Aus der Amazon.de-Redaktion
Es geht um Tierfänger Gilly (der im Waisenhaus aufgewachsen ist und von einer Karriere als Tierarzt träumt) und Friseuse Jo (die ihren Kunden schon mal ein Ohr abschneidet und mit einer schrillen Familie gesegnet ist). Die beiden sind unsterblich verliebt und wollen sogar heiraten -- da bringt ein von Gilly engagierter Detektiv die eigentlich frohe Botschaft: Er hat Gillys Eltern gefunden. Das Problem: Gilly ist angeblich der Sohn von Jos Eltern -- was die beiden zu Bruder und Schwester macht. Jo flüchtet entsetzt zu ihrem Exfreund, der desillusionierte Gilly muss mit seinem Ruf als Perversling leben. 16 Monate später taucht der echte Sohn der Familie auf und Gilly macht sich sofort auf, Jo zurückzugewinnen -- was Jos Mutter und ihr Verlobter unbedingt verhindern wollen.
Ohne Worte ist genau das Richtige für einen unterhaltsamen Filmabend ohne viel Tiefgang. Die Story ist zwar etwas überdreht, aber so rasant erzählt, dass auf jeden Fall Stimmung aufkommt. Chris Klein als gutherziger Gilly und Heather Graham als hübsche Jo machen ihre Sache als Liebespaar im Unglück gut, auch die anderen Darsteller tun ihr Bestes, um im absurden Spiel ihren Beitrag zu leisten -- besonders erwähnenswert ist Sally Field als ordinäre und ziemlich prollige Mutter -- so schrill hat man diese Schauspielerin noch nie gesehen! --Ines Heidrich
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Video Jakob Kurzinhalt
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Blickpunkt: Film
Die Inszenierung der klassisch konzipierten Identitätsfarce geht auf das Konto von James B. Rogers, der bislang Erfahrungen als Regieassistent sammelte und in dieser Funktion auch bei den letzten vier Farrelly-Filmen tätig war. Als Vorlage dient ihm das Drehbuch der Erstlingsautoren Peter Gaulke und Gerry Swallow, die nach Schema F (wie Farrelly) möglichst kein Tabu (man darf über Inzest und Sodomie lachen) unangetastet lassen und frohgemut in schmuddeligen visuellen Gags schwelgen. Die diversen Figuren kommen einem ebenfalls merkwürdig bekannt vor: Der gutherzige Naivling Gilly (Klein) verliebt sich in das hübsche Herzchen Jo (Graham dient in erster Linie als Augenschmaus, zumal sich ihre komischen Einlagen auf unorthodoxe Arbeitsmethoden im Friseursalon beschränken). Jos Mutter Valdine (Sally Field in ihrem bislang peinlichsten Filmauftritt) ist eine vulgäre Schachtel, und ihr an den Rollstuhl gefesselter Vater (Richard Jenkins) ist neben dem doppelt beinamputierten Sidekick Dig (Orlando Jones aus 'Die doppelte Nummer' verulkt Gary Sinises Part in 'Forrest Gump') für die obligatorischen Behindertenwitze zuständig. Um die herzige Romanze zu komplizieren, stellt sich heraus, dass der im Waisenhaus aufgewachsene Gilly angeblich Valdines zur Adoption freigegebener Sohn ist. Angesichts der Inzest-Schande flüchtet sich sein 'Schwesterherz' zu ihrem Exfreund Michael, einem Marihuana-Millionär. Als Valdines echter Sohn aufkreuzt, macht sich der verliebte Gilly auf den Weg nach Beaver, um seine angebetete Jo vor der Heirat mit dem skrupellosen Michael zu bewahren. Doch Valdine sorgt dafür, dass ihm sein Ruf als angeblicher sexueller Triebtäter vorauseilt. Eklats mit idiotischen Rednecks sind vorprogrammiert.
Keanu-Reeves-Lookalike Klein (in Kürze auch in 'Rollerball' zu sehen) macht als von demütigenden Desastern heimgesuchter Unschuldsbolzen gute Miene zum geschmacklosen Spiel. Die Sequenz, in der sein Arm bis zum Ellenbogen in der Rektalöffnung einer (überdeutlich animatronischen) Kuh steckenbleibt, ist das Ekelhighlight. Doch dieser Schockeffekt wirkt - wie eigentlich auch der Rest des Films - dermaßen kalkuliert und forciert, dass sich die gewünschten Lacher kaum einstellen wollen. In den USA zollte das Publikum dem grotesken Gagbombardement Desinteresse. In Deutschland muss sich zeigen, wie sehr die Zuschauer bereit sind, auf der verebbenden Bad-Taste-Welle weiter mitzuschwimmen. ara.