Bisher kannte ich nur einzelne Songs von Alexisonfire und wollte mir schon lange ein Album von ihnen zulegen. Schließlich hatte ich vor kurzem zu meinem Geburtstag neben 3 anderen CDs auch "Old Crows/Young Cardinals" bekommen. Ich hatte mich von den 4 Alben für dieses entschieden, da mich erstens die guten Kritiken angelockten und zweitens, mir 2 Songs, die ich daraus bisher kannte ("Young Cardinals" und "Born and Raised") sehr gut gefielen. So viel zur Vorgeschichte...
Meine Meinung zum Album ist überwiegend positiv. Es hört sich anspruchsvoll an, die Arragements gefallen mir und die unverwechselbaren Stimmen der Frontmänner konnten mich von Anfang an sehr überzeugen. Eigentlich gibt es keinen Song, den ich als wirklich schlecht bezeichnen könnte.
Nun kommen wir aber zu einem Kritikpunkt. Das Drumset hat zwar einen verdammt guten Klang und ich bin jemand der besonders darauf achtet (obwohl mein erlerntes Instrument das Keyboard ist). Aber mir persönlich sticht es in manchen Songs einfach zu sehr hervor. Ich hab das Gefühl, dass bei der Produktion des Albums das Schlagzeug bevorzugt und die anderen Instrumente eher vernachlässigt wurden. Es ist wirklich schön zu hören, was der Herr Hastings alles drauf hat, aber ich als Musiker (der mehr auf die Musik als auf den Gesang achtet) möchte von einer Band auch die anderen Instrumente hören.
Aber nun gut, das ist nicht so schlimm, weshalb ich nur einen halben Stern abziehen würde.
Einen ganzen Stern Abzug gibt es dafür, dass mir zwar die erste Hälfte des Albums sehr gefällt, aber gegen Ende hin wird das Album zu eintönig und dadurch langweilig. Die ersten Songs bis einschließlich "The Northern" blieben bei mir sofort im Kopf hängen, da ich Unterschiede herraushören konnte, doch dann nahm die Originalität ab und ich höre in den darauffolgenden 4 Songs nur Einheitsbrei. Deshalb bin ich von dem letzten Song "Burial" umso mehr begeistert, da sich dieser von den vorherigen Songs deutlich abhebt. Er ist zwar ruhig, aber eben anders und begeisterte mich sofort. Als finaler Song ist er auch sehr gut geeignet.
Mit "Old Crows/Young Cardinals" hab ich den Sound von Alexisonfire kennen gelernt. Er ist hart und gleichzeitig melodisch. Alexisonfire heben sich deutlich von ihren vielen gleichklingenden Genre-Kollegen ab und ich werde mir definitiv auch ihre vorherigen Werke besorgen.
Nur schade, dass jetzt wahrscheinlich nichts Neues mehr von ihrer guten Musik kommen wird. Es sieht leider nicht so aus, dass Sänger Dallas Green mit seiner geilen, unverwechselbaren Stimme wieder mit der Band zusammenarbeiten will. Alexisonfire ohne Dallas Green wäre nicht mehr Alexisonfire. Wenn sie mit einem neuen Sänger wieder zusammenkommen würden, wird es so enden wie mit Sonic Syndicate...
Echt schade!