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So gehts also auch. Bajuwarisch-gemütlich, kein Tantris, kein Käfer weit und breit, stattdessen das Froh-und-Munter als Mittelpunkt der Welt. Wirtin Susi vermittelt den an gallopierender Geldschwindsucht leidenden Jesus von Altötting (Ploteks letzte Rolle als Passionsspieler), an Oberländer, den neuen Wiesnwirt. An der Seite der schönen Thea und des undurchsichtigen Konny beginnt Ploteks zweite Karriere als Servierhilfe beim Oktoberfest.
Autor Swobodnik hat absolut keine Scheu, Produktnamen zu erwähnen, Fernsehköche, Münchner Politprominenz, sowie allerlei abgehalfterte drittklassige Schauspieler bis zur Kenntlichkeit vorzuführen. Auch lässt er sich alle Zeit der Welt, einem Zahnarztbesuch des geplagten Plotek soviel liebevolle Aufmerksamkeit zu widmen, wie dem Fortgang des Falles selbst. Auch als Plotek hinter den Hendlkartons die Leichen zweier alter Menschen entdeckt, nimmt der Plot nur unwesentlich an Fahrt auf. Herrlich!
Bayrisch grantelnde Weltsicht und Katerphilosophie nach wahren Niagarafällen aus Weißbier. Freistil-Formulierungen und valentineske Sätze machte die Süddeutsche bei Swobodnik aus. Als stünde er mit der geschriebenen Sprache auf Kriegsfuß. Ist aber nur ein Trick, von wegen dem Authentischen (merke, auch der Genitiv fällt in Swobodniks Wiesn-Thriller komplett untern Tisch. Der Effekt -- und hier passt die reichlich abgenutzte Kritikerphrase ausnahmsweise -- ist ein atmosphärisch dichtes Bierzeltspektakel. Für Plotek mutiert die Wiesn und das Oberländer-Zelt endgültig zum Sumpf, als er einem Altenheimskandal und Beispiel widerlichster menschlicher Entsorgung auf die Spur kommt. Doch irgendwann wird unser Mann in aller Ruhe wieder in seinen Weißbierschaum starren und über die Schlechtigkeit der Welt grummeln. Freuen wir uns inzwischen auf Plotek, die Dritte! --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Paul Plotek, der gescheiterte Münchner Schauspieler und hypochondrische Trinker, sitzt mal wieder in seiner Lieblingsgaststätte, dem »Froh und Munter« im Münchner Stadteil Neuhausen, und schaut in den Schaum seines Weißbiers hinein. Es geht ihm, wie meistens, schlecht, und pleite ist er auch noch, total abgebrannt. Nun steht das alljährliche Oktoberfest vor der Tür, und auch wenn Plotek zunächst von Kneipenbedienung Susis Vorschlag nicht ganz überzeugt ist: schließlich heuert er doch als Kellner beim neuen Wiesnwirt, dem Oberländer an.
Eigentlich läuft da dann auch zunächst alles seinen bierseligen Gang bis Plotek die Leichen hinter den Hendlkartons entdeckt: eine alte Frau und einen alten Mann, dem ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift »Glückliches Ende« um den Hals baumelt. Na ja, irgendwer muss ja was tun auch wenn die clevere BR-Journalistin Dr. Agnes Behrendt (die mit den tiefblauen Augen) nicht ganz unschuldig daran ist, dass Plotek im Verlauf der folgenden Wiesntage immer tiefer hineingezogen wird in den Lokalsumpf aus Bestechung, Altenheim-Misere und Sterbehilfe, aus dem schließlich sieben Tote gezogen werden, von denen nur einer auf natürliche Weise das Zeitliche segnen durfte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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