Okonkwo ist kein Held, obwohl er hochangesehen ist. Er gewinnt Boxkämpfe, versucht seine Kinder in den Traditionen seines Dorfes (9 Dörfer) zu erziehen, will sich seinen Vater, der ein "Feigling" war, verdrängen.
Die Rituale verlangen unmenschliche Dinge. Zwillinge werden ausgesetzt, getötet, Okonkwo selbst richtet die Machete gegen seinen "Ziehsohn" weil die Tradition es verlangt.
So beschreibt Chinua Achebe keineswegs eine heile traditionelle Welt sondern eine dunkle und beängstigende.
Okonkwo selbst stellt keine Aufgabe, welche die Götter verlangen in Frage, auch als er für sieben Jahre verbannt wird, fügt er sich seinem Schicksal.
Nach seiner Rückkehr ist alles anders. Prediger haben eine Kirche gebaut, versuchen die Gemeinschaft zu bekehren, sehen die Stammesriten als das, was sie sind. Grausam. Sehen kaum die Kultur und Tradition.
Es gelingt Chinua Achebe in seinem Werk, die Auseinandersetzung als Konflikt von Glauben und Tradition zu beschreiben. Niemand kann sich dem entziehen. Okonkwo, der Kämpfer, will zum Kampf aufrufen und wenn man die Geschichte kennt versteht man seine Motive.
Aber es gibt auch gemäßigte Stimmen, die zur Toleranz gegnüber den fremden Männern aufrufen. Und diese setzten sich durch.
Okonkwo bleibt ein verzweifelt Rufender, sein Schicksal ist besiegelt und das Alte stirbt, vielleicht eine Kultur.
Ein Aufruf zur Menschlichkeit, zur Diskussion, eine kleine Geschichte, ein großes Buch.