Sieben nette Geschichten über Spielglück aus dem Leben - die einem sowieso keiner glaubt.
Die Story "Nur noch einmal richtig Glück haben" ist recht spannend, mit der Gaskanone, die die Kugel im Sektor um die Zero abstürzen lässt - und wobei der geniale Konstrukteur den Supergewinn nicht am Roulette-Tisch macht, sondern ... auf der Toilette!
Es ist schon seltsam mit wirklichen Gewinnen: Berichte darüber wären normalerweise stinklangweilig. Doch gibt es in diesem Bändchen auch "biedere", kleine Gewinne, eigentlich gar nicht der Rede wert - wenn die Mini-Story "Drei süße Briefe" nicht auf etwas ganz anderes abzielte, nämlich auf die psychologische Selbstüberwindung beim Spiel: "Wenn man gelegentlich schon kein Glück hat, soll man auf jeden Fall vermeiden, dass das Pech hinzu kommt".
Aber auch die „Asse-Jagd" ist nicht ohne, eine Black-Jack-Story mit dezent-erotischem Hintergrund - und eine Menge Strategiegedanken, die für den deutschen Sprachraum völlig neu sein dürften.
Doch der Autor ist realistisch und warnt vor falschen Hoffnungen: „Der Leser wird erkennen, dass es ein leichtes Gewinnsystem nicht geben kann."
Ich meine: Ein vielversprechendes belletristisches Debüt eines Kenners und Könners, der nicht mehr beweisen muss, dass er am grünen Filz tatsächlich gewinnen kann, und dem seine größte Meisterleistung (neben seinen Roulette-Fachbüchern) mit populärwissenschaftlichen Mathematik-Büchern (science-Reihe, Rowohlt) gelungen ist - freilich kein Thema für Nur-Praktiker.