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Okta Logue

 

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  Song Album
Länge
 
Transit Tales Of Transit City
6:39
Dream On Tales Of Transit City
4:10
Let Go Tales Of Transit City
2:43
Decay Ballads Of A Burden
20:36
You Tales Of Transit City
7:43
Bright Lights Ballads Of A Burden
3:23
Shine Like Gold Ballads Of A Burden
5:41
Cats In The Alley Tales Of Transit City
5:23
Just To Fall Asleep Tales Of Transit City
4:32
Just To Hear You Sleep Ballads Of A Burden
2:40

Videos


Bilder von Okta Logue
Bereitgestellt von den Künstlern oder deren Vertretern.

Biografie

Natürlich fing alles an mit »Bright Lights«, diesem überaus gelungenen und zu Recht mit Preisen überhäuften Meisterwerk von Videoclip, der im Alleingang von Okta Logue mit Freunden in Szene gesetzt wurde. Okta Logue waren – das zeigte sich schon in diesem frühen Stadium ihres Werdens – ohne das Visuelle, ohne ein bestimmtes, die Musik begleitendes Image für mich erstmal nicht denk- und anfangs auch kaum hörbar. Also, wäre man blind, so stelle ich mir vor, müsste man Okta Logue nicht unbedingt gleich verstehen oder gar mögen; wäre man taub, bliebe wenigstens noch was übrig, an dem man sich ... Lesen Sie mehr

Natürlich fing alles an mit »Bright Lights«, diesem überaus gelungenen und zu Recht mit Preisen überhäuften Meisterwerk von Videoclip, der im Alleingang von Okta Logue mit Freunden in Szene gesetzt wurde. Okta Logue waren – das zeigte sich schon in diesem frühen Stadium ihres Werdens – ohne das Visuelle, ohne ein bestimmtes, die Musik begleitendes Image für mich erstmal nicht denk- und anfangs auch kaum hörbar. Also, wäre man blind, so stelle ich mir vor, müsste man Okta Logue nicht unbedingt gleich verstehen oder gar mögen; wäre man taub, bliebe wenigstens noch was übrig, an dem man sich erfreuen könnte.
Sprich: Hörte sich zwar beim Erstkontakt an wie die Musik von diesen alten Zauseln, die in den Plattenläden meiner Kindheit bzw. den alternativen Studentenkneipen meiner Jugend rumhingen, sauviel Ahnung von Krautrock, Blues und Prog-Rock hatten und nach dieser eigentümlichen Mischung aus Bier und Tabak rochen, aber schon beim zweiten Blick wird klar, dass diese junge Band aus der hessischen Dispora ganz unbedingt dem ewigen Universum des Cool und ganz klar dem unsterblichen Reich der Popmusik zuzuorden sind.
Das liegt unter anderem an den feinen Zeichen und geheimen Codes, die etwa in »Bright Lights«, aber auch in anderen Videos und Dokumentationen der Band geradezu im Überfluss zu finden sind: Zu enge Jeans, zu knappe Badehosen, zu spitze Schuhe, unmögliche Frisuren, viel zu kurze Männer-T-Shirts, und klar, das ganze Programm von nackt im Meer schwimmen, viel Bier trinken und Zigaretten selber drehen kommt natürlich auch noch dazu.
Okta Logue präsentieren sich, wenn sie nicht gerade einfach nur a) für ihr Alter recht ungewöhnliche und b) für ihr Alter verdammt gute Musik machen, unaufhörlich als das Inbild einer ultracoolen Bande von Jungs, die nichts lieber tun als Autobahnen in ihrem dunkelroten Vintage-Bandbus unsicher zu machen, um dann auf romantischen Festivals fernab von rockenden Ringen und Parks ihre Gitarren auszupacken. Ja, an Okta Logue ist eigentlich alles wie früher und immer irgendwie Vintage, sie sind »aus der Zeit gefallen«, wie Beobachter das gerne ausdrücken. Dabei, und das ist ganz entscheidend, versteht es diese Band, ein »altes« Zeichen stets mit einem »neuen« zu verknüpfen, sozusagen ein positiv geladenes Teilchen immer sofort mit einem negativen zu kreuzen, zu kontern und damit den Effekt zu neutralisieren und trotzdem die Spannung hochzuhalten. Man könnte auch sagen, man badet hier pophistorisch betrachtet ständig in einem äußerst aufregenden Wechselbad der Gefühle.
Der Hauptdarsteller im Video zu »Bright Lights« hat eben nicht einfach nur eine brutal schwule Badehose an, sondern er trägt auch diesen feinen Oberlippenhipsterbart, eine Nerdbrille und eine Pulle Schnaps in der Hand, die an den in HipHop Kreisen einst so beliebten Courvoisier erinnert. Der ganze kunterbunte Garten, in dem das Video spielt, ist voll mit solchen referentiellen Spielchen, Zitaten und Kontrasten. Da steht sogar ein DJ neben dem Grill, von dessen Bade-Unter-Hose ich besser schweigen will, aber um im freien Fall der Zeichen zu bleiben, hören wir hier eben keine zuvor bereits tausendfach gehörte Indie-Elektro-Mischung oder, mindestens genauso Vintage, Minimal Techno, sondern bluesigen, orgelnden Rock, der beim ersten Hören definitiv aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Ist er aber nicht.
Auf ihrem neuen Album »Tales Of Transit City« fällt schon im ersten Song »Transit« ein ähnlicher Effekt ins Auge, diesmal jedoch auf musikalischer Ebene. Da blubbert für ein paar Sekunden ein Synthesizer, bevor sich die typisch quengelnden Okta Logue-Gitarren dazu gesellen, ein geradezu jazziges Schlagzeug einen neuen, subtilen Kontrast bildet, Orgel, Gesang und Bass folgen, alles verdichtet sich in einem Anti-Klimax, dann ist der Synthie wieder da, es schäumt auf wie in einem amtlichen Clubtrack und entlädt sich ganz in raveartigen Rockstrukturen.
Mit dem ersten Song bereits auf eine wundersame Reise geschickt, hört man im weiteren Verlauf von »Tales Of Transit City« u.a. Beatles-Zitate, Brit-Pop-Reminiszenzen, nie zuvor geschriebene Keith-Richards-Riffs, Wilco-Verbeugungen und clubbige Synthesizer, die auf erhabene Chöre treffen. Ist das Album zu Ende, will man es voller Erstaunen wieder von vorne hören. Okta Logue sind ein blendendes Beispiel dafür, zu welchen außergewöhnlichen musikalischen Ergebnissen junge Bands heutzutage gelangen. Das ist sicher der Plattensammlung der Eltern geschuldet, wahrscheinlich auch den unendlichen Archiven des Internet, vor allem aber auch, hier schließt sich vielleicht ein Kreis zu mir selbst, dem Erbe von 20, 30 Jahren elektronischer Musik- und Clubkultur, die wahrscheinlich so ziemlich jedes Teilchen in diesem Land einmal umgepolt haben. Seitdem wird unter deutschen Dächern einfach anders gerockt, anders getanzt, anders gefeiert, anders komponiert, anders geliebt, anders getextet.
All das höre ich im Subtext von Okta Logue. Eine aus dieser Freiheit geborene Gelassenheit, Souveränität und Offenheit macht sich auf »Tales Of Transit City« in jedem Song und in jedem Ton bemerkbar, viel stärker, aber auch viel selbstverständlicher als auf ihrem Debüt »Ballads Of A Burden«.

Es ist ein verdammt gutes zweites Album geworden - schließlich kann man da allerhand falsch machen – ein Album, dass sich ganz lässig und sexy aus der Vintage-Falle und der Retro-Schublade befreit, dass sich selbst mit den eigenen Waffen schlägt und einen deutlichen Schritt in Richtung Pop geht, ohne sich in Klischees, Pomp oder Kitsch zu verlieren.

Okta Logue haben immer noch zu enge Hosen, zu kurze T-Shirts und unmögliche Frisuren, sie werden hoffentlich weiter dieses ultracoole Image einer cross-dressing Hipster-Band pflegen, die mächtig an der Uhr gedreht hat. Wahrscheinlich werden sie auch weiter tolle Videos drehen. Für »Tales Of Transit City« aber braucht es das Image nur noch bedingt. Das ist Musik, die man verdammt gerne hört, selbst wenn man blind wäre. «

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Natürlich fing alles an mit »Bright Lights«, diesem überaus gelungenen und zu Recht mit Preisen überhäuften Meisterwerk von Videoclip, der im Alleingang von Okta Logue mit Freunden in Szene gesetzt wurde. Okta Logue waren – das zeigte sich schon in diesem frühen Stadium ihres Werdens – ohne das Visuelle, ohne ein bestimmtes, die Musik begleitendes Image für mich erstmal nicht denk- und anfangs auch kaum hörbar. Also, wäre man blind, so stelle ich mir vor, müsste man Okta Logue nicht unbedingt gleich verstehen oder gar mögen; wäre man taub, bliebe wenigstens noch was übrig, an dem man sich erfreuen könnte.
Sprich: Hörte sich zwar beim Erstkontakt an wie die Musik von diesen alten Zauseln, die in den Plattenläden meiner Kindheit bzw. den alternativen Studentenkneipen meiner Jugend rumhingen, sauviel Ahnung von Krautrock, Blues und Prog-Rock hatten und nach dieser eigentümlichen Mischung aus Bier und Tabak rochen, aber schon beim zweiten Blick wird klar, dass diese junge Band aus der hessischen Dispora ganz unbedingt dem ewigen Universum des Cool und ganz klar dem unsterblichen Reich der Popmusik zuzuorden sind.
Das liegt unter anderem an den feinen Zeichen und geheimen Codes, die etwa in »Bright Lights«, aber auch in anderen Videos und Dokumentationen der Band geradezu im Überfluss zu finden sind: Zu enge Jeans, zu knappe Badehosen, zu spitze Schuhe, unmögliche Frisuren, viel zu kurze Männer-T-Shirts, und klar, das ganze Programm von nackt im Meer schwimmen, viel Bier trinken und Zigaretten selber drehen kommt natürlich auch noch dazu.
Okta Logue präsentieren sich, wenn sie nicht gerade einfach nur a) für ihr Alter recht ungewöhnliche und b) für ihr Alter verdammt gute Musik machen, unaufhörlich als das Inbild einer ultracoolen Bande von Jungs, die nichts lieber tun als Autobahnen in ihrem dunkelroten Vintage-Bandbus unsicher zu machen, um dann auf romantischen Festivals fernab von rockenden Ringen und Parks ihre Gitarren auszupacken. Ja, an Okta Logue ist eigentlich alles wie früher und immer irgendwie Vintage, sie sind »aus der Zeit gefallen«, wie Beobachter das gerne ausdrücken. Dabei, und das ist ganz entscheidend, versteht es diese Band, ein »altes« Zeichen stets mit einem »neuen« zu verknüpfen, sozusagen ein positiv geladenes Teilchen immer sofort mit einem negativen zu kreuzen, zu kontern und damit den Effekt zu neutralisieren und trotzdem die Spannung hochzuhalten. Man könnte auch sagen, man badet hier pophistorisch betrachtet ständig in einem äußerst aufregenden Wechselbad der Gefühle.
Der Hauptdarsteller im Video zu »Bright Lights« hat eben nicht einfach nur eine brutal schwule Badehose an, sondern er trägt auch diesen feinen Oberlippenhipsterbart, eine Nerdbrille und eine Pulle Schnaps in der Hand, die an den in HipHop Kreisen einst so beliebten Courvoisier erinnert. Der ganze kunterbunte Garten, in dem das Video spielt, ist voll mit solchen referentiellen Spielchen, Zitaten und Kontrasten. Da steht sogar ein DJ neben dem Grill, von dessen Bade-Unter-Hose ich besser schweigen will, aber um im freien Fall der Zeichen zu bleiben, hören wir hier eben keine zuvor bereits tausendfach gehörte Indie-Elektro-Mischung oder, mindestens genauso Vintage, Minimal Techno, sondern bluesigen, orgelnden Rock, der beim ersten Hören definitiv aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Ist er aber nicht.
Auf ihrem neuen Album »Tales Of Transit City« fällt schon im ersten Song »Transit« ein ähnlicher Effekt ins Auge, diesmal jedoch auf musikalischer Ebene. Da blubbert für ein paar Sekunden ein Synthesizer, bevor sich die typisch quengelnden Okta Logue-Gitarren dazu gesellen, ein geradezu jazziges Schlagzeug einen neuen, subtilen Kontrast bildet, Orgel, Gesang und Bass folgen, alles verdichtet sich in einem Anti-Klimax, dann ist der Synthie wieder da, es schäumt auf wie in einem amtlichen Clubtrack und entlädt sich ganz in raveartigen Rockstrukturen.
Mit dem ersten Song bereits auf eine wundersame Reise geschickt, hört man im weiteren Verlauf von »Tales Of Transit City« u.a. Beatles-Zitate, Brit-Pop-Reminiszenzen, nie zuvor geschriebene Keith-Richards-Riffs, Wilco-Verbeugungen und clubbige Synthesizer, die auf erhabene Chöre treffen. Ist das Album zu Ende, will man es voller Erstaunen wieder von vorne hören. Okta Logue sind ein blendendes Beispiel dafür, zu welchen außergewöhnlichen musikalischen Ergebnissen junge Bands heutzutage gelangen. Das ist sicher der Plattensammlung der Eltern geschuldet, wahrscheinlich auch den unendlichen Archiven des Internet, vor allem aber auch, hier schließt sich vielleicht ein Kreis zu mir selbst, dem Erbe von 20, 30 Jahren elektronischer Musik- und Clubkultur, die wahrscheinlich so ziemlich jedes Teilchen in diesem Land einmal umgepolt haben. Seitdem wird unter deutschen Dächern einfach anders gerockt, anders getanzt, anders gefeiert, anders komponiert, anders geliebt, anders getextet.
All das höre ich im Subtext von Okta Logue. Eine aus dieser Freiheit geborene Gelassenheit, Souveränität und Offenheit macht sich auf »Tales Of Transit City« in jedem Song und in jedem Ton bemerkbar, viel stärker, aber auch viel selbstverständlicher als auf ihrem Debüt »Ballads Of A Burden«.

Es ist ein verdammt gutes zweites Album geworden - schließlich kann man da allerhand falsch machen – ein Album, dass sich ganz lässig und sexy aus der Vintage-Falle und der Retro-Schublade befreit, dass sich selbst mit den eigenen Waffen schlägt und einen deutlichen Schritt in Richtung Pop geht, ohne sich in Klischees, Pomp oder Kitsch zu verlieren.

Okta Logue haben immer noch zu enge Hosen, zu kurze T-Shirts und unmögliche Frisuren, sie werden hoffentlich weiter dieses ultracoole Image einer cross-dressing Hipster-Band pflegen, die mächtig an der Uhr gedreht hat. Wahrscheinlich werden sie auch weiter tolle Videos drehen. Für »Tales Of Transit City« aber braucht es das Image nur noch bedingt. Das ist Musik, die man verdammt gerne hört, selbst wenn man blind wäre. «

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Natürlich fing alles an mit »Bright Lights«, diesem überaus gelungenen und zu Recht mit Preisen überhäuften Meisterwerk von Videoclip, der im Alleingang von Okta Logue mit Freunden in Szene gesetzt wurde. Okta Logue waren – das zeigte sich schon in diesem frühen Stadium ihres Werdens – ohne das Visuelle, ohne ein bestimmtes, die Musik begleitendes Image für mich erstmal nicht denk- und anfangs auch kaum hörbar. Also, wäre man blind, so stelle ich mir vor, müsste man Okta Logue nicht unbedingt gleich verstehen oder gar mögen; wäre man taub, bliebe wenigstens noch was übrig, an dem man sich erfreuen könnte.
Sprich: Hörte sich zwar beim Erstkontakt an wie die Musik von diesen alten Zauseln, die in den Plattenläden meiner Kindheit bzw. den alternativen Studentenkneipen meiner Jugend rumhingen, sauviel Ahnung von Krautrock, Blues und Prog-Rock hatten und nach dieser eigentümlichen Mischung aus Bier und Tabak rochen, aber schon beim zweiten Blick wird klar, dass diese junge Band aus der hessischen Dispora ganz unbedingt dem ewigen Universum des Cool und ganz klar dem unsterblichen Reich der Popmusik zuzuorden sind.
Das liegt unter anderem an den feinen Zeichen und geheimen Codes, die etwa in »Bright Lights«, aber auch in anderen Videos und Dokumentationen der Band geradezu im Überfluss zu finden sind: Zu enge Jeans, zu knappe Badehosen, zu spitze Schuhe, unmögliche Frisuren, viel zu kurze Männer-T-Shirts, und klar, das ganze Programm von nackt im Meer schwimmen, viel Bier trinken und Zigaretten selber drehen kommt natürlich auch noch dazu.
Okta Logue präsentieren sich, wenn sie nicht gerade einfach nur a) für ihr Alter recht ungewöhnliche und b) für ihr Alter verdammt gute Musik machen, unaufhörlich als das Inbild einer ultracoolen Bande von Jungs, die nichts lieber tun als Autobahnen in ihrem dunkelroten Vintage-Bandbus unsicher zu machen, um dann auf romantischen Festivals fernab von rockenden Ringen und Parks ihre Gitarren auszupacken. Ja, an Okta Logue ist eigentlich alles wie früher und immer irgendwie Vintage, sie sind »aus der Zeit gefallen«, wie Beobachter das gerne ausdrücken. Dabei, und das ist ganz entscheidend, versteht es diese Band, ein »altes« Zeichen stets mit einem »neuen« zu verknüpfen, sozusagen ein positiv geladenes Teilchen immer sofort mit einem negativen zu kreuzen, zu kontern und damit den Effekt zu neutralisieren und trotzdem die Spannung hochzuhalten. Man könnte auch sagen, man badet hier pophistorisch betrachtet ständig in einem äußerst aufregenden Wechselbad der Gefühle.
Der Hauptdarsteller im Video zu »Bright Lights« hat eben nicht einfach nur eine brutal schwule Badehose an, sondern er trägt auch diesen feinen Oberlippenhipsterbart, eine Nerdbrille und eine Pulle Schnaps in der Hand, die an den in HipHop Kreisen einst so beliebten Courvoisier erinnert. Der ganze kunterbunte Garten, in dem das Video spielt, ist voll mit solchen referentiellen Spielchen, Zitaten und Kontrasten. Da steht sogar ein DJ neben dem Grill, von dessen Bade-Unter-Hose ich besser schweigen will, aber um im freien Fall der Zeichen zu bleiben, hören wir hier eben keine zuvor bereits tausendfach gehörte Indie-Elektro-Mischung oder, mindestens genauso Vintage, Minimal Techno, sondern bluesigen, orgelnden Rock, der beim ersten Hören definitiv aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Ist er aber nicht.
Auf ihrem neuen Album »Tales Of Transit City« fällt schon im ersten Song »Transit« ein ähnlicher Effekt ins Auge, diesmal jedoch auf musikalischer Ebene. Da blubbert für ein paar Sekunden ein Synthesizer, bevor sich die typisch quengelnden Okta Logue-Gitarren dazu gesellen, ein geradezu jazziges Schlagzeug einen neuen, subtilen Kontrast bildet, Orgel, Gesang und Bass folgen, alles verdichtet sich in einem Anti-Klimax, dann ist der Synthie wieder da, es schäumt auf wie in einem amtlichen Clubtrack und entlädt sich ganz in raveartigen Rockstrukturen.
Mit dem ersten Song bereits auf eine wundersame Reise geschickt, hört man im weiteren Verlauf von »Tales Of Transit City« u.a. Beatles-Zitate, Brit-Pop-Reminiszenzen, nie zuvor geschriebene Keith-Richards-Riffs, Wilco-Verbeugungen und clubbige Synthesizer, die auf erhabene Chöre treffen. Ist das Album zu Ende, will man es voller Erstaunen wieder von vorne hören. Okta Logue sind ein blendendes Beispiel dafür, zu welchen außergewöhnlichen musikalischen Ergebnissen junge Bands heutzutage gelangen. Das ist sicher der Plattensammlung der Eltern geschuldet, wahrscheinlich auch den unendlichen Archiven des Internet, vor allem aber auch, hier schließt sich vielleicht ein Kreis zu mir selbst, dem Erbe von 20, 30 Jahren elektronischer Musik- und Clubkultur, die wahrscheinlich so ziemlich jedes Teilchen in diesem Land einmal umgepolt haben. Seitdem wird unter deutschen Dächern einfach anders gerockt, anders getanzt, anders gefeiert, anders komponiert, anders geliebt, anders getextet.
All das höre ich im Subtext von Okta Logue. Eine aus dieser Freiheit geborene Gelassenheit, Souveränität und Offenheit macht sich auf »Tales Of Transit City« in jedem Song und in jedem Ton bemerkbar, viel stärker, aber auch viel selbstverständlicher als auf ihrem Debüt »Ballads Of A Burden«.

Es ist ein verdammt gutes zweites Album geworden - schließlich kann man da allerhand falsch machen – ein Album, dass sich ganz lässig und sexy aus der Vintage-Falle und der Retro-Schublade befreit, dass sich selbst mit den eigenen Waffen schlägt und einen deutlichen Schritt in Richtung Pop geht, ohne sich in Klischees, Pomp oder Kitsch zu verlieren.

Okta Logue haben immer noch zu enge Hosen, zu kurze T-Shirts und unmögliche Frisuren, sie werden hoffentlich weiter dieses ultracoole Image einer cross-dressing Hipster-Band pflegen, die mächtig an der Uhr gedreht hat. Wahrscheinlich werden sie auch weiter tolle Videos drehen. Für »Tales Of Transit City« aber braucht es das Image nur noch bedingt. Das ist Musik, die man verdammt gerne hört, selbst wenn man blind wäre. «

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