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Oktoberplatz - Meine großen dunklen Pferde. Roman
 
 
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Oktoberplatz - Meine großen dunklen Pferde. Roman [Gebundene Ausgabe]

Martin von Arndt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Klöpfer + Meyer GmbH + Co. KG; Auflage: 1 (27. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863510232
  • ISBN-13: 978-3863510237
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 134.197 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martin von Arndt
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Martin von Arndt hat den Schalk im Nacken: Ein sehr unterhaltsamer, ein sehr humorvoller Autor! (Elke Heidenreich)

Martin von Arndt: ein großes poetisches Talent, ein Autor von Rang. (Die Zeit)

Weiß der Teufel, dieser Martin von Arndt weiß sich auszudrücken! Uns allen gratuliere ich zu diesem Wort-Virtuosen! (Jürgen Lodemann, Laudatio zum Thaddäus-Troll-Preis für Martin von Arndt)

Kurzbeschreibung

Weißrussland im 21. Jahrhundert: Präsident Lukaschenka regiert das Land mit harter Hand, Zeitungen werden verboten, ppositionelle Politiker verschwinden. Die Bevölkerung hat sich mit allem abgefunden, ertrinkt in einer Mischung aus Wodka und Fatalismus. Und Wasil, der Held des Romans, will seine Tante Alezja loswerden und zwar für immer! »Oktoberplatz« erzählt von der persönlichen und politischen Frustration, die Wasil in Betrügereien, Inzest und Mord treibt. Ein aufwühlendes, eindrückliches Buch über die Liebe, über Träume, über Macht und Missbrauch. Aber auch eines über die letzte Diktatur Europas, über kapitalistische und sozialistische Verirrungen. Für die Arbeit an diesem Roman lebte und recherchierte Martin von Arndt über mehrere Monate im Milieu weißrussischer Oppositioneller in Minsk.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Am Samstag habe ich mit Oktoberplatz angefangen, vor dem Tatort hatte ich schon über die Hälfte gelesen, und das, obwohl ich auf dem riesigen Familiengeburtstagswochenende, sprich: sowas von eingebunden war in familiäre Aktivitäten (inkl. sechs (!) Kindern und einem jungen Hund), dass es der Sau grauste. Dennoch jede freie und unfreie Sekunde zum Lesen genutzt, durch emotionale Höhen und Tiefen geworfen worden, herzlich gelacht, auch mal tief geseufzt, oft nachgedacht und sogar hier und da ein paar Dinge gelernt. Jetzt bin ich fertig mit "Oktoberplatz" und muss sagen: ein wunderbares, reichhaltiges Buch!

Besonders schön und gut gemacht ist, wie von Arndt die hochpolitische Geschichte des Romans mittels einer hochpersönlichen Geschichte, gleichzeitig noch eine Familien- und eine Coming-of-age-Geschichte (mit Kopfnicken in Richtung Schelmenroman?), erzählt und sich dabei durch all diese Themen durcharbeitet, aber dennoch schlüssig bleibt. Wenn ich mir durch den Kopf gehen lasse, was da alles drinsteckt auf diesen "nur" knapp 300 Seiten, klingt das total überladen, aber davon merkt man im Buch selber nichts. Es ist sehr dicht, sehr verwoben, aber auch sehr klar und mit leichter, melancholischer, hier und da zynischer, hier und da witziger Hand geschrieben.
Und ich konnte das Buch auch verstehen, ohne mir die politischen Hintergründe auf Wikipedia anlesen zu müssen, weil von Arndt genau richtig viel darüber erzählt, damit man's kapiert, aber genau richtig wenig, damit's weder langweilig noch zu konkret wird.

So lernt man doch ein paar Dinge über die politischen Zusammenhänge in Weißrussland (und darüber hinaus), während man dem wunderbar müden, zynischen Wasil folgt, eine Fin-de-Siècle-Figur mitten im neuen Jahrtausend. Dieser schleicht, traumwandelt, rempelt und quält sich durch all die politischen Umbrüche, die ihn interessieren sollten, für die er sich aber nicht interessieren kann, wiegt die eigene Existenz einfach zu schwer.

Einen politischen Roman über einen politikverdrossenen jungen Mann hat Martin von Arndt hier geschrieben, eine Liebesgeschichte über einen, dem die Liebe so sehr schwerfällt, ein Familienroman aus der Sicht einer Figur, die der Familie am liebsten davonlaufen will, eine Milieustudie aus der Sicht dessen, der diesem Milieu entfliehen will.

"Oktoberplatz" ist ein würdiger Nachfolger für seine nicht minder guten Vorgänger "ego shooter" und "Der Tod ist ein Postmann mit Hut".
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Kein Zweifel: es gibt Autoren, die reifen von Buch zu Buch. Martin von Arndt ist so ein Autor. Nach ''Der Tod ist ein Postmann mit Hut'' dachte ich, er hätte vielleicht auch eingeschwenkt auf das mehr oder weniger wohlfeile Geschwätz und die Themen, die die jüngere deutsche Literatur eben so hat. Aber von Arnd will es sich offenbar nicht so leicht machen, wie man an diesem Buch gut erkennen kann.
''Oktoberplatz'' spielt in Weißrussland und Ungarn. Es ist ein Buch, das nach der ''rechten Art zu leben'' im 21. Jahrhundert sucht. Und dass am Ende eigentlich alle Figuren mit ihren Lebensentwürfen am Ende sind, ist wohl folgerichtig mit Dürrenmatt zu sehen, der einmal sinngemäß sagte: Eine Geschichte ist erst dann zu Ende, wenn sie die schlimmstmögliche Wendung genommen hat (ironisch lässt der Autor kurz das Gegenteil aufblitzen, die dämlichen Heile-Welt-Phantasien, die uns tagtäglich vom Bildschirm nis Wohhnzimer flimmern, wenn er einen linientreuen Kulturredakteur die Kulturleitlinie des Lukaschenko-Regimes zitieren lässt: ''Echte, unverfälschte Kultur braucht nunmal keine Tragödien!'')
Wassil, der Ich-Erzähler, wächst in der UdSSR auf. Sein Großvater, den Wassil abgöttisch liebt, floh einst als sozialistischer Kadermann aus dem von den Nazis besetzten Ungarn nach Grodno, einer Stadt im heutigen Weißrussland. In der Folge kümmert sich der Opa vor allem ums Saufen und Kindermachen, so dass Wassil mit zwei fast gleichaltrigen Tanten aufwächst. Die Freundschaft zwischen den Kindern wird von den Großeltern argwöhnisch verfolgt und Wassil wird vierzehnjährig in ein Internat nach Minsk abgeschoben. Dort lernt er die Brutalität des Ost-Internatswesens kennen. 1991 ist für Wassil ein Wendejahr: Belarus wird unabhängig, er schließt die Schule ab, die ungeliebten (aber durch die Perestrojka reich gewordenen) Eltern sterben, und so ist er frei, ein komplett neues Leben anzufangen. Er geht nach Ungarn, um zu studieren, ist aber vom Kapitalismus, der das Land im Klammergriff hält, so angewidert, dass er es vorzieht, lieber wieder zurückzukehren nach Weißrussland, wo inwzischen eine Diktatur herrscht. Wassil beginnt eine Affäre mit seiner ältesten Tante, die ihn nach und nach in den Ruin treibt, menschlich wie finanziell. Aber hier beginnt das Buch erst, so richtig Volten zu schlagen, denn je tiefer er in die politische und persönliche Frustration getrieben wird, desto mörderischer werden seine Absichten, sich von seinen Tanten zu befreien.
''Oktoberplatz'' ist ein tragisches und komisches, ein psychologisches und zugleich politisches Buch. Der Erzählstil ist 'amerikanisch': lebensnahe Charaktere, denen man glaubt, schon einmal persönlich begegnet zu sein, viele und dabei glänzend geschriebene Dialoge. Vielleicht ist es eine Art weißrussisches ''Hundert Jahre Einsamkeit''. Und der Autor eine echte Wundertüte, inhaltlich wie stilistisch. Wenn man's nicht anders wüsste, könnte man davon ausgehen, dass seine Romane nicht von ein- und demselben stammen, sondern von einem Autorenkollektiv. Der Nachteil: der Leser weiß nie, was ihn jetzt wieder erwartet. Der Vorteil: es wird nicht so schnell langweilig.
Bin gespannt, was als Nächstes kommt. Wirklich der Thriller, den er auf seiner Homepage ankündigt?
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
In den Osten Europas, nach Weißrussland, führt der Autor Martin von Arndt seine Leser. Seine Geschichte um den Studenten Wasil hat er temporeich, humorvoll, aber meines Erachtens gerade für uns Deutsche sehr nachdenklich machend geschrieben. Ich als ehemaliger DDR - Bürger finde mich in seiner Geschichte an vielen Stellen sehr authentisch beschrieben wieder.

Anfangs hatte ich beim Lesen Angst, dass der Autor zu viele Geschichtsdaten in seine Story mit einbaut. Aber dann hatte mich Martin von Arndt recht bald davon überzeugt, dass er den literarischen Spagat sehr gut meistert.

Gemeinsam mit Wasil erlebe ich von Minsk aus den Zerfall der Sowjetunion, lerne Budapest kennen und bekomme von Wasil sehr genau geschildert, wie die junge Generation in Minsk politisch tickt. Wasil ist ein Vertreter der Stömung der politisch Heimatlosen. Sein Freund aus Kindertagen Stanislau dagegen engagiert sich politisch sehr stark gegen den mit eiserner Faust regierenden Präsidenten Lukaschenko.

Wasil: "Ich war siebzehn Jahre alt. Ich war frei. Und das Land meiner Geburt hatte aufgehört zu existieren."

Eine wichtige Debatte, die nach der Definition von Demokratie, zieht sich durch den gesamten Roman. Dabei spielen alte familiäre Verstrickungen in die Story hinein, war Wasils Großvater nun wirklich beim KGB oder nicht? Bei aller Suche droht Wasil auf die schiefe Bahn zu geraten. Wird er untergehen, wie auch die Demokratiebewegung in Weißrussland?

Wasil: "Ich bin überall nur zu Gast. Auch in meinem eigenen Leben."

Dieser Roman nimmt gefangen. Noch Tage nachdem ich die letzten Seiten gelesen hatte, ging mir Wasil nicht aus dem Sinn. Flimmern mir Abends von der Tagesschau aktuelle Nachrichten aus Minsk ins Wohnzimmer, werde ich ab sofort deutlicher zuhören.

Martin von Arndt schreibt mit deutlicher Sprache, auch wenn mir das Ende von Wasil nicht gefällt, ist dieser Roman doch preisverdächtig!
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