? Wie fühlen Sie sich als Teil dieser Familie?
Gott sei Dank glaube ich nicht an Erbschuld, sonst müsste ich mir bei 14 Scharfrichtern in der Familie schon Sorgen machen. Für mich sind die Geschichten rund um unsere Ahnen eher ein spannender Anekdotenschatz. Mittlerweile geht es mir aber auch ein bisschen darum, die Ehre meiner Vorfahren zu retten. Für die meisten ist der Henker ja nach wie vor nur der Fiesling mit der Kapuze. Welcher Mensch hinter dieser Kapuze steckte, diese Mischung aus Außenseiter und begehrtem Heilkundigen, das ist ja weitgehend unbekannt.

Inwiefern hat Ihre Familiengeschichte Einfluss auf Ihr heutiges Leben?
Im Archiv eines Verwandten bin ich bei der Recherche auf unseren Stammbaum gestoßen, der fast 500 Jahre zurückgeht. Das sind vergilbte Dokumente, auf denen ganz unten mein ei-gener Name und der meiner Kinder auftaucht. Da läuft einem schon ein leichter Schauer über den Rücken. Ich war schon immer ein Familienmensch. Aber seit ich mich näher mit meinen Ahnen befasse, spüre ich doch, wie wichtig der familiäre Verband ist. Dieses Gefühl, einer größeren Gemeinschaft anzugehören. Ich glaube, das Bedürfnis danach nimmt gerade in der heutigen Zeit wieder stark zu.

Ist Ihre Idee zum Buch durch Ihre Recherchen entstanden? Oder recherchierten Sie aufgrund Ihrer Buchidee?
Ich habe vor einigen Jahren für den Bayerischen Rundfunk eine längere Sendung zum Thema „Henker in Bayern“ verfasst. Während der Recherche merkte ich sehr schnell, dass dieses Thema sich ideal für ein Buch eignet. Ein von der Gesellschaft Ausgestoßener, der berühmt ist für sein Wissen sowohl in der Medizin als auch in der Magie. Ein Mensch, der laut Gesetz töten muss. Mich wundert es eigentlich, dass nicht schon mehr Autoren den Henker als Romanfigur entdeckt haben.

Wie und wo haben Sie recherchiert? Wie müssen wir uns das vorstellen?
Der mittlerweile verstorbene Cousin meiner Großmutter hat sich fast sein ganzes Leben mit dem Themen Ahnenforschung und Scharfrichterei beschäftigt. Darauf greife ich immer wieder zurück. Ansonsten habe ich im Schongauer Stadtmuseum und in den dortigen Archiven gestöbert. Besonders Spaß haben mir die Rätsel im zweiten Buch gemacht. Ich bin mit dem Rad quer durch den Pfaffenwinkel gefahren und habe in den Klöstern nach interessanten Details Ausschau gehalten. Jedes meiner Rätsel hat deshalb einen wahren historischen Kern.

Haben Sie einen Lieblingscharakter? Mit welcher der Figuren identifizieren Sie sich am stärksten?
Ganz eindeutig mit dem Schongauer Medicus Simon Fronwieser, vielleicht weil ich ja aus einer Arztfamilie stamme. Aber auch, weil ich seine Leidenschaft für Bücher und Kaffee teile und eher ein Angsthase bin. Das misanthropische Gemüt des Henkers liegt mir allerdings auch. Ich kann schon ein grimmiger einsilbiger Brocken sein, fragen Sie mal meine Frau. Dieses Kuisl-Temperament wird offenbar in unserer Familie weiter vererbt.


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