Nach der Erstausstrahlung um Weihnachten 1985 habe ich jahrelang vergeblich Fernsehzeitschriften auf der Suche nach einer Wiederholung durchforstet; und die Romanfassung, die ich wenige Tage nach Serienende im Regal hatte, war irgendwann auch nicht mehr richtig geeignet, die Sehnsucht nach "Pumuckl" Hans Clarin als diabolisch-genialem Graf Esteban zu befriedigen.
Daher ging es mir mit der DVD, wie es sich nach zwanzigjähriger Wartezeit gehört: Bestellung - Lieferung - und ununterbrochener Hochgenuß bis in die frühen Morgenstunden.
Aus heutiger Sicht betrachtet kann man sagen, dass OLIVER MAASS seiner Zeit ein ganzes Stück voraus war: Die mit dezenten Fantasy- und Horrorelementen gespickte Mysterygeschichte um eine Zaubergeige und das Geheimnis des legendären Gotenkönigs Theoderich würde beim Blick auf den aktuellen Mysteryboom heute sicherlich ein großer TV-Renner werden. Damals waren derartige Storyboards jedoch in erster Linie durch das Kino (in erster Linie Indiana Jones) vertreten, weswegen der Zugang zu einer deutschen Mysteryserie sicherlich nicht so einfach war wie heute.
Zum Schluß eine Feststellung für alle Dan Brown-Fans: Gewölbe, Rätsel aus dem Mittelalter und mysteriöse Geschehnisse sind keine wirklich neuen Thematiken. Das alles gab es bereits vor zwanzig Jahren: nämlich bei OLIVER MAASS!