Er ist nicht nur der längste (ca 114 min!) und teuerste Film (damals 5 Millionen DM!) der Winnetou-Reihe geworden, sondern auch neben Winnetou 1 einer der besten Filme der Reihe! Es war auch der 1. Winnetou-Film, der im Fernsehen gezeigt wurde (27.09.70, ARD).
Der Film ist stilistisch gut gemacht und auch im Vergleich zu den anderen Filmen der Reihe dramaturgisch sehr gut aufgebaut! Mehr als in vielen anderen Karl May-Filmen gelingt es hier richtig Spannung aufzubauen. Der Film bietet auch viele gute Dialoge und einen Bösewicht, der mal nicht an Gold interessiert ist. Der Bösewicht in diesem Film ist neben dem Interesse an Landgewinn auch rachedurstig auf die Indianer, weil er duch diese seinen Sohn und seine Frau verloren hat. Dies kommt heraus, als Winnetou seinem Rivalen allein gegenüber steht. Als führender und respektierter Soldat und geschickter Intigrant ein sehr interassanter und gefährlicher Gegner. Sowohl Winnetou als auch Old Shatterhand kommen in Situationen, in denen man sich als Zuschauer, mehr als in den meisten anderen Filmen, um diese Figuren ernsthaft Sorgen macht und somit entsprechend mitfiebert. Der Höhepunkt ist aufwendig in Szene gesetzt. Old Shatterhand ist hierbei hilflos und Winnetou kämft mit Kriegsbemalung gegen das Fort, welches sich mit Kananonen verteidigt. Die Schlussszene, in der Winnetou wieder einen herben Verlust in Kauf nehmen muss, wurde ohne Worte perfekt inszeniert. Erschüttert schleppt Winnetou den Toten in seinen Armen, zeigt diesen seinem Freund, den er aufgrund seines inneren Schmerzes nur kurz anblicken kann, und geht sichtlich um Fassung ringend stumm weiter. Ein bewegender, epischer Schluss, welcher die Härte und die Entbehrungen des Kampfes um Frieden und Recht der Indianer unterstreicht. Die eindrucksvolle Schlussszene wird auch musikalisch toll untermalt. In diesem Film war es nicht Martin Böttcher, sondern Riz Ortolani, der ebenso wie Böttcher einen epischen, wenn auch stilistisch anderen (bei so vielen Winnetou-Filmen mit der guten Bötcher-Musik mal erfrischend anders!), erinnerungswürdigen Wesetrnscore lieferte. Ortolani arbeitete mit Orchester und Chor (Musik nur auf vergriffener LP von Celine Records, vergriffener CD von Cobra records oder im teuren, aber üppigen 8-CD Set "Wilder Westen - Heißer Orient" erhältlich)!
Insgesamt ein in jeder Hinsicht fesselnder, gut gemachter Western, der innerhalb von 12 Monaten 3 Millionen Besucher hatte und somit damals verdient die Goldene Leinwand bekam.
Übrigens: In einer Szene sieht man die schöne Paloma Nakama (gespielt von Daliah Lavi) an den Wasserfällen splitternackt ins Wasser springen (kein Witz! Szene ist im letzten Filmdrittel).