"Sie sollten wissen, dass die Geschichte einer Familie nicht nach dem Uhrzeigersinn geht oder der Richtung folgt, in die sich der Griff der Mühle dreht, um den Pfeffer zu mahlen. Sie ist, wenn Ihnen Vergleiche Spaß machen, wie ein gedeckter Tisch, um den die Menschan sitzen und essen". Und das ist der "Oktapusgarten". Eine kulinarische Reise auf eine andere Art. Das Essen und die Familie werden eins. Die griechische Autorin will die Bedeutung des Essens und des Zusammenseins beim Speisen hervorheben, deswegen schmelzen bei ihr die zubereitete Gerichte und verstrickte Familiengeschichte ineinander. Ich finde es hervorragend, wie Amanda Michalopoulou ihre Erzähler wechselt. Sie lässt Olive, die in einem Glas im Schrank steht, das Geschehen beobachten, um anschließend auch verspeist zu werden oder lässt sie Hackfleischbällchen, die auf dem Boden liegen, eine Familiensaga erzählen, um dann von den Kindern zermalmt zu werden.
Athina, die den Namen der kriegerischen Gottheit trägt, ist mit ihrem Leben sehr unzufrieden und wirkt sehr resigniert. Bis ihr Bruder ihr seine Novelle "Ich schlag dich wie einen Oktapus" zum Übersezten gibt. Von da an nimmt ihr Leben eine Wende und sie entdeckt anhand der Novelle, die ihr Bruder Ilias verfasst hat, ihre eigene Familie, die sie nie verstanden hat.
Ein wunderschönes Buch! Ein hervorragendes Werk über das schöne/nicht-schöne Familienleben, über Selbstfindung und übers Essen. Lesenswert!