"Olden" enthält vor allem Demo- und Liveversionen von Stücken, die später auf Sackcloth 'n' Ashes und Low Estate erschienen. Die Demos können natürlich nicht in Bezug auf Produktionsqualität mit den Studioversionen mithalten, aber umso mehr in Bezug auf die Wirkung. "Scrawled In Sap" wird von D.E. Edwards auf eine Art mit Leben erfüllt, die die Studiofassung verblassen läßt. Im Gegensatz zur Version auf Sackcloth 'n' Ashes wirkt "I Seen What I Saw" hier jedoch etwas statisch. Generell wird aber erneut deutlich, daß die Band bei den Songs nie an festen Schemata festhielt, wie es etwa auch auf "Hoarse" dokumentiert ist. Auch die Texte einiger Lieder haben leicht abweichende Fassungen, so der von "My Narrow Mind". Dieses Lied, auf Low Estate ein atemloser Ritt, ist auf Olden auch einen Schritt langsamer und überraschend strukturiert. "Strong Man", das mit dem Refrain aus "There Is Power In The Blood" von Lewis E. Jones den donnernden Ausklang von Sackcloth 'n' Ashes lieferte, ist hier konventioneller arrangiert, klingt aber trotzdem keine Spur versöhnlicher. Dieses Stück, das auf Sackcloth 'n' Ashes stilistisch aus dem Nichts zu kommen schien, erweist sich auf Olden als in den Kontext der Slide-Guitar-Balladen wie "South Pennsylvania Waltz" eingebettet.
Bei den Liveaufnahmen wird deutlich, daß Punk zu den wichtigen Einflüssen der Band zählte, wovon später nur noch in wenigen Fällen etwas herauszuhören war. Die eindringlichen Konzertina-Klagen "Pure Clob Road" und der Titelsong von Low Estate haben auf Olden ein stabiles Rhythmus-Fundament mit einem fast swingenden Bass. "Sac Of Religion" und "Dead Run" präsentieren sich, wie auch "Slow Guilt Trot", als fast klassischer Punkrock. Während "Sac Of Religion" das langsamere Tempo und die krachenden Akkorde auf Low Estate gut taten, nahm der "Dead Run" sein Tempo dorthin mit und funktioniert mit Fiddleverstärkung hervorragend als Countrypunk-Knaller.
Olden ist alles andere als eine Resteverwertung. Die Platte gibt den Blick frei auf die Bandbreite der 2005 aufgelösten Band und auf die Entwicklung ihrer Songs, die musikalisch und inhaltlich kaum Gegenstücke haben.