Curd Jürgens hat neben seinen eindrücklichen Leistungen in genug seltsamen deutschen Filmen gespielt, hier aber ein Meisterwerk, herrlich schöne und feine Charakterstudie eines Mannes, der langsam zerbricht (Tabu-Thema Morphiumsucht - 1956!), und der die letzte Chance ergreift, sich zu retten. Einer der wenigen Fälle, in denen Curd Jürgens glücklicherweise selbst Regie führte und auch den Einfall zu einer bemerkenswerten Filmmusik hatte (variiertes Thema von Joh. Seb. Bach), wunderbare Eva Bartok. Mögen einige Details in dem Film heute auch etwas betulich wirken, so ist doch zu bedenken, dass er mitten in den 50er Jahren entstand und außerdem auch ein anderes Bild als das übliche vom Leben jener Zeit bietet. Liebevolle Ausgestaltung auch der kleineren Rollen. Auch solche Leistungen waren also möglich - nur leider viel zu selten realisiert.