,Old Socks New Shoes` war 1970 das letzte Album der Gruppe, das unter dem Namen ,The Jazz Crusaders` erschien und das hat - wie man hier nachhören kann - auch einen guten Grund.
Standen Sie in den 60ern wie keine andere Band für das Genre ,Soul-Jazz` so wurden gegen Ende der Dekade auf ihren Alben zunehmend die Faszination und die Einflüsse des Funk hörbar, nur: bei den Crusaders klingt das nie hektisch, es fliesst groovig dahin und swingt auch des Öfteren.
Der opener - Sly Stones ,Thankyoufalletinmebemicelfagain` -ist wohl eine der gelungensten Coverversionen einer Sly-Nummer, denn Joe Sample und Co wandeln das zackige Riff zu einem ruhigen und dennoch ungemein zwingenden Groove um. Bei den Eigenkompositionen gibt hier noch Wayne Henderson den Ausschlag und sein ,Funny Shuffle` fliesst wunderbar eingängig dahin. Das balladenhafte ,Why Do You Kaugh At Me?` könnte man fast als Insipirationsquelle für Wilton Felders Crsuaders Klassiker ,Way Back Home` sehen, der dann am Ende dieser Platte steht.
,Jackson` hat einen Motown-ähnlichen Groove und Tony Joe White's ,Rainy Night In Georgia` erhält ein unheimlich smoothes aber verführerisches treatment. Das perlt so richtig dahin und ist rhythmisch trotzdem sehr interessant. Und wer denkt, dass man die wunderschöne Beatles Nummer ,Golden Slumbers` nicht zum grooven bringen kann ohne Sie zu zerstören, der wird spätestens ab der Hälfte des tracks eines Besseren belehrt. Kommt gleich nach ,The Other Side Of Abbey Road` von George Benson.
Jazz! ist dann das was der Name sagt - Samples einzige Komposition auf diesem Album ist fast purer Be-Bop und großartig, da zeigen die Herren, dass Sie nicht nur den Groove beherrschen.
,Hard Times` und ,Way Back Home` sind eh schon Evergreens im Crusaders Kanon und alleine schon die Anschaffung dieser Platte wert.
Alles in Allem ein exzellentes Album, das immer wieder darauf hinweist, dass Sie schon auf halbem Weg zum Soul-Funk waren, der dann ihre 70er Jahre Alben beherrschte. Crusaders Kenner werden sowieso ihre Freude daran haben, denn fast auf keiner anderer ihrer Scheiben klingen Sie so butterweich und relaxt groovend wie hier, ohne aber dem Ganzen den Biss zu nehmen.