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Rezensionen

VideoMarkt

Hinreißende dänische Komödie über eine Familie, deren Alltag durch den angekündigten Tod des kranken Vaters aus der Bahn gerät.

Blickpunkt: Film

Wie schaffen es die Dänen immer wieder, diese hinreißend skurrile Mischung aus Drama und Komödie zu schaffen? Nach 'Elling', 'Italienisch für Anfänger' und 'Wilbur wants to kill himself' kommt mit Jesper W. Nielsens 'Okay' ein neues Highlight aus dem Norden. Der Titel trügt natürlich, denn nichts ist in dieser Familie o.k. - im Gegenteil, der Alltag einer jungen Mittdreißigerin entpuppt sich als das reine Chaos.

Waren die ersten Filme von Jesper W. Nielsen noch eine Art Märchen und in fantastische Bildern gefasst, greift er jetzt zu einer mehr alltäglichen Bildsprache um das ganz normale Leben zu betrachten - mal augenzwinkernd, mal zärtlich, mal kritisch, aber seine Figuren bleiben trotz aller Stacheligkeit liebenswert. Da ist vor allem Nete, die Hauptfigur. Die Sozialarbeiterin ist Mitte Dreißig und schmeißt den Haushalt, es gibt wenig Unterstützung von der pubertierender Tochter oder vom Halb-Hausmann Kristian, der seit Jahren an einem Manuskript herumdoktert und derweil als Teilzeit-Dozent die Zeit totschlägt. Alles geht seinen normalen Gang - im Bett wird gelesen und geredet statt geliebt, bei Tisch das Essen pflichtmäßig verschlungen, Zweisamkeit erschöpft sich in der Zusammenstellung des Einkaufszettels - Tschüss und weg. Als Netes Vater im Sterben liegt und der Arzt nur noch mit drei Wochen rechnet, nimmt sie ihn nach Hause in die nicht gerade große Wohnung. Doch nach über einem Monat ist der Alte, der das Eheschlafzimmer okkupiert, immer noch fidel, jeder geht jedem auf die Nerven, Ordnung und Normalität bröckeln.
Das Herzstück des Films ist Paprika Steen als Nete, die versucht alles unter Kontrolle zu haben und dann merkt wie ihre Familie zerbricht. Aus kleinen Konflikten wachsen große Katastrophen. Ihr Gatte, einer dieser watteweichen 'Neuen Männer' geht mit einer Studentin fremd, der schwule Bruder zeugt auf Wunsch zweier Lesben ein Kind und will sich partout nicht mit dem Vater versöhnen, die Tochter rebelliert jeden Tag mehr. Mittendrin die Mater Familias zwischen Wut und Weinen. Sie symbolisiert eine neue Frauengeneration, die glaubt, gemeinsam mit dem Partner Beruf und Familie stemmen zu können und dann realisiert, dass sie allein Verantwortung trägt, es sich die anderen in ihrem Schatten bequem machen.
Was in Deutschland ein schwer verdaulicher Problemfilm wäre, ist hier ein heiter-melancholischer Blick auf eine Krisensituation erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit, subversiver Komik, leiser Poetik und großen Gefühlen. Und man leidet so richtig mit, wenn aus Angst vor seelischer Verletzung die Emotionen nur auf Sparflamme kochen dürfen. Die interessant gezeichnete Frauenfigur erkennt am Ende eines langen Prozesses, sie kann nicht die ganze Welt retten, sondern nur sich selbst. Erst dann wird der Knoten aufgemacht und auch die Liebe hat wieder eine Chance. 'Okay' ist mehr als o.k., ist großartige Unterhaltung und macht schlicht und einfach glücklich. Mehr kann man von einem Film nicht erwarten. mk.

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Hinreißende dänische Komödie über eine Familie, deren Alltag durch den angekündigten Tod des kranken Vaters aus der Bahn gerät.

Kurzbeschreibung

Nete ist eine toughe Frau Mitte dreißig, die glaubt, ihr ihren Alltag und ihr Familienleben fest im Griff zu haben. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin und hat eine pubertierende Tochter, ihr Mann Kristian ist ein Schriftsteller, der es aber nicht wagt, jemandem seine Manuskripte zu zeigen. Die drei leben ihr normales Alltagsleben bis Nete eines Tages erfährt, daß ihr Vater schwer erkrankt ist und nur noch drei Wochen zu leben hat. Obwohl sie sich nie gut mit ihrem Vater verstanden hat, holt Nete den verbitterten alten Mann zu sich - eine Entscheidung mit ungeahnten Konsequenzen. Mit Sack und Pack und all seinen Pflanzen zieht der Vater in Netes Haus ein und stellt den Familienalltag völlig auf den Kopf: Netes Tochter wird immer rebellischer und findet in ihrem Großvater einen solidarischen Freund, Kristian flüchtet sich in eine Affäre und Netes Bemühungen, ihren Vater und ihren schwulen Bruder Martin wieder zu versöhnen, scheitern.

Produktbeschreibungen

Alamode Film Okay, USK/FSK: 6+ VÃ--Datum: 09.06.06
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