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Produktinformation
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Die aggressive Feindseligkeit des Okzidentalismus gegen den Westen, so haben die Autoren ausgemacht, richtet sich vor allen Dingen gegen vier Erscheinungen der westlichen Moderne -- erstens: die Metropole als Hort von Hochmut und Sünde, zweitens: das gottvergessen nach Wohlstand strebende Bürgertum mit der Freiheit als Götzen, drittens: die okzidental-säkulare Vernunft und viertens: die gesellschaftliche und sexuelle Emanzipation der Frau, die den rechtschaffenden aber im Fleische schwachen Mann vom Pfad der Tugend abzubringen droht. Für all dies Schändliche standen inmitten des modernen Sündenbabels New York diese schrecklichen symbolischen Türme, wie Buruma und Margalit Osama bin Laden zitieren, die von Freiheit, Menschenrechten und Humanität kündeten und deshalb zerstört wurden. Mit der Zerstörung dieser Wahrzeichen glaubten die Dschihadisten und ihre Attentäter, sich und ihren Glaubensbrüdern beweisen zu können, dass ihre beseelte Gemeinschaft, die über dem Individuum steht und für die sein Leben hinzugeben dem Einzelnen Erlösung bedeutet, der seelenlosen, westlich-individualistischen Gesellschaft überlegen ist.
Während Buruma und Margalit dem Leser all diese bekannten anti-westlichen Klischees noch einmal vor Augen führen, wächst in diesem die Einsicht, dass diese okzidentalen Reflexe im Westen selbst -- hier und da mit etwas anderen Akzenten im Vokabular -- eigene ideologische Heimaten haben. Damit freilich tun sich völlig neue Fragen auf, denen nachzugehen zumindest nicht minder lohnenswert gewesen wäre. -- Hasso Greb
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Darauf wird auch eingegangen, jedoch liegt der der Schwerpunkt des Buches eindeutig auf der Klärung der Herkunft und Entstehung des Okzidentalismus.
Dabei wird im Laufe des Buches herausgearbeitet, dass die Wurzeln desselben auch im nationalen Selbstverständnis und den sich daraus entwickelnden Ideologien der westlichen Länder selbst liegen und wie diese dann von "östlichen" Ländern adaptiert und ideologisch erweitert und angepasst wurden. So wird gezeigt, dass es diesen Okzidentalismus auch außerhalb der islamischen Welt bereits im Japan des zweiten Weltkrieges oder dem Russland des 19. Jahrhunderts gegeben hat.
Daran anknüpfend wird die Bedeutung der Religion im Okzidentalismus analysiert, wobei hier der Schwerpunkt auf dem Islam liegt. Es wird dargestellt, warum materieller Reichtum, der Rückzug des Religiösen in die Privatsphäre, die Stellung der Frau und die Sexualmoral des Westens diesen zum Sinnbild einer Ansammlung barbarischer und götzenanbetender Staaten macht.
Gleichzeitig wird auch das Spannungsverhältnis der islamischen Länder zwischeneinander beschrieben. Westlicher Materialismus und (erzwungene) Modernisierungsversuche und Religion prallen aufeinander. Das daraus entstehenden Gewaltpotential sowohl innerhalb der islamischen Welt als auch zwischen der islamischen und westlichen Welt wird ebenfalls thematisiert.
Insgesamt bemühen sich die Autoren einen ausgewogene Einblick in das Thema Okzidentalismus zu bieten und gleichzeitig dem Vorurteil zuvorzukommen, dass er eine Erfindung der islamischen Welt ist.
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