Das Buch ist klar gegliedert und leicht verständlich, ausserdem kurz und bündig. Aber eben in dieser würzigen, klaren Kürze liegt auch das Problem: Viele Sätze sind allenfalls Stichpunkte oder Gedankenfetzen, die sich aneinandereihen. Sie sind zwar ordentlich sortiert, aber der Lesespaß vergeht einem eigentlich selbst im kürzesten Absatz, wenn ein angerissener Gedanke auf den nächsten folgt, ohne irgendwo in die Tiefe zu gehen. Ich persönlich fand den Schreibstil auf die Dauer anstrengend und wenig ansprechend, vor allem, wenn man Versucht das Werk wegen der verlockenden Kürze in Einem durchzulesen. Ich denke aber, das wird aber nicht jeden gleichermaßen stören, vor allem, wenn er gar nicht mehr erwartet. In jedem Fall hält der Schreibstil das Buch erfrischend kurz - und von dieser Sorte gibt es zum Thema nicht sehr viele Werke.
Ich würde das Buch mit-Atheisten und -Humanisten als erfrischenden Gedanken-Anstubser empfehlen, jedoch nicht als prägnante, hilfreiche Erklärung für den nicht-Glauben der Atheisten. Zum Verschenken eignet es sich weniger, und auch nicht als Grundlage für eine positiv-atheistische Argumentation. Dass Atheisten und Humanisten ein bunt gemischtes Völkchen sind, sollte allgemein bekannt sein - und so ist es auch nicht weiter tragisch, wenn man im zweiten Teil des Buches nicht ganz mit dem Autor übereinstimmt. Die Frage warum es nun ohne Gott besser geht ist letzendlich eher die persönliche Weltanschauung des Autors, der aber auch ganz klar auf diesen Aspekt hinweist.
"Ohne Gott geht's besser" ist kein Kaffeetisch-Büchlein und auch keine überzeugende, klare Abhandlung oder Zusammenfassung einer Weltanschauung, sondern eine Kollektion vieler unfertiger Gedanken, die vielleicht zum Weiterdenken einladen.