...ist Neil Burgers -Ohne Limit- gelungen. Storybook, Regie, Spannungsbogen, Kameraarbeit, Darsteller...da stimmt einfach alles. Wäre da nicht...aber dazu später mehr.
Der erfolglose Schriftsteller Eddie Morra(Bradley Cooper) scheint am Ende zu sein. Er hat zwar einen Buchvertrag, aber noch kein einziges Wort in die Tastatur gehämmert. Die Frist zur Einreichung des Stoffs läuft ab und Morra versinkt in Depressionen und einer vollgemüllten Wohnung, für die er nicht mal die Miete zahlen kann. Seine Freundin Lindy(Abbie Cornish) lässt ihn sitzen und damit ist Eddie komplett am Ende. Da läuft ihm sein Ex-Schwager Vernon(Johnny Whitworth) über den Weg. Der hört sich Eddies Sorgen an und präsentiert ihm die Lösung: Ein kleine, durchsichtige Pille. Als Eddie die schluckt, erwacht sein Gehirn aus dem Dämmerschlaf. Sämtliche Kapazitäten stehen ihm plötzlich zur Verfügung. Eddie schreibt den Roman im Rausch, er entdeckt jedes, noch so winzige Detail, seiner Umgebung neu. Er braucht weder zu essen, noch zu schlafen, die Welt präsentiert sich ihm in strahlenden Farben und er kann sich an jedes Wort erinnern, das jemals von seinem Gehirn registriert wurde. Aber die Wirkung der Droge verschwindet wieder. Natürlich will Eddie mehr. Als er Vernon aufsucht, will der ihm helfen, aber kurze Zeit später findet Eddie ihn tot in der Wohnung. Natürlich versorgt sich Eddie mit Vernons Pillen und von da an beginnt ein Leben im Rausch. Eddie lernt Sprachen, ist brilliant, clever, gerissen und überaus erfolgreich, und gewinnt sogar Lindy zurück. Dann wird der große Finanzmogul Van Loon(Robert De Niro) auf ihn aufmerksam. Die Eddie-Erfolgstory scheint weiter zu gehen. Aber wie das mit Drogen nun mal so ist: Am Ende kommt es ganz anders...
Neil Burger hat bei -The Illusionist- schon gezeigt, was er drauf hat. -Ohne Limit- glänzt mit atemberaubenden Kamerafahrten, einem unglaublich coolen Look, dem Kniff mit Farben die Stimmungen Eddies anzuzeigen, absolut genialen Schnitten, illusionären Einblendungen und Rückblicken, so wie einem perfekt sitzenden Soundtrack. Dazu stellt Burger uns Eddies Stimme aus dem Erzähler-Off zur Seite, was hochgradig kreativ rüberkommt. Der Spannungsbogen ist geradezu genial gelungen und Bradley Cooper spielt sich die Schauspielseele aus dem Leib. Was könnte es da noch zu meckern geben?
Es ist nur eine Kleinigkeit. Aber, wie ich finde, eine sehr bedeutende. Burger verpasst es mit seinem gewählten Ende der Story eine Botschaft zu geben! Die Geschichte hat einfach alles, was es zur Zeit an Problemen gibt: Der Zwang zum Erfolg, Drogen, Doping, falsche Freundschaften, und...und...und. Mit einem anderen Schluss hätte Burger uns "eine Moral von der Geschichte" verkaufen können. Diese Chance lässt er, warum auch immer, ungenutzt verstreichen. Der Möglichkeiten, den Film anders zu beenden, hätte es viele gegeben.
So bleibt mir persönlich -Ohne Limit- als fast perfekter Film in Erinnerung. Handwerklich grandios gemacht, innovativ und einzigartig gut gestylt, aber leider ohne das Pünktchen auf dem i. Sie können, und dürfen, das natürlich wieder mal völlig anders sehen. Machen sie sich einfach selbst ein Bild. Ihre Zeit verschwenden sie auf gar keinen Fall, denn -Ohne Limit- ist absolut sehenswert.