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Kundenrezensionen

5
4,2 von 5 Sternen
Oktoberfest. Das Attentat: Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das vorliegende Buch von Ulrich Chaussy schildert alle relevanten Ereignisse um das Oktoberfest-Attentat vom September 1980. Man merkt sehr bald, das der Autor mit allen Facetten der Thematik intensiv betraut ist und das Buch besticht durch hervorragende Recherchearbeit und enorme Daten- und Faktenfülle.
Sowohl das Umfeld des angeblichen Einzeltäters sowie das innenpolitische Rahmenszenario und vor allem auch die Arbeit der Justiz- und Ermittlungsbehörden werden bis zu den aktuellsten Entwicklungen des Falls akribisch unter die Lupe genommen und kritisch hinterfragt. Leider wirft das Buch deutlich mehr Fragen auf, als es beantworten kann, aber der große Pluspunkt ist, es stellt Fragen und es stellt vor allem die richtigen! Diese Fragen nachweisbar zu beantworten wäre schon ab September 1980 Aufgabe und Arbeit der zuständigen Behörden gewesen. Schnell wird klar, dass der Anschlag sehr wahrscheinlich nur unvollständig bis gar nicht aufgeklärt wurde. Ob dies aufgrund von Schlampereien und/oder Inkompetenz geschah, oder gar bewusstes Ziel war, muss jeder für sich selber entscheiden. Klar wird jedoch, dass viele Spuren, Aussagen und Indizien nur ungenügend weiterverfolgt wurden. Insgesamt hat der Autor hier hervorragende Aufklärungsarbeit geleistet.
Einziges Manko ist für meinen Geschmack zu oft ein umgangsprachlicher und/oder flapsiger Schreibstil sowie kleine Ausschmückungen die nach meinem Dafürhalten nicht so ganz in dieses tolle Buch passen. Dennoch ein wirklich sehr gelungenes Buch und deshalb vier Sterne!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2014
ist man auch nicht unbedingt schlauer. Ich gebe mal 2,5 Sterne. War Köhler jetzt der typische, menschenhassende Einzeltäter oder nur einer von mehreren aus einer Rechtsradikalen Gruppe, die die Bombe gebaut und gezündet haben? Am Ende weiß man es trotzdem nicht. Für beide Theorien gibt es Anhaltspunkte, auch Zeugenaussagen, aber am Ende keine Beweise. Die Staatsanwaltschaft hat es sich tatsächlich leicht gemacht, wie so oft, wenn ihnen etwas nicht ins Konzept paßt. Zudem mußte ja darauf geachtet werden, das das heilige Oktoberfest und der Deutsche Staat keinen Schaden nimmt. Ein frustrierter Einzeltäter ist für den Staat leichter zu verkraften als eine Horde von Neo-Nazis, die die innere Sicherheit bedrohen, auch vor der Weltöffentlichkeit. Faszinierend auch, das die Familie von Köhler (dem Attentäter) ihn ebenfalls für ein Opfer hält und nicht für den Täter. Was nicht sein kann, darf auch nicht sein.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 24. Januar 2014
Ich bin mir da nicht ganz so sicher, ob das Attentat mit diesem Buch wirklich aufgeklärt ist. Der Autor ist gründlich gewesen und hat akribisch Puzzleteile zusammen getragen. Das über einen langen Zeitraum von Jahrzehnten. Damit hat er einen großartigen Beitrag geleistet dass der Fall vielleicht einer Aufklärung näher gebracht werden könnte. Jedenfalls ist es unvorstellbar dass der damals als Schuldiger identifizierte, der Täter gewesen sein kann. Kann man sich das vorstellen, dass ein Einzeltäter sich in seinem Keller eines Münchner Vorortes eine Bombe zusammen bastelt und die dann da hinträgt und sich auch noch so dämlich anstellt, dass er dabei selbst ums Leben kommt?
Ich kann mir das nicht vorstellen. Auch damals konnte man sich beim Elektronikversandt Völkner in BS oder bei Conrad, schon die Teile bestellen, um einen einfachen Fernzünder zusammen zu bauen.
Wenn man die Sache heute aufklären will, und der Tot mehrerer Menschen, ist ja nach 30 Jahren nicht verjährt, dann sollte man es vielleicht mal mit einer namhaften Belohnung von der Seite der Ermittlungsbehörden versuchen. Bei einer solchen Tat gibt es irgendwelche Leute die irgendetwas wissen. Eine ehemalige Freundin, die geschiedene Ehefrau eines Beteiligten. Wer hat den Menschen ärztlich versorgt, dessen abgetrennte Hand aufgefunden wurde und die nicht einem der Verletzten, zugeordnet werden konnte, laut Auskunft der Behörden auch nicht dem angeblichen Attentäter.
Für mich wirft das Buch Fragen auf und das bezweckt der Autor damit. Damit ist es ein lesenswertes Buch, nicht nur ein Aufrollen, eines nicht mehr aufklärbaren Kriminalfalles.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Autor kann nicht die Namen der Täter nennen. Wie sollte er auch, wenn er aufzeigt, dass die Ermittlungen bewußt oder unbewußt nur in eine Richtung geführt wurden. Genau das gleiche Ermittlungsmuster findet man in den NSU-Morden wieder. Den rechten Terror durfte es nicht geben, also hat man ihn bewußt ausgeblendet.

Die deutschen Ermittler waren schon in der Weimarer Republik auf dem rechten Auge blind. Nur leider hat sich bis heute nichts geändert, wie die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat und zu den NSU-Morden zeigen. Der nahtlose Übergang aus der Nazi-Zeit in die heutige Zeit für viele Staatsbedienstete hat offensichtlich immer noch seine Auswirkung, denn das rechte Auge ist auch 2015 noch überwiegend blind..
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Januar 2014
exzellent recherchiert, sachlich dargestellt,
bringt alle kritischen Geister zum Grübeln: Versagen der Behörden? Politisch erwünschte Ergebnisse??
Chaussy setzt viele kleine Puzzle-Steine zusammen, die endlich Zusammenhänge aufdecken.
Besser als der Film (zum Buch) und besser als viele konstruierte Krimis.
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