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Oldenbourg Textnavigator für Schüler: Homo faber Taschenbuch – 1. Mai 2012

3.9 von 5 Sternen 181 Kundenrezensionen

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Produktinformation


Mehr über den Autor

Max Frisch (1911-1991), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, konnte nicht nur mit dem Wort etwas erschaffen: Er arbeitete auch erfolgreich als Architekt. Über journalistische Arbeiten und erste literarische Versuche fand er schließlich seinen eigenen Stil als Autor. In seinen Essays, Erzählungen, Hörspielen, Dramen und Romanen war er nicht nur ein großer Literat, sondern auch ein streitbarer Humanist. Sein kritischer Geist rieb sich an seiner Schweizer Heimat ebenso wie an Demagogen in aller Welt - um doch anlässlich seines 75. Geburtstags ernüchtert festzustellen: "Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb." Bekannt wurde er u. a. mit den Romanen "Stiller", "Homo Faber" und "Sein Name sei Gantenbein" sowie Theaterstücken wie "Andorra" und "Triptychon".

Foto (c) Suhrkamp Verlag

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Manteuffels Lesung trifft den Ton des Technokraten. Frisch hätte seine Freude." (FULDAER ZEITUNG) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD.

Rezension

Der Zusatztitel "Ein Bericht" des wohl bekanntesten, 1957 erschienenen Romans von Max Frisch ist symptomatisch: Er charakterisiert den Ich-Erzähler als rationalitätsgläubigen Menschen. Und er bezeichnet die Form seiner sachlichen Erinnerung. Walter Fabers Leben bestimmt ein technologisch-mathematisches Weltbild. Durch eine Reihe von 'Zufällen' wird die Identität des Ingenieurs erschüttert: Zuerst lernt er den Bruder seines Jugendfreundes kennen. Joachim hatte Hanna, damals Fabers Freundin, geheiratet. Dann trifft Faber auf einer Schiffspassage die junge Sabeth. Er begleitet sie auf ihrer Reise durch Südfrankreich und Italien bis nach Griechenland. Er will das junge Mädchen heiraten. Geschickt gelingt es ihm immer wieder, seinen Verdacht wegzuwischen. Doch Sabeth ist seine Tochter. Zum Inzest kommt am Ende auch noch, dass er den tödlichen Unfall Sabeths nicht verhindern konnte.

Max Frisch, 1911 bis 1991, wurde berühmt durch "Stiller, "Mein Name sei Gantenbein", "Montauk" und "Biedermann und die Brandstifter". Fabers Bericht wird von Felix von Manteuffel, einem der großen deutschen Schauspieler der Gegenwart, im kargen, trockenen Stil des Ingenieurs vorgetragen. Seine Stimme trifft die Sachlichkeit und Distanz zu allem, was den Helden selbst betrifft. Eine glaubwürdige Interpretation von unschuldiger Schuld und schicksalhaftem Verhängnis. Vollständige Lesung, Spieldauer: ca. 450 Minuten, 5 MC. Erhältlich auf 7 CD oder 5 MC. Mit Booklet.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Format: Kindle Edition
Der Ingenieur Walter Faber ist ein „echter Kerl“. Er ist am liebsten von Technik umgeben und am glücklichsten, wenn er an etwas herumwerken kann. Den Glauben an Schicksal oder Bestimmung hält er für weibisches Getue. Die Kunst und die Natur sind ihm fremd, letztere betrachtet er am liebsten durch seine Kamera, aber echt erleben möchte er sie nicht. Auch seine Mitmenschen sind für ihn oft anstrengend und unverständlich.
Walter wird nun durch eine Verkettung von Umständen dazu gebracht, sein bisheriges Leben in Frage zu stellen und die Vergangenheit holt ihn ein.
Bei der Notlandung seines Flugzeugs in der Wüste von Mexico lernt er einen Passagier kennen, der sich als der Bruder seines Jugendfreunds Joachim herausstellt. Obwohl er in Venezuela die Montage von Turbinen überwachen soll, handelt Faber aus einer Laune heraus und begleitet Herbert, um Joachim wiederzusehen. Doch als sie auf der entlegenen Tabakplantage ankommen, hat sich Joachim vor ein paar Tagen erhängt. Walter erinnert sich immer mehr an seine und Joachims gemeinsame Freundin Hanna, eine Jüdin, die er insgeheim noch immer liebt. Hanna erwartete ein Kind von ihm und er wollte sie heiraten, damit sie in der Schweiz einer Verfolgung durch die Nazis entkam. Damals wollte er sich seine Gefühle aber nicht eingestehen (und zulassen), so dass er die Heirat nur als Pflicht ansah. Weil er keine Verantwortung übernehmen wollte und das Kind lieber abtreiben lassen wollte, kam es aber nicht zu einer Verbindung mit Hanna. Er musste der Arbeit wegen fort und Hanna heiratete Joachim. Er glaubt, dass sie das Kind seinem Wunsch nach abgetrieben hat.
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Format: Gebundene Ausgabe
"Homo Faber" ist wahrscheinlich Max Frischs bekanntestes Buch. Der Erzähler berichtet notizen- und tagebuchartig von beeindruckenden Erlebnissen auf Reisen. Die Geschichte entfächert sich, als er eines Tages als Flugzeugpassagier in der Wüste notlanden muß. Durch Seine Zuneigung und schließlich Liebe zu einer jungen Frau, die seiner ehemaligen Ehefrau unglaublich ähnlich sieht, endet abrupt und unwiderruflich. Im Folgenden begreift er langsam sein eigenes Leben und muß erkennen, daß er fast alles falsch gemacht hat. Für eine Läuterung ist es jedoch längst zu spät. Das Buch erreicht seinen Höhepunkt, falls es überhaupt eine Spannungskurve im klassischen Sinne erträgt, erst auf den letzten Seiten.
"Homo Faber" ist in Zusammenhang mit Frischs Büchern "Stiller" und "Mein Name sei Gantenbein" zu sehen. Die ewige Suche nach der inneren Persönlichkeit, nach dem Menschen ohne Fassade, ohne Täuschung und Selbsttäuschung, steht auch bei "Homo Faber" mit im Vordergrund. Durch schonungslose Offenheit mit sich selbst und dem Leser erreicht Frisch eine Nähe und Unmittelbarkeit, die man sonst selten findet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Format: Gebundene Ausgabe
Max Frischs Roman "Homo Faber", der Bericht eines Ingenieurs, zählt mit Recht zu den besten deutschsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts. Der Erzähler Walter Faber, ein UNESCO-Ingenieur, hat sich das rein rationale Weltbild eines puren Technikers zugelegt. Mit Kunst, die ja der Ratio zuwider läuft, kann er nichts anfangen und Gefühle sind für ihn die großen Schwächen des Menschen; folgerichtig sieht er in emotionslosen, aber perfekt funktionierenden Maschinen sein Daseinsideal verkörpert. Doch im Laufe seines Berichts zeigt sich, dass Faber mit diesem Ungenügen sich selbst verleugnet, denn zu zwischenmenschlichen Beziehungen ist er nicht in der Lage.

Erst die Beziehung zur jungen Sabeth reißt ihn wieder hinein ins Leben; er beginnt, Dinge wieder zu erleben, Spontaneität auszuleben und ist auch zur Liebe fähig. Doch diese Liaison birgt ein verhängnisvolles und folgenschweres Geheimnis in sich, das Fabers Versagen zum Ausdruck bringt.

Max Frischs Roman ist keine Geschichte über das Schicksal. Sie zeigt vielmehr in ihrer Verkettung unwahrscheinlichster Ereignisse die Realitätsferne des rein technischen Weltbildes. Faber durchläuft in seinem Bericht eine gewaltige Entwicklung, so dass er am Ende Erzähltes nivellieren muss: "Alle Zeugnisse von mir wie Berichte, Briefe, Ringheftchen, sollen vernichtet werden, es stimmt nichts. Auf der Welt sein: im Licht sein. Irgendwo (wie der Alte neulich in Korinth) Esel treiben, unser Beruf! - aber vor allem: standhalten dem Licht, der Freude (wie unser Kind, als es sang) im Wissen, dass ich erlösche im Licht über Ginster, Asphalt und Meer, standhalten der Zeit, beziehungsweise Ewigkeit im Augenblick. Ewig sein: gewesen sein.
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1 Kommentar 33 von 38 haben dies hilfreich gefunden. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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Format: Taschenbuch
In der 12. Klasse musste ich "Homo Faber" in Deutsch lesen. Es war von Anfang an nicht langweilig, was nach mehreren ungenießbaren Lektüren des Leistungskurses schon erfreulich war. Was ich auch sofort gut fand: ich las nicht nur Literatur, sondern auch eine teilweise zynisch geschriebene Geschichte, bei der gelegentliche kleine, ungefährliche Lachanfälle nicht auszuschließen waren.
Ich las die meisten Seiten laut vor mich hin und versuchte, den Sprachstil passend dabei zu betonen. Dies war besonders leicht, da Max Frisch einen Ich-Erzähler gewählt hat. Es war, als schnüffelte ich im Tagebuch eines Fremden, der seine Erlebnisse nicht trocken genug schildert, um es wieder beiseite zu legen. Emotionen kommen interessanterweise nie richtig zum Vorschein - sie werden vom Erzähler einfach weggelassen. Noch besser hätte mir die Geschichte gefallen, wenn Walter Faber am Ende durch den entscheidenden Lebenseinschnitt (den ich hier nicht vorwegnehmen will) zum bemitleidenswerten Sympathieträger würde. Es kann aber sein, dass der Autor das gerade nicht wollte, um die Einstellung der Homo Fabers auf diesem Planeten zu kritisieren: solche Leute ändern sich eben nie.
Es gibt eine Verfilmung zum Roman, die ich aber weniger hoch einstufe, weil nur im Buch alle Ansichten,Gedanken und Defizite des Protagonisten deutlich werden.
Manche Bücher sind wirklich zum Lesen geschrieben, nicht nur dafür, dass der Schreiber Geld verdient. "Homo Faber" zählt dazu.
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